Gemeinderat spricht sich gegen Hundeschulen-Platz „Am Sandberg“ aus

„Wo ein Hund bellt, bellen alle“

Auf diesem Grundstück an der Straße „Am Sandberg“ sollte ein Hundeschulen-Platz entstehen. Der Thedinghauser Gemeinderat sagte Nein.
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Auf diesem Grundstück an der Straße „Am Sandberg“ sollte ein Hundeschulen-Platz entstehen. Der Thedinghauser Gemeinderat sagte Nein.

Thedinghausen – Eigentlich wollte der Thedinghauser Gemeinderat laut Sitzungsvorlage die Aufstellung des Bebauungsplanes „Sondergebiet Hundeschule“ an der Straße „Am Sandberg“ auf den Weg bringen. Planerin Franziska Lüders war eigens aus Oldenburg angereist, um den Entwurf vorzustellen. Sie war guter Dinge, denn ein Schallgutachten hatte ergeben, dass der Betrieb einer Hundeschule auf dem Areal, in unmittelbarer Nähe des Eyter-Deiches, möglich sei.

Doch es kam anders. Bevor der Tagesordnungspunkt richtig Fahrt aufnehmen konnte, beantragte Arno Thalmann (CDU) das Planverfahren einzustellen. Diesem Ansinnen stimmten mehrere Ratsmitglieder quer durch alle Fraktionen zu.

Der Grund: „Das Schallgutachten wurde angezweifelt. Der Tenor: Laut vorliegendem Konzept der Antragstellerin könne auf dem Gelände sieben Tage die Woche von 8 bis 21 Uhr Betrieb herrschen. Dabei war davon ausgegangen worden, dass lediglich ab und zu einmal ein Hund bellen würde.

Dem widersprachen Heinz von Hollen (parteilos) und andere: „Wo ein Hund bellt, bellen alle.“ Dieter Mensen (Grüne) führte zudem die zunehmende Verkehrsbelastung durch die Hundehalter ins Feld.

Fazit der Ratsversammlung mit riesiger Mehrheit: Die geplante Hundeschule würde die Nachbarschaft erheblich stören und passt nicht an diese Stelle. Der Antragstellerin wurde empfohlen, in ein (noch auszuweisendes) Thedinghauser Gewerbegebiet auszuweichen.

Mit den Ausschlag gegen das Vorhaben gab zudem, dass in lediglich 400 Metern Entfernung (Am Sodenstich) bereits der Trainingsplatz des örtlichen Schäferhundevereins liegt.

Lediglich Anke Fahrenholz (SPD) stimmte für die Planaufstellung: Sie berief sich auf eine Zusage, die der Gemeinderat der Antragstellerin im August 2019 gegeben hatte – wenn denn ein positives Schallgutachten erstellt würde. „An diese Zusage fühle ich mich aus Fairnessgründen gebunden.“ Als Trost für die „Irreführung“ wurde der Antragstellerin vom Rat zumindest eine Kostenbeteiligung der Gemeinde an den bisherigen Planungskosten in Aussicht gestellt.

Die Besitzerin der Hundeschule erläuterte im Nachgang der Sitzung, dass die vorliegende Beschreibung der Betriebsabläufe lediglich Maximalmöglichkeiten aufgezeigt habe, und weder Tierzahl noch zeitliches Ausmaß der Betreuung der Hunde im geschilderten Ausmaß geplant gewesen sei. Sie will nun die Möglichkeit einer Ansiedlung in einem Gewerbegebiet prüfen.

Zahlreiche Anwohner aus der Nähe der Hundeschule wohnten der Ratssitzung als Zuhörer bei. Anwohnerin Angela von Hollen, selbst ehemaliges Ratsmitglied, hatte zu Beginn die Bedenken mit Blick vor allem auf die mögliche Lärmbelästigung vorgetragen. Sie und ihre Nachbarn gingen zufrieden nach Hause.  sp

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