Verein sucht weitere ehrenamtliche Fahrer / Kostenlose Schulung / „Munterer Kreis“

Sogar ein Pilot im Bürgerbus

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Die Fahrer des Bürgerbusses und der zugehörige Vorstand freuen sich auf neue Kollegen.

Samtgemeinde - Es läuft rund – immer mehr Fahrgäste nutzen „Bert“ den Bürgerbus. Im Dezember waren es 511, im Februar sogar 563. Da macht das Fahren richtig Spaß, meinen die 21 Fahrer, die den kleinen Linienbus seit viereinhalb Jahren ehrenamtlich durch die Samtgemeinde steuern.

Jetzt stehen Änderungen ins Haus: Sechs Fahrer wollen im Sommer aus Altersgründen ausscheiden. Deshalb ist Verstärkung vonnöten. „Wer möchte Bert den Bürgerbus fahren?“, fragt Fahrerkoordinator Uwe Heine und ergänzt: „Je mehr Fahrer aktiv sind, desto weniger sind wir im Einsatz.“ Momentan sitzt jeder Fahrer zweimal im Monat hinter dem Steuer.

Voraussetzung für das ehrenamtliche Engagement sind Spaß am Fahren, Führerschein der Klasse 3, ein Mindestalter von 21 Jahren, zwei Jahre Fahrpraxis und die Mitgliedschaft im Bürgerbusverein, der den Bus betreibt. Der Verein schult die neuen Fahrer und übernimmt anfallende Kosten.

„Zweimal im Monat ein halber Tag, das ist nicht zuviel“, meint Klaus Wolff (65), Gründungsmitglied des Vereins, ehemaliger Fahrdienstleiter und Kassenwart sowie Fahrer der ersten Stunde. Ihm ist soziales Engagement wichtig. „Der Zusammenhalt und die Gemeinschaft der Fahrer ist prima. Wir helfen einander, beispielsweise gibt es in Krankheitsfällen immer jemanden, der einspringt“, sagt der Thedinghauser. Sein Wunsch: noch mehr Fahrgäste.

Ebenfalls von Anfang an dabei ist Gabriele Leibfried (66), momentan einzige Frau im Team. Auch sie hat einen Wunsch: mehr Fahrerinnen. „Ich fahre gern Auto und will mich engagieren. Und ich kann meinen Einsatz zeitlich selbst gestalten,“ begründet sie ihre Motivation.

Fritz Bohlmann (67) fährt den Bürgerbus seit rund vier Jahren. Als er in den Ruhestand ging, hatte er ein Ehrenamt gesucht – da kam der Bus gerade recht. „Es ist Abwechslung, denn ich will nicht nur zu Hause vor dem Fernseher sitzen.“ Besonders schätzt der Blenderaner die Gespräche mit Kindern und Jugendlichen.

Ein recht „junger“ Fahrer ist Günter Graef (66) – er fährt seit einem dreiviertel Jahr. Auch er war auf der Suche nach einem Ehrenamt im Ruhestand. „Als wir den Bürgerbus sahen, hatte meine Frau mich gefragt: ‚Ist das nicht was für dich?‘ Ja, das interessierte mich“, erzählt der Rieder. Der ehemalige Pilot war in der ganzen Welt unterwegs. „Erst bin ich den Airbus geflogen, jetzt fahre ich den Bürgerbus“, sagt er lachend und fügt hinzu: „So lerne ich immer mehr Leute kennen; das gefällt mir.“ Und über seine Kollegen: „Ein munterer Kreis, es geht herzlich zu.“

Fahrer in spe, Fred Remmin (64), war ebenfalls auf der Suche nach einem Hobby, als er in den Ruhestand trat. Auch seine Frau brachte ihn auf die Idee, den kleinen Bus zu fahren. „Ich finde es sinnvoll, es Menschen zu ermöglichen, von A nach B zu kommen, gemäß dem Bürgerbus-Motto ‚Bürger fahren für Bürger‘. Außerdem komme ich herum und rede mit anderen Leuten“, sagt der ehemalige Polizist. Momentan wird der Blenderaner eingewiesen – er fährt bei seinen Kollegen mit, um Strecke und Haltestellen kennenzulernen.

Ganz neu im Team ist Wilfried Schubert (65), den Uwe Heine als Fahrer geworben hatte. „Es ist eine interessante Sache. Als Bauhofmitarbeiter bin ich durch die Samtgemeinde gedüst, und das will ich jetzt wieder tun“, sagt der Eißeler. Doch erst einmal stehen Sehtest, ärztliche Untersuchung und Schulung an.

Fahrerkoordinator Uwe Heine informiert unter 04204/ 7800 und 0173/ 2088747 über alles weitere.

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