Berufsorientierung für Neuntklässer

„Tag der Betriebe“ an der Gudewill-Schule: Werben um die Fachkräfte von morgen

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Gerd-Holger Siebert (re.) informierte über den Beruf des Tierpflegers.

Thedinghausen - „Fachkräftemangel: Das war in meiner Jugend noch ein Fremdwort“, verkündete Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse in seinen Begrüßungsworten beim „Tag der Betriebe“ gestern Vormittag in der Gudewill-Schule den „angetretenen“ Schülern.

Die Situation auf dem Arbeits- und Lehrstellenmarkt hat sich seitdem drastisch geändert. Gute Leute werden gesucht, die heutigen Schüler sind die Fachkräfte von morgen. Nicht von ungefähr initiierten darum Schulsozialarbeiterin Sandra Linge und Frank Bielefeld als Wirtschaftsförderer der Samtgemeinde gemeinsam diese Orientierungshilfe zur Berufsfindung. 12 Betriebe aus der Region stellten sich und ihre Ausbildungsangebote vor – nicht Form einer Börse, bei der die Schüler von Stand zu Stand durchgeschleust werden, sondern jeder Schüler konnte sich bei zwei Firmen „einloggen“, bei denen dann in Kleingruppen eine intensivere Beschäftigung mit dem Berufsbild möglich war.

110 Schüler der neunten Klassen nutzten das Angebot mit Blick auf das Jahr 2019. Alle Betriebe hatten auch tatsächlich Lehrstellen frei.

Schüler am Heißlötgerät: Firmenchef Frank Rogowski (re.) und Azubi Stanislaw Schlosser (li.) sind zufrieden.

Das Spektrum der Firmen, allesamt in der Samtgemeinde vertreten, war breit gestreut. Das fing an bei Büroberufen wie Rechtsanwalt- und Notargehilfe, Bankkaufmann beziehungsweise -frau oder Bürokaufmann/frau. Auch Handwerk und Industrie waren mit vielfältigen Ausbildungsberufen vertreten – Anlagentechniker Heizung & Sanitär, Elektroniker, Tischler, Bäcker, Dachdecker oder Gärtner. Dazu gesellten sich Ausbildungsmöglichkeiten als Fachverkäufer, Tierpfleger oder Altenpfleger.

In den Gruppen ging es hoch her. Die Schüler sparten nicht mit Fragen. So ließ sie beispielsweise Gerd-Holger Siebert (Kirsten´s Hundeschule- und -pension) wissen: „Tierpflege heißt nicht nur Kuscheln. Da gehört auch Saubermachen dazu. Doch natürlich ist der Umgang mit Tieren stets individuell, spannend und macht auch Spaß.“ Das überzeugte gleich mehrere Schülerinnen. Julia, Yasmin und Michelle bekundeten übereinstimmend: „Das wär was für uns.“ 

Unschwer zu erkennen, um welchen Beruf es in dieser Gruppe ging. 

Bei Frank Rogowski (Heizung & Sanitär) durften die Schüler sich sogar am Weichlötgerät ausprobieren und Kupferrohre löten. Anleitungen gab hier mit Stanislaw Schlosser ein ehemaliger Gudewill-Schüler, der jetzt im 2. Lehrjahr ist. Sein positives Statement zur Berufswahl kam an. „Das spricht mich an“, meinte Lars, dem Angelique prompt beipflichtete: „Sehr interessant. Ich arbeite gern handwerklich und interessiere mich für Technik. Vielleicht bewerbe ich mich.“ Mitschülerin Jasmin hingegen war eher skeptisch.

Allerlei Wissenswertes über die Kunst des Backens samt Kostproben zog die Schüler beim Team von Baalks Backbord in den Bann. Auch hier gab es, wie auch bei allen anderen Firmen, durchaus konkrete Nachfragen mit Blick auf eine Ausbildungsstelle.

„Eine klassische Win-win-Situation“

Eine offene Runde zum Schluss rundete die Info-Veranstaltung ab. Hier waren auch die Zehntklässler dabei. Vor allem für diejenigen, die nach dem baldigen Ende ihrer Schulzeit noch nicht wissen, wie es weitergeht, konnten hier noch fündig werden.

Das Resümee der Veranstaltung fiel auf jeden Fall positiv aus. „Eine klassische Win-win-Situation“, erklärten Sandra Linge und Frank Bielefeld unisono. „Etliche Schüler sind bei ihrer Entscheidungsfindung einen großen Schritt weiter gekommen und die heimischen Betriebe haben sich und ihr Angebot vorstellen und zudem noch wichtige Kontakte zu potenziellen Auszubildenden knüpfen können.“

Versteht sich von selbst, dass der „Tag der Betriebe“ im nächsten Jahr wieder angeboten werden soll. - sp

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