80 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Landkreis aufgenommen

Hand in Hand für die Kinder

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Der Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises und die in der Arbeitsgemeinschaft Erziehungshilfen zusammengeschlossenen freien Träger der Jugendhilfe arbeiten Hand in Hand bei der Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zusammen.

Landkreis - Mit den Flüchtlingsströmen kommen immer mehr minderjährige Flüchtlinge an, die ohne Begleitung von Eltern oder anderen Sorgeberechtigten unterwegs sind. Seit Oktober hat der Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises 80 Minderjährige in Obhut genommen. Gemeinsam mit den in der Arbeitsgemeinschaft Erziehungshilfen zusammengeschlossenen freien Trägern der Jugendhilfe sorgt der Fachdienst für ihre Unterbringung, Versorgung und Betreuung.

„Die Kinder und Jugendlichen fliehen vor Kriegshandlungen, Menschenrechtsverletzungen oder wirtschaftlicher Not“, berichtet Fachdienstleiter Peter Genée. Manche hätten ihre Eltern im Krieg oder auf der Flucht verloren oder seien von ihnen getrennt worden. Andere seien von den Angehörigen nach Europa geschickt worden. „Ganz allein auf sich gestellt, sind sie die schutzbedürftigste Personengruppe überhaupt“, sagt Genée.

Mit seinen Fachkräften nimmt der Leiter des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD), Stephan Schaper, die unbegleiteten Minderjährigen in Obhut. „Einzelne wurden aufgegriffen oder haben sich selbst gemeldet, die meisten kamen mit den Erstaufnahme-Flüchtlingen, die im Rahmen der Amtshilfe den Landkreis erreicht haben, wiederum andere wurden vom Land zugewiesen“, erklärt Schaper. Bis auf wenige Ausnahmen handele es sich um Jungen, zwei Drittel von ihnen seien älter als 14 Jahre.

Erste Anlaufstelle im Landkreis für die minderjährigen Flüchtlinge ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Clearingstelle, die Dank der Unterstützung der Stadt Verden im Syndikatshof eingerichtet werden konnte. Sie wird von der Jugendhilfeeinrichtung JUSTAP betrieben. Hier werden die Kinder und Jugendlichen versorgt und betreut, bis im Einzelfall entschieden ist, welche weiteren Hilfen sie benötigen und wo sie untergebracht werden. Das kann in einer Heimeinrichtung, bei Pflegeeltern oder in sozialpädagogisch betreuten Wohnformen sein oder aber auch bei geeigneten Paten- oder Flüchtlingsfamilien.

Task Force für

Inobhutnahme

„Für jeden Träger allein wären diese Aufgaben nicht zu bewerkstelligen“, betont Klaus Heinrichs, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Erziehungshilfen (AGE), der mit Schaper und einer „Task Force“ im ASD die Inobhutnahme und anschließende Clearingphase koordiniert. Das Besondere, so Heinrichs, sei die vernetzte Zusammenarbeit, bei der die Jugendhilfeträger Räume und Fachkräfte gegenseitig bedarfsgerecht zur Verfügung stellten und dadurch sehr flexibel reagieren könnten. Die jahrelange vertrauensvolle Kooperation in der AGE mache das möglich.

So arbeiten am Lerchenweg in der sozialpädagogisch betreuten Wohnung vier freie Träger, darunter SoFa Achim, Verein für ambulante Erziehungshilfen, Caritasverband und Fokus eng unter einem Dach, aber in vier eigenständigen Einheiten zusammen, um Ressourcen zu bündeln. Weitere Träger bringen sich mit Platzangeboten in ihren Einrichtungen oder betreuten Wohnformen ein.

„Wir haben diese große Herausforderung gemeinsam angenommen“, unterstreicht auch Fachdienstleiter Genée. Eine derartige Kooperation sei nicht selbstverständlich und in der Jugendhilfelandschaft Deutschlands eher die Ausnahme. Der Grundstein dafür liege im sozialraumorientierten Arbeitsansatz der Kinder- und Jugendhilfe.

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