Volles Haus bei Vortrag in Riede

Agrarblogger „Bauer Willi“ in Höchstform

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Susanne Bremer (Landfrauen-Vorsitzende) und Heiner Ortmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Vereins (rechts), freuten sich über ihren Gast „Willi“, der über 120 Zuhörerinnen und Zuhörer fachkundig und durchaus humorvoll informierte.

Riede/Samtgemeinde - Über 120 Mitglieder und Gäste konnten im Gasthaus Scholvin-Ortmann die 1. Vorsitzende des Landfrauenvereins Thedinghausen, Susanne Bremer sowie Heiner Ortmann als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Vereins begrüßen.

Als Referent war der in ganz Deutschland bekannten rheinischen Ackerbauer, Buchautor und Agrarblogger „Willi“ alias Dr. Willi Kremer-Schillings aus Rommerskirchen nach Riede gekommen. Sein Vortrag „Das Dilemma der Essensmacher“ schloss sich an ein entspanntes leckeres Frühstück und viel Klönschnack an.

Die Landwirtschaft braucht mehr und kreativere Kommunikation, war der Tenor von Dr. Willi Kremer-Schillings, in den Medien besser bekannt als Bauer Willi: „Ich hab‘ nichts gegen billige Lebensmittel. Nur dagegen, wenn jemand hohe Ansprüche stellt und nichts dafür bezahlen will.“ Er schilderte, wie er über persönliche Erfahrungen mit kritischen Nachbarn dazu kam, sich in der Öffentlichkeit für das Image der Landwirtschaft einzusetzen und wie er hierfür in seinem Kompagnon Alois Wohlfahrt einen kongenialen Partner gefunden hatte. Als Agrarblogger stellt er in seinem Blog www.bauerwilli.com seit drei Jahren fast täglich Thesen und Themen rund um die Landwirtschaft zur Diskussion und hat sich damit mittlerweile auch außerhalb der Landwirtschaft einen Namen gemacht.

Bürger bei der Entwicklung nicht mitgenommen

An dem heutigen Dilemma, das sich aus dem Widerspruch von Erfüllung gesellschaftlicher Forderungen einerseits und dem ökonomischen Überleben andererseits ergibt, sei die Landwirtschaft auch nicht ganz unbeteiligt. „Wir haben unsere Mitbürger nicht mitgenommen auf dem Weg vom bunten Bauernhof mit vielen Tieren und dem Bauerngarten hinterm Haus zur heutigen Wirtschaftsweise, die zunehmend voan der Gesellschaft kritisiert wird.“ Um dieses Dilemma zwischen Vorstellung und Realität wieder kleiner werden zu lassen, empfahl er den Landwirtinnen und Landwirten einen „ernsthaften Dialog mit ihren Mitbürgern“.

Wichtig dabei sei, nicht nur die eigene Sicht der Dinge darzulegen, sondern bei den Gesprächspartnern durch Nachfragen deren Problemlage heraushören, empfahl Bauer Willi. Es sei nachhaltiger, beim Gegenüber einen Prozess des Nachdenkens in Gang zu setzen, als eine kurze, aber heftige Auseinandersetzung über fachliche Details zu führen.

Imagepflege unverzichtbar

Auch die Bäuerinnen und Bauern hätten etwas davon: „Sie erfahren die wirklichen Probleme der anderen und können daraus Schlüsse für ihre tägliche Arbeit ziehen.“ Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege müssten dabei wie ein eigener Betriebszweig gesehen werden, der auch Zeit und Geld kostet. Es gelte Dinge anders zu machen, als man sie bisher gemacht hat. „Es kommt nicht darauf an, woher der Wind weht, sondern wie wir unsere Segel setzen“ gab Bauer Willi den Gästen mit auf den Weg, die ihn mit großem Beifall für seine Ausführungen dankten.

Auch das Resümee der Gastgeber Susanne Bremer und Heiner Ortmann fiel positiv aus: „Es ist herrlich, wir sind heute eine gemischte Gesellschaft, nicht nur Mitglieder, sondern auch die Partner sind dabei.“ - jb

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