2012 keine Mittel mehr vom Kreis / Gestern gut besuchter Tag der offenen Tür

Toys Company vor dem Ende

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Projektleiterin Liane Gehrmann von der „Toys Company“ gestern am gut besuchten Tag der offenen Tür mit dortigen Mitarbeiterinnen, einem Mitarbeiter und kuscheligen Tierchen, die für einige „Teddypunkte“ zu erwerben waren. ·

Achim - Direkt neben der großen Achimer Brotfabrik droht am Fritz-Lieken-Eck eine weitere Schließung. Die seit rund zwei Jahren hier ansässige „Toys Company“ bekommt 2012 keine Mittel mehr vom Landkreis und muss daher höchstwahrscheinlich zum Jahresende dichtmachen.

Das teilte am gestrigen Tag der offenen Tür Projektleiterin Liane Gehrmann vom „Toys Company“-Träger DEKRA Akademie-GmbH mit. Diese betreibt im Auftrag des Landkreises auch die „Company“ in Achim. Eine riesiges Sortiment gespendeter Plüschtiere, Spiele, Bücher, Fahrräder und anderer Sachen für bedürftige Kinder war hier gestern wieder einmal zu finden.

Rund 400 kleine Kunden kommen regelmäßig, so Liane Gehrmann. Deren Bedürftigkeit muss jeweils durch Arbeitslosengeld II-Bescheid der Eltern oder „Verdener Pass“ nachgewiesen werden. 20 „Teddypunkte“ zum Einkaufen gibt es dann monatlich. Die Preise der Artikel auf den Regalen sind ebenfalls in Punkten angegeben. Ein Fahrrad etwa kostet 20 Punkte und erfordert große Ansparbemühungen. Maximal darf bis zu 40 Punkten „eingekauft“ werden.

Dies alles ist aber nur die eine Seite der „Toys Company“. Auf der anderen bietet sie Menschen, die lange Zeit arbeitslos waren, über so genannte „Ein--Euro-Jobs“ Möglichkeiten des ersten Wiedereinstiegs –– ob es nun kleine Aufgaben bei der Warenannahme, im Verkauf, beim „Reparieren“ von Plüschtieren, an der Kasse oder anderes sind. Diese „Company“ ist wie eine echte Firma strukturiert.

Ziel bleibt, die Betreffenden auch wieder fit zu machen für den ersten Arbeitsmarkt. Es werden etwa über die Kreisvolkshochschule PC-Kurse, aber auch Lehrgänge für den Gabelstaplerschein oder kaufmännische Qualifikationen angeboten.

Rund 35 dieser Mitarbeiter gibt es bei der „Toys Company“. Sie kommen vor allem aus dem Achimer Raum, aber auch aus anderen Gegenden des Kreises.

Die Einrichtung – im Landkreis einzige ihrer Art – wird von Liane Gehrmann und einem Sozialpädagogen geführt. Liane Gehrmann ist gelernte Industriekauffrau „mit psychologischem Hintergrund“,

Besonders hervor hob sie gestern noch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung für das Projekt. Das allerletzte Wort zur Schließung sei ja auch noch nicht gesprochen, hofft sie. Zunächst stehen ohnehin noch die Halloween-Party für Kinder am 31. November und Aktionen für Jungen und Mädchen der Achimer und Verdener Tafel fest auf dem Plan. · la

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