Im Zeitraffer durch das Jahr 2009 in Oyten und Ottersberg

Tunnel auf, Tunnel zu und andere Spaßbremsen

Oyten - Oyten begrüßte die jüngste Busfahrerin Niedersachsens in seinen Reihen und Fischerhude hatte den ersten Wildschwein-Abschuss seiner Historie zu vermelden. Der Widerstand gegen den drohenden Sandabbau in Embsen einte Achim und Oyten in seltener Weise, während die geruchsbelästigten Otterstedter die Nase gestrichen voll hatten von Biogas...

Obwohl so schnell verflogen wie ein Sternschnuppenregen, produzierte das Jahr 2009 tagtäglich seine kleinen und größeren Schlagzeilen. Zweimal wurde gewählt und gejubelt, allerdings nur bei der CDU. Und es wurde gefeiert: 25 Jahre Parzival-Hof in Quelkhorn, 25 Jahre Rathaus in Oyten, 25 Jahre die legendäre Eisdiele „Tutti Frutti“. Nicht zu toppen war natürlich Bassen mit dem 750. Dorfgeburtstag. Das größte Geschenk: ein schnuckeliges Heimatmuseum unterm Dach von Blocks Huus. Größte Spaßbremse im Bassener Partyjahr: das Oberverwaltungsgericht, das die Bürgerinitiative nach ihrem bravourösen juristischen Kampf für lückenlosen Lärmschutz an der A 1 mit einem vernichtenden Urteil auszählte.

Mit der Mega-Baustelle A 1 hatten auch die Südoytener so ihren Spaß: „Tunnel auf, Tunnel zu“ hieß das Spiel des Jahres, das den Berg-Bewohnern ungezählte Umleitungen und Umwege bescherte. Erste Panikreaktionen wurden in Form von Gefrierschrank- und Hamsterkäufen beobachtet. Dass sie von den zeitplangehetzten Autobahn- und Brückenbauern nicht ganz vom Rest der Welt abgeschnitten wurden, verdankten die südlich der Autobahn wohnenden Oytener ihrer Gemeindeverwaltung, die bei den A 1-Oberen ganz energisch gegen die gleichzeitige Sperrung beider Tunnelverbindungen im Ort protestierte – und außerdem das eine oder andere Shuttle-Taxi spendierte, wenn der Tunnel zur Innenstadt mal wieder dicht war. Preisverdächtig in der Kategorie Bürgerservice.

Gebaut wird immer, und auch 2009 gab’s was einzuweihen: das neue Feuerwehrhaus in Fischerhude/Quelkhorn zum Beispiel. Mit Minister natürlich. Ohne Staatsbesuch, dafür aber die gesellschaftliche Entwicklung spiegelnd, öffneten Kleinkinderkrippen, Schulkinderhorte, Angebote und Häuser für Demenzkranke ihre Pforten.

Andere Baustellen wurden erstmal symbolisch „angestochen“. Ziemlichen Verschleiß an Spaten hat da Oyten. Neues Gewerbegebiet, neues Sportzentrum, neue Ortskerngestaltung... – Oyten hat zielstrebig sein ganz eigenes Konjunkturpaket geschnürt.

Gehakt, na klar, hat’s auch hier und da. Eine kleine Ottersberger Spezialität, gerne garniert mit einem Bürgerentscheid oder wenigstens mit einem Versuch desselben. Biomasseheizkraftwerk hieß das Reizwort 2009. Dass der im Prinzip beschlossene Baubeginn jetzt schon ein halbes Jahr hinter dem Zeitplan herhinkt und nun für Oktober 2010 angepeilt wird, ist allerdings nicht den politischen Machtkämpfen und Blockaden geschuldet, sondern den Grundstücksverhandlungen zwischen Landwirten und Investor La Mont. Echt kompliziert, jetzt aber eingetütet. Weiter geht’s im Januar mit der nächsten Einwohnerversammlung – bei der das Reizwort garantiert neu aufblüht.

Womit wir bei 2010 angelangt wären – und sich die Schlagwörter Haushaltslöcher und kommunale Steuererhöhungen aufdrängen. Aber das ist ja erst morgen... In diesem Sinne: Prost Neujahr!

· Petra Holthusen

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