Bund der Vertriebenen mit vielfältigem Besuchsprogramm

„Traumata kaum beachtet“

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Zum Abschluss der Besuchstour des BdV wurde das Vertriebenen-Denkmal in Thedinghausen besucht, ganz links Manfred Schettel, rechts daneben Siegfried Schröder.

Thedinghausen - Zu einer Halbtages-Besuchstour hatte der Bund der Vertriebenen (BdV), Distrikt Bremen-Arbergen/Mahndorf, dem auch Mitglieder aus Thedinghausen und Achim angehören, nach Thedinghausen eingeladen.

Distriktleiter Siegfried Schröder hieß zunächst zwanzig Mitglieder an der evangelischen St. Laurentius-Kirche in Achim willkommen, dabei wurde das Vertriebenen-Denkmal an der Kirche besucht.

Siegfried Schröder (Achim) freute sich darüber, dass alle Interessenten fit und gesund angereist waren, denn „das ist für unsere durchweg betagten Mitglieder nicht selbstverständlich“, erklärte er und erinnerte sich: „Als Flucht und Vertreibung aus der Heimat stattfand, waren wir alle Heranwachsende, zumeist Kinder. Unseren Traumata, denen unserer Mütter und unserer glücklicherweise zurückkehrender Väter, hat sich nach den verheerenden Kriegen kaum jemand zugewandt und niemand hat sie ernsthaft beachtet. Jetzt, über 70 Jahre später, erkennen wir Vertriebene aus dem ehemaligen deutschen Osten, dass die Erlebnisgeneration größtenteils dahingestorben ist.

Die Organisationen der Vertriebenen auf Orts- und Kreisebene sind ebenfalls, wie in Verden, Achim, Etelsen und Thedinghausen dahingesiecht. Siegfried Schröder: Und wir müssen betrübt erkennen, dass Flucht und Vertreibung anscheinend generell unsterblich sind.“

Der Ausflug führte zur historischen Perle der Weserrenaissance in Thedinghausen, dem Schloss Erbhof aus dem Jahre 1620. Hier erfuhren die Besucher während einer Führung einiges aus der Zeit, zum Beispiel, dass der evangelische Erzbischof Johann Friedrich von Bremen das Schloss für seine Geliebte Gertrud von Hermeling-Heimbruch errichten ließ.

Eine „Verschnaufpause“ wurde anschließend auf der Straußenfarm Haake in Werder mit einer leckeren Kaffee- und Kuchenrunde eingelegt. Zum Abschluss des Tages besuchten die BdV-Mitglieder das Vertriebenen-Denkmal in Thedinghausen an der Deichstraße. Dieses Denkmal war durch das große Engagement von Manfred Schettel (Thedinghausen) hergestellt worden. Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder hatte ihn für dieses Vorhaben gewinnen können, da Schettel bis zur Auflösung des BdV-Kreisverbandes Verden zusammen mit dem Ortsverband Achim in 2009 Leiter der BdV-Ortsgruppe Thedinghausen war.

Von der Gemeinde wurde das Gelände für die Errichtung des Denkmals zur Verfügung gestellt. 2012 wurde es eingeweiht.

jb

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