Viele Auskünfte und Werbung für alte Sorten beim Apfeltag auf der Finkenburg

Verrat durch Duft und Innenleben

Eine fast unglaubliche Zahl alter Apfelsorten hatte man auf der Diele ausgestellt, dabei gibt es noch viel mehr. Wer wollte, der konnte hier sein Apfeldiplom ablegen. Foto: Albrecht

Eißel - Von Heiner Albrecht. Wer seine Apfelsorten im Garten nicht kennt, der konnte sich jetzt in Eißel beim Apfeltag der Mosterei Finkenburg durch die Experten Michael Ruhnau und Andreas Kallwitz beraten lassen. Die Experten versuchten dann anhand der mitgebrachten Äpfel, die Sorte herauszubekommen. Wichtig: Eine größere Anzahl von Äpfeln sollte vorgelegt werden.

„Der Apfel sagt mir im Moment nichts.“ Ruhnau dreht diese zwei gelblich, länglichen Äpfel, prüft Stängel und riecht den Apfel. Mit dem Messer wird der Apfel geteilt. „Aha, ich hab es mir, als ich ihn gerochen habe, gedacht. Grahams Jubiläumsapfel“, sagt Ruhnau und wird durch die typische Form der Röhre vom Stängel zum Kerngehäuse bestätigt.

Die Form der beiden Äpfel ist bei dieser Sorte für die Experten doch eher ungewöhnlich. Ruhnau greift unter den Tisch und holt einen Apfel der gleichen Sorte hervor, der runder und dicker ist. Deshalb sind immer mehrere Äpfel pro Sorte wichtig, die den Experten vorgelegt werden. „Das macht uns die Arbeit leichter.“

Leicht ist die nächste Sorte zu bestimmen: Gravensteiner. Ohne Wenn und Aber. „Süß, saftig, lecker“, beschreibt Kallwitz die Sorte und bekommt von seinem Kollegen eine Bestätigung.

Der Apfeltag auf der Finkenburg hatte natürlich noch viel mehr zu bieten als die Apfelexperten. Eine überdimensionale Raupe der Gruppe Stelzenart aus Bremen sorgte am Nachmittag für Kurzweil. Da wurde zudem der Finkenburger Apfelsaft in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten. Erlesene Öle, Suppe, Bio-Eis und Bio-Bratwurst waren zu haben.

Alte Sorten, die unmerklich seit Jahrzehnten aus den Gärten verschwinden. Prinzenapfel, die Kirkes Pflaume oder Muskateller Birne, die viele Jahrhunderte von unseren Vorfahren genutzt, sorgsam gehütet und vermehrt wurden, möchte der Pomologen Verein wieder verstärkt in die Gärten bringen.

Und so einige Gartenbesitzer deckten sich mit Apfel- und Birnbäumen ein. Über eine Apfelernte, die nicht so gut wie in den vergangenen beiden Jahren ausgefallen ist, berichtete Uwe Ciesla von der Mosterei.

Aber die Ernte war auch von Region zu Region verschieden, wie Michael Ruhnau wusste. „Es gibt Gegenden, wo die Fröste im Frühjahr vor allem den Apfelbäumen zugesetzt haben.“

Frühblühersorten waren weniger betroffen, was sehr gute Erträge versprach. Doch dann trug die Trockenheit dazu bei, dass die Bäume die Früchte abwarfen. Für die Mosterei Finkenburg gibt es auch weniger Mosttage. Für Ciesla ein Indiz, dass es weniger Obst gibt. Einen Hinweis hatte Ciesla dann noch im Gepäck. Wer Birnen mosten möchte, sollte sie nicht zu reif ernten. „Wenn sie erst mal runtergefallen ist, eignet sie sich nicht mehr.“

Natürlich durften die jungen Gäste auch beim Saftmachen mit der Handpresse helfen oder ihr Apfel-Diplom erwerben. Auf einem großen Tisch in der Finkenburgdiele waren etliche Apfelsorten für das Diplom ausgestellt und gaben einen kleinen Überblick über die Vielfalt an Apfelsorten.

Dann fragte ein Besucher nach der Apfelsorte Boskop, die er in Supermärkten nicht mehr findet. „Doch den gibt es schon noch. Er ist auch nicht aus der Mode gekommen, denn er eignet sich prima zum Kochen und Backen“, so Ruhnau und animierte zu einem Wochenmarktbesuch. „Dort finden sie ihn bestimmt.“

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