Anwohnerin und Hundehalterin Marlies Kassebart setzt sich für Anleinpflicht im Baumpark ein

„Tretminen“ und andere Ärgernisse

Dieses Schild versteht offenbar nicht jeder Hundehalter.
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Dieses Schild versteht offenbar nicht jeder Hundehalter.

Thedinghausen – Marlies Kassebart wohnt in der Nähe des Thedinghauser Baumparks (Arboretum) am Erbhof. Regelmäßig dreht die 66-Jährige mit dem Fahrrad oder zu Fuß mit ihrem Hund ein paar Runden durch den Baumpark. Sie meint: „Dieser Park ist prima. Ich freue mich immer wieder über die vielen Bäume und Gattungen. Außerdem bin ich dankbar, dass es dort mehrere Hundetoiletten gibt, damit die Hinterlassenschaften der vierbeinigen Gefährten regelkonform entsorgt werden können.

Doch eines stört Marlies Kassebart: „Leider ist mir schon häufiger aufgefallen, dass einige Hundebesitzer den Baumpark dazu benutzen, ihre Hunde – hier meine ich zwei oder drei – für 15 bis 20 Minuten aus dem Auto springen zu lassen, damit diese eine kleine Runde drehen und dabei auch ihre Geschäfte erledigen können. Diese freilaufenden Hunde sind dann vom Besitzer, oftmals welche mit fremden Kennzeichen, mit Sicherheit nicht zu kontrollieren. Ich habe seit zehn Jahren einen Hund – und so lange beobachte ich dieses Treiben schon.“

Die Lösung liegt für die Holtorferin auf der Hand, und sie möchte mit ihrer Anregung auch die Verantwortlichen auf den Plan rufen: „Leinenpflicht für den Baumpark.“

Marlies Kassebart erläutert: „Auf dem Gelände befinden sich unter anderem die Boulebahn, Fitnessgeräte und ein Kinderspielplatz. Kinder sind unbedarft und neugierig. Wenn sie sich freilaufenden großen Hunden nähern, geht das nicht immer gut aus. Ganz davon abgesehen, ist es für kleine und große Leute kein Vergnügen, eine Hunde-Tretmine unter den Schuhen zu haben. Außerdem gibt es durchaus Zeitgenossen, die schlichtweg Angst vor Hunden haben.“

Marlies Kassebart berichtet aus ihren Erfahrungen: „Wenn man Hundehalter aus gegebenen Anlass auf die Tüten und Hundeklos hinweist und rät, vielleicht die mitgebrachte Leine auch zu benutzen, hört man merkwürdige Kommentare wie ,Ich zahle doch Hundesteuer’, ,Mein Hund tut nichts’ oder ,Der muss mal richtig Auslauf haben’.“

Sie merkt weiter an: „Für die Angst von anderen Menschen sollte man Verständnis haben, und mit der Hundesteuer hat ein im Baumpark freilaufender Hund definitiv nichts zu tun.“

In dieser Auffassung erhält sie Unterstützung von Perdita Fricke. Die Diplom-Geografin gehört zum Beirat der Baumparkstiftung und ist in der Gemeindeverwaltung unter anderem für Baumparkangelegenheiten zuständig.

Sie meint: „Ich habe selbst erlebt, wie freilaufende Hunde andere Besucher beim Picknick auf dem Rasen ziemlich gestört haben, von den Verunreinigungen ganz zu schweigen. Ich halte die Idee der Anleinpflicht im Baumpark, auch außerhalb der sowieso schon vorgeschriebenen Zeit von April bis Mitte Juli, für komplett richtig.“

Marlies Kassebart weiß, dass es auch etliche Hundehalter gibt, die sich an die Regeln halten. „Das sind meist Leute aus Thedinghausen. Man kennt sich.“

Perdita Fricke führt aus: „Man darf nicht vergessen, dass es sich hier um einen Park handelt, der der Erholung aller dienen soll. In anderen Parks in der Nähe, von Etelsen bis zum Rhododendronpark, müssen Hunde auch angeleint werden. Ganz davon abgesehen wird der Baumpark mittlerweile auch von der Fachwelt und vielen Entspannung suchenden von weit her besucht. Wo hat man schon solch viele Baumsorten auf einem Areal? Für die Experten und andere Besucher aus der Ferne muss der Baumpark auch eine schöne Visitenkarte bleiben. Der Begriff Park impliziert schon, dass es sich hier nicht um eine völlig freie Landschaft handelt.“

Marlies Kassebart und Perdita Fricke verweisen darauf, dass es in unmittelbarer Nähe des Baumparks, beispielsweise entlang der Eyter oder in der Feldmark, genügend Auslaufflächen für Hunde gibt.

Die beiden Damen wollen ihre Anregung jetzt an den Gemeinderat herantragen. Beide betonen: „Ein Aufenthalt in dieser viel frequentierte Oase sollte für alle Besucher ein Vergnügen sein.“  sp

Hunde gehören im Baumpark an die Leine. Das meinen Marlies Kassebart, hier mit ihrem Australian Shepherd „Nika“, und Perdita Fricke, die sich in der Verwaltung um Baumparkangelegenheiten kümmert.

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