RWE-Dea und Bergbau-Behörde beantworten Fragen des Fleckens zu Fracking

„Trinkwasser ungefährdet“

Langwedel - Das Fracking-Verfahren zur Gewinnung von Erdgas gefährde hierzulande weder das Trinkwasser noch überhaupt die Umwelt, versichern der in Holtebüttel ansässige Förderbetrieb Niedersachsen der RWE-Dea AG und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie. Nach Berichten aus den USA, wo das „Hydraulic Fracturing“ Gebiete und auch Grundwasser verseucht hat, hatte der Flecken Langwedel bei dem Unternehmen und der Behörde in dieser Richtung nachgefragt.

Beim Fracking handele es sich um eine „bewährte und seit vielen Jahren eingesetzte Technologie, um die Durchlässigkeit des Gesteins und damit die Förderfähigkeit zu erhöhen“, heißt es in dem Antwortschreiben der RWE-Dea. Bürgermeister Andreas Brandt verlas es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Anders als bei der Ausbeutung des mitunter nur wenige Hundert Meter unter der Erdoberfläche liegenden Shale-Gases in den USA, werde die Methode bei Gasbohrungen in Deutschland in Gesteinsschichten des „Rotliegenden“ in Tiefen ab 4 500 Metern angewendet. Dies geschehe nach Prüfung und unter Aufsicht des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie, zitierte der Bürgermeister aus der unter anderem von Sven Burmester, Leiter des Förderbetriebs, unterzeichneten Antwort.

Der Schutz von Mensch und Umwelt genieße bei RWE-Dea „höchste Priorität“, heißt es darin weiter. Die Fracfluide enthielten gemäß der Gefahrstoffverordnung „ausschließlich ungiftige Stoffe“.

Nach Mitteilung des Landesamts sind diese vonnöten, um im abseits vom Bohrloch liegenden Gestein Risse zu erzeugen und für den Gasfluss offen zu halten. Dazu würden mit dem Frac-Fluid aus Quarzsand oder Keramik bestehende Stützkörper in die Lagerstätte eingepumpt. Sogenannte Gelbilder und Vernetzer verbesserten deren Gleitfähigkeit.

Wie die Behörde weiter erläutert, sorgten „bestimmte Zusatzstoffe“ dafür, dass das Gel nicht in den Rissen verbleibt. Und beigemischte Tenside dienten dazu, unter Tage die Oberflächenspannung und Reibungsverluste zu verringern. Darüber hinaus seien in Frac-Fluiden Stoffe zur Regulierung des pH-Wertes, Inhibitoren und Stoffe zur Unterdrückung bakterieller Aktivitäten (Biozide) zu finden. Der Chemikalienanteil in den Fracs, die zuletzt im Förderfeld Völkersen eingesetzt wurden, liege bei fünf Prozent der Gesamtmasse.

Eine Gefährdung des Grundwassers besteht nach Einschätzung des Landesamts nicht. Denn die Sonden- und Bohrplätze seien so aufgebaut, dass darauf keine Stoffe in den Untergrund gelangen könnten. „Die Flächen sind abgedichtet und mit einem umlaufenden Graben versehen.“

Auch würden die gefährlichen Stoffe nur in geschlossenen Systemen geführt. Pumpen, Behälter und Rohre unterlägen regelmäßigen Prüfungen. Die Bohrungen seien vorschriftsgemäß mit Stahlrohren ausgebaut und zementiert. „Es existieren keine Wegsamkeiten zwischen Lagerstätte und Süßwasser führenden Gesteinsschichten.“ · mm

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