Trübe Suppe mit Einlage und Schaumhaube

Vergammelnde Biomasse und Unrat auf der Eyter
in Thedinghausen

Inzwischen hat der Mittelweserverband die vergammelnde Biomasse und den Müll (Bild links) auf der Eyter zwischen Wehr beim Baumpark und den Tennisplätzen im Thedinghauser Zentrum entfernt.
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Vergammelnde Biomasse und Müll auf der Eyter zwischen Wehr beim Baumpark und den Tennisplätzen im Thedinghauser Zentrum.

Thedinghausen – Seit Anfang Mai trieb auf der Eyter in Thedinghausen zwischen Tennisplätzen und Wehr beim Baumpark eine braune Substanz. Dem Anschein nach handelte es sich um eine Mischung aus Schlamm, Algen und Unrat (zum Beispiel Plastikflaschen). An der Fischtreppe lagerte sich die Pampe schaumartig ab.

Ein besorgter Bürger hat die trübe Suppe dokumentiert und seine Fotos an die Unabhängige Bürgerliste (UBL) geschickt. Der Belag löse sich langsam auf und der Müll drifte dann weiter Richtung renaturierte Eyter-Bereiche, so der Bürger weiter. Auch sei ein unangenehmer fauliger Geruch wahrzunehmen.

Die UBL-Fraktionsvorsitzende Gabriele Artelt-Marquardt hat der Gemeinde die Bilder zukommen lassen, verbunden mit der Bitte, „dass der Unrat zügig entfernt und gegebenenfalls analysiert wird, um was es sich bei dieser bräunlichen Substanz handelt“. Scheinbar liege ein „mikrobielles Ungleichgewicht“ vor, welches durch Einflüsse wie zum Beispiel Blätter, Fischkot oder eventuell andere Einleitungen entstanden sei, vermutet Artelt-Marquardt. Sie gibt zu bedenken, dass die Verunreinigung in der Nähe der Kunstwerke entlang der Löwenspur „ein sehr negatives Bild auf unseren Ort werfen“ würde.

Gemeindedirektor Harald Hesse hat sich – mit dem Angebot der Amtshilfe – an die Untere Wasserbehörde gewandt; parallel dazu hat diese Zeitung mit dem Mittelweserverband Kontakt aufgenommen.

Peter Neumann, Geschäftsführer des Mittelweserverbands (MWV), bestätigt zunächst einmal die Zuständigkeit seiner Organisation und nicht der Gemeinde – und gibt nach Ansicht der Fotos Entwarnung. Eine Wasserprobe sei wohl nicht nötig. Vielmehr handele es sich um „Wohlstandsmüll und abgestorbene Biomasse“. Ein etwaiger Eintrag von Gülle würde mit einem Fischsterben einhergehen. Und das liegt, vorbehaltlich der Inaugenscheinnahme vor Ort, nicht vor.

Vielmehr sei die Eyter ohnehin ein trübbraunes Gewässer; durch einen relativ hohen Eisengehalt sei der Fluss meist ockerfarben. Wenn dann auch noch – ganz natürlich – ätherische Öle von Pflanzen oben auf der Oberfläche schwämmen, dächten manche Bürger schon an einen Ölunfall.

„Unsere Jungs fahren hin und kümmern sich drum“, stellte Neumann einen Besuch der Mitarbeiter des Mittelweserverbands für Montag oder Dienstag in Aussicht.

Die Entsorgung des dann Aufzulesenden sei übrigens sehr teuer, weil es sich um Mischgut handelt, eben Müll und Biomasse. „Das Kraut allein zu entsorgen, ist nicht so teuer.“ Darum appelliert Neumann an die „Verbandsmitglieder“, ihren Unrat nicht in die Eyter zu werfen.

Weiter Richtung Schöpfwerk gibt es dem MWV-Geschäftsführer zufolge eine automatische Rechenanlage, die die Biomasse aufnimmt, die dann von den Verbands-Mitarbeitern aufgesammelt wird.

Die Stauung im Thedinghauser Zentrum sei auch auf die höheren Niederschläge der vergangenen Tage und Wochen zurückzuführen, weil das Wasser mehr Material von den Rändern mitführe als in einem trockenen Frühjahr.

Neumann hielt Wort: Am Dienstagnachmittag war der Stau an der Eyter vom Unrat gereinigt.

Der Mittelweserverband hat den Unrat entfernt.

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