Vorübergehende Ersatzlösung beantragt

Wehrsperrung: Fähre oder Pontonbrücke über die Weser?

Oberhalb des Wehres, wie von Antragsteller Achim Stemmann hier veranschaulicht, könnte für die Zeit der Sperrung eine Fähre oder eine Pontonbrücke die Verbindung auf die andere Weserseite aufrecht erhalten.

Intschede/Landkreis - Wie berichtet wird das Intscheder Wehr wegen notwendiger Sanierungsarbeiten ab Ende des Jahres für mindestens zweieinhalb Jahre gesperrt – und damit auch die Kreisstraße zwischen Intschede/Blender und Langwedel. Mit dieser langwierigen Verkehrsbeeinträchtigung will sich Achim Stemmann aus Wulmstorf nicht abfinden.

Der 52-jährige Bauingenieur, beruflich beim Wasser- und Schifffahrtsamt Verden tätig, hat deswegen einen Antrag auf Errichtung eines Provisoriums während der Sperrzeit an den Landkreis gestellt – als Privatmeinung. Stemmann fordert den Bau einer Pontonbrücke oder alternativ die Einrichtung einer Fährverbindung und erwartet eine Machbarkeitsprüfung durch den Landkreis in dieser Sache.

Stemmann führt in seinem Antrag aus, dass nach einem aktuellen Verkehrsgutachten von einem Verkehrsaufkommen in einer Größenordnung von über 3.000 Fahrzeugen pro Tag an der Brücke auszugehen sei.

Weiter heißt es: „Geht man von einem Umweg von mindestens zehn Kilometern pro Fahrzeug aufgrund der Sperrung aus, ergäben sich allein für längere Fahrtstrecken über drei Jahre zusätzliche Fahrtkosten von knapp 10 Millionen Euro.“ Hinzu kämen Verluste durch Umsatzeinbußen für Gewerbetreibende. Das würde nach Stemmans Rechnung zu einem volkswirtschaftlichen Gesamtschaden in einer Größenordnung von weit über 10 Millionen Euro führen. Darüberhinaus würden erhebliche weitere Schäden auftreten, wie etwa der ökologische Schaden durch den Schadstoffausstoß, der durch die zusätzlichen zurückgelegten Kilometer und im Stau stehenden Fahrzeuge verursacht wird, sowie die Lärmemission und höhere Risiken durch das zusätzliche Verkehrsaufkommen.

Brennpunkte noch verschärft

Antragsteller Achim Stemmann führt weiter aus: „Neben finanziellen Gesichtspunkten wirkt sich aber insbesondere der enorme Zeitverlust auf die sich dann entscheidend verringernde Lebensqualität in der Region westlich der Weser aus, die Tausende von Berufspendlern durch die Umwege und besonders durch die zu erwartenden Staus verkraften müssten.“

Stemmann weiter: „Es werden zudem nicht nur die über 3.000 täglichen Nutzer der Intscheder Brücke betroffen sein, sondern alle Verkehrsteilnehmer, die auf die tägliche Weserquerung im Landkreis angewiesen sind. Durch Verkehrsverlagerung werden die jetzt bereits überlasteten Brennpunkte Ueser Kreuzung noch verschärft (falls die geplante Amazon-Ansiedlung Realität würde) und Hönischer Kreuzung beziehungsweise Verdener Nordbrücke/Kreisel endgültig überfordert.

Stemmann stellt fest: „Angesichts de des volkswirtschaftlichen Schadens sowie der zu erwartenden erheblichen Verschlechterung der Lebensqualität für Tausende Einwohner des Landkreises Verden und der angrenzenden Landkreise wären die vom Landkreis bereits genannten Schätzkosten von einer Millionen für die Herstellung eines Provisoriums (Pontonbrücke) allemal gerechtfertigt. Diese könnte im Bereich etwa 200 Meter oberhalb des Wehres entstehen. Die Verkehrsanbindung wäre, so Stemmann, einfach lösbar, die Wasserstandsschwankungen oberhalb des Wehres wären vergleichsweise gering und es bestünden praktisch keine Zielkonflikte mit der Schifffahrt.

Betrieb einer Fähre als zweite Alternative?

Mit Blick auf die notwendige Erreichbarkeit des Wehres von der Wasserseite aus Richtung Verden im Zuge der Bauarbeiten führt Achim Stemmann aus: „Gegebenenfalls müssten kurzfristig Ponton-Elemente ausgebaut werden – das gilt auch für Eisgang oder bei Hochwasser.“ Eine stunden- oder tageweise Sperrung der Verbindung sei jedoch hinnehmbar, nicht aber eine dreijährige Unterbrechung.

Als zweite Variante bringt Stemmann den vorübergehenden Betrieb einer Fähre ins Gespräch. Diese hätte zwar eine geringere Kapazität, wäre aber allemal besser als gar keine Lösung.

Hier könnte sich Stemmann auch Unterstützung durch das Wasser- und Schifffahrtsamt in Form einer vorübergehenden Überlassung eines Fahrzeugs gegen Kostenbeteiligung des Kreises vorstellen.

Hutberger Brücke sanierungsbedürftig?

Stemmann weist zudem darauf hin, dass Gerüchte kursieren, dass an der Weserbrücke zwischen Blender und Hutbergen im Verlauf der Landesstraße L 203 bereits tragfähigkeitsrelevante Schäden absehbar sind, deren Reparaturnotwendigkeit (mit Sperrung) möglicherweise genau in den Zeitraum der Intscheder Sperrung fallen könnte. Stemmann fragt: „Sollte dies zutreffen, wäre es nicht angebracht, die Hutberger Brücke jetzt bereits für entsprechend schwere Lkw zu sperren, damit diese Sanierung nach der Intscheder Maßnahme erfolgen kann.“ 

sp

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