Debatte im Rat

Thänhuser Markt: Verzerrt Biomeile den Wettbewerb?

Thedinghausen - Unerwartet umstritten war im Gemeinderat Thedinghausen die geplante „Bio-Erlebnismeile“ auf dem Thänhuser Markt. Die Kritik galt dem Zuschussantrag des Vereins „Kiebitz“, der um 3000 Euro Anschubfinanzierung zu dieser Mitmachmeile für Kinder gebeten hatte.

In „Kiebitz“-Verein sind acht ökologisch arbeitende landwirtschaftliche Betriebe und Direktvermarkter zusammengeschlossen – unter anderem der Hof Meyer-Toms am Schwarmer Kiebitzheideweg und Böse-Hartje in Eißel.

Wenn den acht Betrieben nun die Biomeile komplett aus Gemeindegeldern finanziert werde, bedeute das eine „Wettbewerbsverzerrung“ gegenüber anderen Landwirten, meinte Stefan Schröder (CDU). Denn die Biomeile sei ja auch ein hervorragendes Marketinginstrument für Biohöfe.

Meile ohne Unterstützung der Gemeinde nicht möglich

„Das wäre Werbung für Wirtschaftsbetriebe auf Kosten der Gemeinde“ fasste Diethelm Ehlers (SPD) noch drastischer zusammen. Christdemokratin Karin Bergmann ergänzte, dass etwa die Landfrauen in ihren Stand auf dem Thänhuser Markt ebenfalls einiges investierten und doch nicht von Standgebühren befreit seien. Die „Biomeile“ habe vor allem pädagogische Ziele, betonte hingegen Dieter Mensen (Grüne Liste). Es gehe darum, aufzuzeigen, wo die Milch herkommt und zum Beispiel mit Kindern zusammen auch selbst Käse herzustellen.

Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse wies darauf hin, dass die Bio-Erlebnismeile ohne Beteiligung der Gemeinde wahrscheinlich ausfallen müsse. Ermöglicht werde dieses Mitmachprojekt durch Bremer Fördergelder für die Metropolregion Nordwest und durch Unterstützung aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

„Warum behandeln wir den Kiebitzverein nicht wie alle anderen Vereine?“, hatte Heinz von Hollen (parteilos) eine rettende Idee. Das bedeute dann ein Drittel Bezuschussung, also 1000 statt der beantragten 3000 Euro. Auch Wolfgang Kaib (FDP) hatte zuvor moniert, dass von Vereins-Fördermaßstäben abgewichen werden solle. Arno Thalmann (CDU) brachte noch 1600 Euro als Anschubfinanzierung für die Biomeilen-Premiere auf dem Thänhuser Markt ins Spiel.

Neues Illmer-Bauland: Verwaltung lehnt das ab

So musste über 3000, 1600 oder aber nur 1000 Euro Zuschuss abgestimmt werden. Nachdem die höheren Summen nicht durchzusetzen waren, kam es zur fast einstimmigen Entscheidung für 1000 Euro – bei einer Enthaltung.

In den Bauausschuss verwies der Rat den Antrag von Grundeignern, weitere Flächen nördlich des Baugebiets „Illmer 3“ als Bauland auszuweisen. Die Verwaltung hatte Ablehnen vorgeschlagen – unter anderem, weil durch ein Dutzend weitere Wohneinheiten sich Verkehrsgefahren an der ohnehin schwer einsehbaren Einmündung Am Illmer/Landesstraße noch verschärfen würden.

la

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung / Behr

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