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Weyher Theater begeistert mit Johnny-Cash-Liederabenden „I walk the line“ im Thedinghauser Erbhofgarten

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Von: Heiner Albrecht

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Verzücktes Publikum beim Cash-Liederabend im Erbhofgarten
Verzücktes Publikum beim Cash-Liederabend im Erbhofgarten © Albrecht

Thedinghausen – Der große Country-Star Johnny Cash hat nicht nur für die Musikgeschichte einen hohen Stellenwert, sondern auch für das Weyher Theater: Jahre nach dem großen Erfolg des biografischen Schauspiels „Cash“ sorgt der Liederabend „I walk the line“ im Rahmen eines externen Konzerts auch in Thedinghausen für zwei fast ausverkaufte Vorstellungen.

Schon vor zwei Jahren zum 400-jährigen Erbhofjubiläum geplant aber ausgefallen wegen Corona, sorgte es jetzt für Furore im Schlossgarten. „Hätten wir damals gespielt, wäre Gewitter gewesen“, begrüßte Kay Kruppa rund 700 Gäste bei bestem Open-Air-Wetter. 30 Songs wurden pro Abend präsentiert – und am Ende die Künstler mit Standing Ovations verabschiedet.

Der Erbhofförderverein stellte die Location zur Verfügung und sorgte für die Beköstigung. „Eine Mammutveranstaltung, die können wir nicht jede Woche stemmen“, sagte der Vorsitzende des Erbhoffördervereins, Gerd Schröder. Die Nachfrage der Zuschauer versiegte ebenso wenig wie die Liebe des Weyher Theaters – und vor allem des Intendanten Kay Kruppas, der die Legende damals im Musical verkörpert hatte. Es darf aus Gründen des Urheberrechts nicht mehr aufgeführt werden. Ebenfalls zu Johnny Cashs unvergessener Musik war daraufhin der Liederabend „I walk the line“ entstanden.

Und als man sah, dass wohl fast die Hälfte der Konzertbesucher das Musical schon gesehen hatte, wusste man, es hatte ihnen gefallen.

Im Musical gab es neben der Handlung nur eine begrenzte Auswahl an Musikstücken. In Thedinghausen präsentierte Kruppa, begleitet von den bewährten Musikern Patrick und Kevin Kuhlmann sowie Michael Haupt, zudem im Duett flankiert von der musicalerfahrenen Sonja Schön, mehr Songs und ein paar Geschichten aus dem Leben Johnny Cashs.

Alle Mitwirkenden waren mit viel Herzblut bei der Sache.

Sonja Schön und Kay Kruppa interpretieren June Carter und Johnny Cash
Sonja Schön und Kay Kruppa interpretieren June Carter und Johnny Cash © Albrecht

Cash hat unglaublich gute Musik gemacht. Das merkt man besonders an den sehr ausdrucksstarken Texten, die immer eine tiefgründige Geschichte erzählen. So wurde innerhalb von zweieinhalb Stunden die Lebensgeschichte und die musikalische Hinterlassenschaft wiedergegeben.

Dargeboten wurden etwa „Cry, Cry, Cry“ – der allererste von Cash aufgenommene Song. Das Lied „Ring of Fire“ hatte seine spätere Frau June Carter mitgeschrieben, die darin Cashs Sucht und ihre verbotene Liebe zu ihm beschreibt. Auch dieser Welthit durfte an diesem Abend natürlich nicht fehlen. Ebenso wenig Songs von zwei Livealben, die Cash in Strafanstalten aufgenommen hatte. Und diese Auftritte im Gefängnis San Quentin in Kalifornien am 24. Februar 1969 machten Cash auch international bekannt und führten ihn international in die Charts.

„Don’t take your guns to town“, mit dem Kruppa auf verschärftere Waffengesetze in den USA hinwies, ist ein Songthema, dessen sich Cash schon 1959 angenommen hatte.

„Johnny Cash und seine Musik stellen was dar. Er hat was zu erzählen. Darum kommt er wohl generationenübergreifend an“, war nicht nur Gerd Schröder am Ende von zwei erfolgreichen Abenden ebenso begeistert wie das Publikum, das zum Schluss klatschend stand.

Von Heiner Albrecht

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