TSV-Heim-Neubau: Rat vertagt Beschluss

Gemeinde-Drittel reicht längst nicht

Thedinghausen - Auf mittlerweile etwa 580 000 Euro beziffert TSV-Thedinghausen-Vorsitzende Angela Humpich die voraussichtlichen Gesamtkosten für den Neubau des Sportlerheims samt Mehrzweckraum für Reha-Sport und andere Gruppen.

Altin Shala (SPD) riet jetzt auf der Gemeinderatssitzung in Döhlings Gasthaus in Morsum dringend, auch bei diesem Sport-Bauvorhaben nicht vom Prinzip der Drittel-Kostenbeteiligung der Kommune abzuweichen. Sonst seien bald bei ähnlichen Projekten ebenfalls weitergehende Geldforderungen zu erwarten.

Den Mehrzweckraum – Kosten um die 40 000 Euro – bewertete er kritisch als „Bonus“-Objekt des Vereins, der bisher mit rund 200 Aktiven in 20 Übungsgruppen den entsprechenden Raum des TSV Morsum nutzt.

Das Gemeinde-Drittel reicht allerdings bei weitem nicht zur Bau-Finanzierung, denn der TSV Thedinghausen will maximal 100 000 Euro beisteuern, wie Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse mitteilte.

Zudem sei die früher übliche Drittel-Beteiligung des Kreissportbundes nicht mehr gesichert, machte Stefan Schröder (CDU) geltend. Da es sich beim großen TSV aber wirklich um einen in der Bevölkerung verankerten Verein handele, der stark auf Breitensport setze und zudem durch seine Sport-Angebote wertvolle Integrationsarbeit etwa für Flüchtlinge leiste, sei eine höhere Beteiligung der Gemeinde vertretbar. Christdemokratin Angela von Hollen wies auf das geplante erweiterte Angebot des TSV hin. „Die 33 Prozent sind ja auch nicht in Stein gemeißel“, forderte sie ebenfalls großzügigeres Verhalten.

„Unter diesen besonderen Umständen könnten wir vielleicht auf 50 Prozent gehen“, stimmte Harald Hesse zu. Schließlich gehe es um ein vom Verein gepachtetes Gebäude der Gemeinde, zu dessen Instandhaltung diese ohnehin verpflichtet sei.

Noch Geld in eine Sanierung zu stecken, sei allerdings beim Zustand des Gebäudes nicht sinnvoll. Darüber und über den nötigen Neubau seien sich die Politiker nach einem Ortstermin einig gewesen, betonte Dr. Hans-Michael Künnemeyer (SPD).

Anders als beim Reitvereinsantrag gehe es hier wirklich um Breitensport, hob Dieter Mensen von der Grünen Liste hervor. Dr. Daniel Strassner von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) lobte hingegen, dass der Reitverein mit viel weniger Mitgliedern als der TSV bei seinen Vorhaben finanziell mehr selbst gestemmt habe.

Da bisher Vorstellungen vom Verein und den Ratsmitgliedern noch auseinanderklaffen, wurde am Ende im Rat ein Treffen von Vereins- mit Fraktions- sowie Verwaltungsvertretern vereinbart. Dort könne genau besprochen werden, „was machbar ist und was nicht“, erläuterte Bürgermeister Hesse.

Auch der Sportverein müsse sich überlegen, „was er sich leisten kann, wie groß alles werden soll und wie viele Duschen wirklich vonnöten sind“, appellierte Künnemeyer.

Heinz von Hollen als Parteiloser im Rat fand, der TSV könne sich wirklich noch viel stärker finanziell einbringen und verwies „auf einen Speckgürtel aus örtlichen Unternehmern“, die durchaus auch als Sponsoren für den Sportverein in Erscheinung treten könnten.

la

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