Volker Gefeke (WGB) attackiert Ratskollegen in Sachen fehlender Nahversorgung

Untätig oder machtlos?

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So sieht derzeit eine Einkaufsmöglichkeit in Blender aus (hier ein Fleischereiwagen). Im Gemeinderat wurde das Thema „Ansiedlung eines Supermarktes“ heiß diskutiert. ·

Blender - Untätigkeit in Sachen Nahversorgung warf Volker Gefeke (Wählergemeinschaft Blender) bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates seinen Ratskollegen und der Verwaltung vor.

Ende Januar macht auch die (Marsch)-Apotheke in Blender zu. Grund sind Differenzen bezüglich der Mietkonditionen. Auch diese Schließung beeinträchtigt die örtliche Versorgungssituation.

Hintergrund der Vorwürfe ist die jüngst erfolgte Schließung von „Frischkauf Rathjen“ an der Straße „Mühlenberg“. Seitdem kann man in Blender keine Lebensmittel mehr kaufen. Wie Volker Gefeke ausführte, werde das Problem noch durch die erfolgte Schließung der Schlecker-Filiale und die Ende Januar bevorstehende Schließung der Apotheke verschärft. Auch die Schließung des Gasthauses „Zum Blender Esch“ habe die Ortschaft nicht gerade attraktiver gemacht.

„Ihr müsst in Gang kommen“, so der WGB-Mann an seine Ratskollegen, und regte einen runden Tisch an. Er brachte dabei einige Lösungsvarianten ins Spiel, beispielsweise die Suche nach einem Investor sowie einem Betreiber für das gemeindeeigene Rode-Grundstück im Ortskern. Hier könnte unter Umständen ein kleiner Supermarkt Platz finden. Gefeke regte zudem Gespräche mit den Eigentümern leer stehender Immobilien (beispielsweise Rathjen) sowie möglichen Betreibern an, um so den Weg zu ebnen, diese Objekte mit einer entsprechenden Versorgungseinrichtung zu versehen. Gefeke führte an, dass beispielsweise in Schwarme gerade ein neuer Supermarkt öffnen würde. „Das muss doch auch hier möglich sein.“

Gemeindedirektor Gerd Schröder wollte, wie die anderen Ratsmitglieder auch, den Vorwurf der Untätigkeit, nicht auf sich sitzen lassen und setzte sich vehement zur Wehr: „Wir sind und waren beileibe nicht untätig, um die Versorgungssituation in Blender zu verbessern. Aber unsere Gespräche haben ergeben, dass es derzeit absolut illusorisch ist, dass sich in Blender ein Supermarkt oder Discounter ansiedelt. Der Kunden-Einzugsbereich ist einfach zu klein. Und wir können niemanden zwingen, sich in Blender niederzulassen. Wir sind schlichtweg machtlos.“ Bürgermeister Axel Rott gab zur Kenntnis, dass er in der letzten Zeit diverse Gespräche, konkreter und vermittelnder Art, in dieser Sache geführt habe – allerdings bislang ohne den gewünschten Erfolg. Rott wies in diesem Zusammenhang, genau wie Schröder, darauf hin, dass Gespräche dieser Art grundsätzlich vertraulich seien und in öffentlicher Sitzung keine Details über Ansiedlungspläne von Supermarktketten – geschweige denn über die Finanzsituation von beteiligten Bürgern oder Kaufpreise für eventuell in Frage kommenden Grundstücke oder Gebäude genannt werden dürfen. Rott: „Die geographische Lage der Gemeinde mit knapp über 3000 Einwohnern ist einfach ungünstig – weil beispielsweise die meisten Intscheder in Daverden einkaufen.“

Ein deutliches Contra für Gefeke gab es auch von Reinhard Gutjahr (SPD): „Natürlich ist die jetzige Situation unbefriedigend. Doch der Gemeinderat tut was er kann. Wir können doch nicht in die Entscheidungshoheit der Konzerne eingreifen.“ Fritz Suhr (CDU) hielt die Gefeke-Attacken schlichtweg für eine Lachnummer.

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