Von Mentoring bis Internet

Arbeitsgruppe wertet Fragebogen aus: Wenn kein Supermarkt, was dann?

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Das waren noch Zeiten. Zumindest der Schriftzug oberhalb der Schaufensterfront erinnert noch daran, dass hier einmal ein Edeka-Frischmarkt residierte. Seit der Schließung gibt es in Blender keine Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel mehr (abgesehen vom benachbarten Bäcker). Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit damit, wie die Versorgung der Bürger künftig aussehen könnte. 

Blender - In Blender fehlt es an der nötigen Nahversorgung. Nicht zuletzt deswegen beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe im Rahmen des Projekts „Gemeinde. Zukunft. Gestalten“ mit dieser Problematik.

Alle Haushalte der Gemeinde waren aufgefordert, sich per Fragebogen an einer Bestandsaufnahme und Meinungsbildung zu beteiligen. Und die Beteiligung konnte sich sehen lassen. „Rund ein Drittel aller möglichen Haushalte haben einen Fragebogen zurückgegeben“ resümierte Dirk Fornahl, einer der Befragungs-Initiatoren. „Das belegt, dass das Thema den Leuten unter den Nägeln brennt.“

Das Ergebnis überrascht wenig. Alle Befragten wünschen sich einen Vollsortimenter oder zumindest einen Discounter für die Gemeinde Blender – möglichst mit angeschossener Bäckereifiliale. Doch eine solche Ansiedlung ist, wie bereits mehrfach berichtet, gar nicht so einfach. Wie die Blender Bürgermeister, von Rott über Thies bis zu Meyer, ebenso erfahren haben, wie die Verwaltung (Wirtschaftsförderer), besteht seitens der großen Anbieter, ob Edeka, Rewe, Aldi, Lidl, Kaufland oder andere, kein Interesse. Der Blender Einzugsbereich verspricht zu wenige Kunden und damit zu wenig Rendite.

Bündelung von Verkaufswagen angedacht

Die Arbeitsgruppe hat daher weiter gedacht: Dieter Tank. „Es wäre schon einmal ein Fortschritt, wenn es uns gelänge, die Verkaufswagen, die unkoordiniert durch den Ort rollen, an einem Tag an einer Stelle zu bündeln. Da gäbe es dann schon sehr viel für den nötigen Einkauf. Besonders nicht so mobile Ältere könnten hiervon profitieren.“ Gespräche in diese Richtung laufen.

Eine weitere Denkvariante ist die Eröffnung eines Ladens mit einem genossenschaftlichen Betreibermodell. Hierzu Dieter Tank: „Dieses Modell funktioniert auch andernorts. Man bräuchte in Blender allerdings eine zusätzliche Einnahmequelle für einen rentablen Betrieb – etwa durch öffentliche Gelder oder Zuschüsse durch eine Stiftung.“ Auch in diese Richtung sollen Gespräche aufgenommen werden.

Eine weitere angedachte Variante ist die Einrichtung eines Mentoring-Sytems. Bürger, die zum Einkaufen fahren, bringen anderen die benötigten und zuvor bestellten Waren mit. Über einen Testlauf wird nachgedacht.

Trend „Online-Bestellungen“ mitmachen

Und Dirk Fornahl und Dieter Tank sind auch für innovative Lösungen offen. Fornahl: „In einigen Jahren wird ein Großteil der Einkäufe über das Internet ablaufen – auch für Lebensmittel. Auf diesen Zug muss auch die Gemeinde Blender aufspringen. Es muss ja nicht unbedingt alles von Amazon kommen. Warum sollte nicht ein Händler aus der Umgebung eine Bestellmöglichkeit per Internet und einen Lieferservice anbieten?“

Alle genannten Lösungsideen werden derzeit auf eine Machbarkeit geprüft, wobei natürlich auch eine Kombination der Varianten Abhilfe schaffen könnte. Im Hinterkopf haben Fornahl, Tank und Co. dabei auch die bevorstehende Vollsperrung des Intscheder Wehres, was Einkaufswiligen für längere Zeit zumindest den Weg nach Landwedel abschneiden wird. Das könnte bedeuten, dass im Ort mehr Kaufkraft zur Verfügung steht und ein potentieller Betreiber doch noch Interesse an einer Geschäftseröffnung findet. „Hier muss man am Ball bleiben“, lautet das übereinstimmende Credo, das mit der Feststellung schließt: „Es bleibt spannend.“

sp

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