Schutz für Brutstätte

Wiesenweihe zurück in Riede

Das Nest der Wiesenweihe-Brut in Riede. In ganz Niedersachsen gibt es nur noch rund 100 Brutpaare dieser streng geschützten und stark bedrohten Greifvogel-Art.

Riede - Nachdem im vorigen Jahr in der Samtgemeinde Thedinghausen keine Wiesenweihen gesichtet wurden, war es um so erfreulicher, dass jetzt wieder eine Brut dieser seltenen Greifvögel nachgewiesen werden konnte. Dieses geschah in einem Triticalefeld in Riede, wie Landschaftswart und Nabu-Aktivist Heinfried Jäger vom Okeler Damm berichtet.

„Da ursprüngliche Bruthabitate wie Feuchtwiesen durch Trockenlegung und Umwandlung in Ackerland sowie häufigere Mähtermine wegfallen, haben sich Wiesenweihen in die offene Agrarlandschaft orientiert und bauen ihre Nester vorwiegend in Getreidefeldern“, so Jäger.

Nur 100 Brutpaare in Niedersachsen

Weil die Jungvögel aber zum Beginn der Mähperiode kaum flügge seien, würden sie oft Opfer des Mähdreschers. Somit gebe es in Niedersachsen mittlerweile nur noch rund 100 Brutpaare dieser stark gefährdeten, streng geschützten Rote-Liste-Art.

Heinfried Jäger versucht, durch Suchfahrten in den bekannten Bruchbereichen die Weihen aufzuspüren und ihre Brutstandorte zu ermitteln, um die Nester dann auf jeweils zehn mal zehn Metern durch Absichern mit Elektrozaun vor Beutegreifern zu schützen.

So geschah es in Absprache mit dem sehr kooperationsbereiten Flächenbewirtschafter auch beim Rieder Nest, in dem sich zwei Jungvögel befanden. Unterstützend waren laut Jäger Biologen und ein weiterer Naturschutzbund-Mitstreiter aus der Thedinghäuser Ortsgruppe dabei. Das Zaunset wurde von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Verden gestellt.

Leider sei es dann Mitte Juli zu Störungen gekommen. Anhand der Spuren war festzustellen, dass jemand bis in den geschützten Zaunbereich eingedrungen war und die Jungen dort vergrämt hatte, die wohl schon etwas fliegen konnten. Da bereits im Vorfeld Peilstangen am Feldrand, die zum schnellen Auffinden des Nestes für die Umzäunungsarbeiten dienen sollten, von Unbekannten entfernt worden waren, begann so die Schutzmaßnahme bereits mit einem negativen Eindruck.

Jungtiere haben überlebt

Dieser verstärkte sich, als auch das Weibchen plötzlich spurlos verschwunden war, obwohl es sich vorher immer in der Umgebung des Nestbereiches aufhielt. Es wurde nicht wieder gesehen, teilt der Nabu-Aktivist mit.

Da das Wiesenweihen-Männchen aber weiter Beute in Zaunnähe brachte, bestand Hoffnung, dass die Jungen doch noch am Leben waren. Das bestätigte sich zu Jägers Freude. Nur wenig später wurden sie außerhalb der Umzäunung gesichtet.

So ging alles noch recht glimpflich aus. Leider wurde direkt nach dem Erntetermin auch noch das Weidezaungerät vom Feld gestohlen, bedauert der Landschaftswart. Letztlich überwiege aber die Freude darüber, dass zwei junge Wiesenweihen flügge wurden, über negative Begleiterscheinungen.

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