Magazin „auto mobil“ auf  VOX analysiert schweren Unfall auf der A 1 bei Uphusen vom 31. Mai vorigen Jahres

Tödliche Vorschäden am Traumauto

Achim - · Oft bleiben nach einem schweren Verkehrsunfall viele Fragen offen. Wie wichtig es in solchen Fällen ist, Unfallanalytiker heranzuziehen, zeigt am Sonntag, 28. Februar von 17 bis 18.15 Uhr das VOX-Magazin „auto mobil“. In seiner Reihe „Die Unfallakte“ analysiert der Fernsehsender einen schweren Unfall vom 31. Mai 2009 auf der A 1 in Uphusen.

Zur Erinnerung: Als sich während der Fahrt auf der linken Spur die Haube seines offenen Mercedes SL gelöst hatte, war der Fahrer nach einem Ausweichmanöver von der Autobahn abgekommen und hatte sich mit dem Wagen mehrfach an der Böschung überschlagen.

Der 34-jährige starb noch an der Unfallstelle. Seine 27-jährige Beifahrerin erlitt lebensgefährliche Verletzungen. „Wir hatten sofort das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt. Nicht nur, weil sich die Motorhaube plötzlich geöffnet hatte und 20 Meter vom Auto entfernt lag, sondern auch, weil das serienmäßige Überschlagsystem nicht ausgelöst wurde“, berichtet Jürgen Menzel von der Polizeiinspektion Verden: „Dadurch wurde der Fahrer von seinem Fahrzeug förmlich erdrückt“.

Zufällig vorbeikommende Feuerwehrleute aus Henrichenburg (Kreis Recklinghausen) hatten noch verzweifelt versucht, das Leben des Mannes zu retten und den zerstörten Pkw mit vereinten Kräften aufgerichtet.

Helfer Gustav Titzmann erinnert sich bei VOX: „Wir haben uns alle nur gewundert, warum der Wagen so platt auf dem Boden lag und überhaupt kein Überlebensspielraum mehr für die Insassen vorhanden war“. Der silberne Mercedes SL wurde deshalb von den Unfallanalytikern der Dekra-Niederlassung Weser-Ems in Bremen untersucht. Sie interessierten sich für den Verschlussmechanismus der Haube und verglichen diesen mit einem baugleichen Mercedes SL. Tatsächlich stellten sie dabei erhebliche Abweichungen fest, die für einen gravierenden Vorschaden am verunglückten Auto sprechen.

Schlampig montierte Haken an der Motorhaube waren erste Indizien dafür, dass der Wagen nach einem früheren Unfall nur „kosmetisch“ repariert wurde – so Dipl.-Ing. Uwe Hagemann, Unfallanalytiker der Dekra. Folge war, dass sich die Motorhaube nicht mehr richtig schließen ließ und sich dann während der Fahrt öffnete.

An den umfangreichen Ermittlungen war auch die Polizeiinspektion Verden/Aller beteiligt. Jürgen Menzel: „Wir wissen, dass das 1996 gebaute Fahrzeug nach Italien ausgeführt wurde, wo es etwa zehn Jahre zugelassen war. Das Auto hatte dort 2003 einen größeren Verkehrsunfall, nach dem wichtige Bauteile ausgetauscht wurden, auch die Motorhaube“. Was das völlige Versagen des Überschlagsystems angeht, halten es die Unfallforscher für denkbar, dass das Schutzsystem bereits damals ausgelöst hatte und daher in Uphusen nicht mehr funktionierte.

Der verunglückte Autofahrer wusste von den Vorschäden an seinem Traumwagen nichts. Keine Kenntnisse will davon auch der Autohändler aus dem Landkreis Stade gehabt haben, bei dem der Pkw wenige Tage vor dem Unfall gekauft wurde. Und die damalige Reparaturwerkstatt in Italien ließ sich nicht mehr ausfindig machen. Damit ist es für die Angehörigen der Opfer so gut wie unmöglich, Schadensersatz zu bekommen. „Dieser Umstand ist besonders bitter, weil den SL-Fahrer keinerlei Schuld trifft“, bedauert Jürgen Menzel.

Der Mann habe sogar versucht, Schlimmeres zu verhindern, indem er mit seinem Pkw in den Seitenraum ausgewichen sei.

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