Verhandlung am Amtsgericht Achim zieht viel Publikumsinteresse auf sich

Tierquäler und Sodomist kommt nicht zum Gerichts-Termin

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Viel Diskussionsstoff: Tierschützer und Prozessbeobachter am Rande des Prozesses im Gespräch.

Achim - Wegen der sadistischen Quälerei eines Hundes musste sich gestern ein 24 Jahre alter Mann vor dem Amtsgericht Achim verantworten. Der inzwischen nach Rheinland-Pfalz verzogene Mann soll einen Dobermannmischling an den Füßen aufgehängt und gequält haben.

Doch der Angeklagte, der diese und weitere Taten sowie Sex mit Tieren im Zuge eines anderen Verfahrens bereits eingeräumt hatte, erschien nicht zu dem Termin. Stattdessen waren engagierter Tierschützer gekommen, darunter die Leiterin des Verdener Tierheims, Heidi Seekamp, und Dirk Schäuble vom Bremer Tierschutzverein.

In der Hansestadt war gegen den 24-Jährigen bereits ein Tierhaltungsverbot verhängt worden. Es gilt aber nur für das Land Bremen, weshalb der bekennende Sodomist im Sommer 2011 nach Blender umgezogen seien soll.

Im Internet rühmte sich der Mann dann damit, dass er sich die ihm entzogenen Hunde über Strohmänner wieder beschafft habe. In Blender lebte er mit bis zu zehn Hunden. Als die Gemeinde Kenntnis von dem Mann erhalten hatte, führte das Veterinäramt Kontrollen durch. Es kam zu Anordnungen hinsichtlich Hygiene, Haltung und tierärztlicher Behandlung der verwahrlosten Tiere.

Im Januar 2012 soll ein „Hundesitter“ Anzeige erstattet haben, war in der Verhandlung zu erfahren. Von einer „zugekoteten Wohnung“ wurde berichtet und den Behörden war ein Video übergeben worden, auf dem „Vergewaltigungs- und Missbrauchszenen von Hunden durch den Kläger“ zu erkennen waren. So hatte es zumindest das Verwaltungsgericht Stade später in einem Urteil festgestellt. In dem Prozess hatte der 24-Jährige Klage gegen den Landkreis Verden wegen eines von der Behörde ausgesprochenen Tierhaltungsverbotes erhoben. Diesmal war es nicht regional beschränkt, sondern sollte generell gelten. Im Zuge dieses Verfahrens stellte ein Sachverständiger unter anderem eine „Störung der Sexualpräferenz im Sinne der Sodomie“ fest. Mit der Klage hatte der im Bereich Softwareentwicklung tätige Kläger keinen Erfolg und seine Hunde bekam er nicht wieder zurück.

Ein Zeuge hatte im Zuge der Ermittlungen von Partys mit diversen Anhängern berichtet, bei denen der bislang straffreie Sex mit Tieren stattfinde. Im Februar 2012 hatte die Staatsanwaltschaft Verden die Wohnräume des Beschuldigten durchsuchen lassen.

Später meldete sich ein Zeuge aus Berlin und berichtete von einem Video, auf dem zu sehen sei, wie ein Hund an den Pfoten aufgehängt und gequält wird. Hierbei soll es sich um den Dobermann-Mischling handeln, dessen Quälerei Grundlage des Strafbefehls und der gestrigen Sitzung war. Der Hund soll einen Todeskampf geführt haben, über dessen Ausgang allerdings nichts bekannt ist.

Nachdem der Angeklagte gestern nicht erschienen war, wurde der Einspruch gegen den Strafbefehl verworfen. In einer Woche könnte der nun rechtskräftig werden. Dann müsste der 24-Jährige nicht nur 1000 Euro wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, sondern 1300 Euro als Gesamtstrafe zahlen. Unter anderem wegen Betäubungsmitteldelikten. · wb

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