„Unhaltbarer Zustand“

Busfahrer übersehen Haltestelle in Morsum

Andreas Kühn moniert, dass Autos an dieser unbeleuchteten und schlecht einsehbaren Bushaltestelle viel zu schnell vorbeirasen und Busse manchmal gar nicht halten. Foto: SP

Morsum - „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, schimpf Andreas Kühn. Der Morsumer, der am Wiedbüschenweg wohnt, blickt auf das kleine Bushaltehäuschen an der Landesstraße 203 (Verdener Straße), Richtung Verden.

Denn immer wieder kommt es vor, dass der Bus(fahrer) diese Haltestelle schlichtweg übersieht. „Das passiert im Schnitt zwei Mal pro Woche“, berichtet der Familienvater. „Zuletzt an diesem Freitag.“ Insgesamt fünf Kinder und auch Erwachsene nutzen diese Bushaltestelle. „Meine Tochter Leonie, die sich in der Ausbildung befindet, ist deswegen schon mehrfach zu spät am Arbeitsplatz erschienen.“

Dass die Busfahrer hier nicht anhalten, hat durchaus seinen Grund - für Andreas Kühn ebenfalls ein Ärgernis. „Die Haltestelle liegt direkt an einer viel und schnell befahrenen Straße. „Hier ist zwar Tempo 70, aber die Autofahrer, die nicht Richtung Beppen, abbiegen müssen, rasen hier oftmals mit 100 Sachen und mehr vorbei. Dazu kommt, dass die Bushaltestelle nicht beleuchtet ist.“ Kühn weiter: „Die wartenden Fahrgäste stehen hier im stockfinsteren und sind von den Autofahrern so kaum zu sehen - dies umso mehr, als dass die Haltestelle unmittelbar hinter einem kleinen Wäldchen liegt und so quasi erst in letzter Sekunde von einem Autofahrer zu erkennen ist. Die Leute, die hier stehen, haben schlichtweg Angst.“

Kühn blickt auf die andere Straßenseite (Richtung Thedinghausen). Die dortige Haltestelle ist weithin sichtbar und zudem beleuchtet. „Hier fährt kein Bus durch, ohne zu halten. So müsste es eigentlich auch auf der anderen Straßenseite aussehen. Es kann doch nicht angehen, dass die Wartenden 100 Meter weiter eine derart gefährliche Haltestelle nutzen müssen.“

Kühn hat bereits die Samtgemeindeverwaltung auf das Problem aufmerksam gemacht. Bürgermeister Thomas Metz kam sogar persönlich vorbei. Kühn: „Der meinte, hier würde er seine Kinder auch nicht stehen lassen.“

Thomas Metz dazu auf unsere Nachfrage: „Das stimmt. Ich werde mich der Sache annehmen. Es muss vor allem geprüft werden, inwieweit hier eine Beleuchtung installiert werden kann.“ Frank Bielefeld, Leiter des Thedinghauser Bauamtes, schlägt in die gleiche Kerbe: „Es gibt hier verschiedene Zuständigkeiten zwischen ÖPNV, Landesstraßenbehörde, Gemeinde und Samtgemeinde. Nichtsdestotrotz werden wir die Realisierbarkeit der Montage einer Solarleuchte prüfen. Sicherlich wird sich auch der Bauausschuss noch mit dieser Sache befassen.“

Zum Hintergrund: Besagte Bushaltestelle wurde 2015/16 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle gegenüber des ehemaligen Polar-Werkes installiert, um den dort untergebrachten Flüchtlingen eine annehmbare Verkehrsanbindung an die großen Nachbarorte bieten zu können. Die Flüchtlinge sind jetzt anderweitig untergebracht. Die Bushaltestelle ist geblieben.    sp

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