Aufrechter Demokrat und kommunalpolitisches Schwergewicht

Thedinghauser Urgestein Hans Schröder wird 90

Hans Schröder, der heute 90 wird, gilt als das Urgestein in Thedinghausen
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Hans Schröder, der heute 90 wird, ist ein absolutes Urgestein in Thedinghausen.

Thedinghausen/Samtgemeinde – Es hätte nicht viel gefehlt, und Hans Schröder könnte, statt es sich in seinem Bungalow in Donnerstedt gut gehen zu lassen, auf einer Ranch in Kanada seinen Lebensabend genießen. Als junger Mann hatte ihn nämlich einmal die Abenteuerlust gepackt und er hatte über eine Auswanderung in den Norden des amerikanischen Kontingents nachgedacht.

So weit kam es dann ab doch nicht – sehr zum Glück für die Gemeinde Thedinghausen und die ganze Samtgemeinde. Denn kaum ein Zeitgenosse hat dem Ort im Laufe seines Lebens seinen Stempel so aufgedrückt, wie Hans Schröder. Das Thedinghauser Urgestein feiert heute seinen 90. Geburtstag.

Auf einem Hof in Donnerstedt mit einem Bruder aufgewachsen, besuchte er zunächst die damalige Volksschule in Dibbersen. „Jeden Tag und bei jedem Wetter drei Kilometer hin und wieder zurück“, erinnert sich der Jubilar an die Zeit zurück, als noch nicht vor jeder Milchkanne ein Schulbus hielt. Es schloss sich der Besuch der Mittelschule in Thedinghausen an. Hans Schröder: „Auch wenn es sich paradox anhört: Das waren, Krieg und Unfreiheit zum Trotz, aus meiner damaligen Sicht schöne Jugendjahre, in der wir Jungs begeistert mitgemacht haben.“

Zur sich anschließenden Gartenbaulehre und den ersten Gesellenjahren gehörten unter anderem Lehrgänge in der Schweiz und Norwegen – sicher auch mit ein Grund für sein Fernweh – siehe Kanada. Doch daraus wurde bekanntermaßen nichts.

Getreu dem Motto, „Bleibe im Lande und nähre dich redlich“ gründete Hans Schröder 1956 an der Rieder Straße in Thedinghausen einen Betrieb, seine eigene Baumschule. Im Laufe der Jahre expandierte das Unternehmen kontinuierlich und hatte bald in der ganzen Region Kunden und einen guten Namen. 1996 übergab er seinen Betrieb, den man getrost als sein Lebenswerk bezeichnen kann, an seine drei Söhne, die heute noch die Firma führen.

Einen nicht unwesentlichen Anteil am Aufbau der Firma und am Zusammenhalt der Familie hatte Ehefrau Anne. „Ihr zu früher Tod im Jahre 2006 hat mich schwer getroffen“, lässt Hans Schröder auch diesen Schicksalsschlag nicht unerwähnt.

Seine anpackende und gleichermaßen ausgleichende Art, seine mitunter durchaus visionäre Denkweise, alles gepaart mit einem Schuss Humor, waren auch in der Lokalpolitik allerbeste Grundlagen. 1970 in die CDU eingetreten, wurde er zwei Jahre nach der Gebietsreform, also 1974, in den Rat der Gemeinde Thedinghausen und in den Samtgemeinderat gewählt. 1979 wurde er zum Bürgermeister gewählt, von 1991 bis 2001 fungierte er zudem als Samtgemeindebürgermeister. In führender Position war er darüber hinaus im Kreistag und im Kommunalverbund engagiert. „Wir haben in dieser Zeit für den Bürger einiges auf die Beine gestellt“, blickt Hans Schröder auf nahezu 30 Jahre Wirken zum Wohle der Allgemeinheit zurück: „Das fängt an bei Schul- und Kindergartenneubauten und geht über den Bau einer Aufbahrungshalle bis hin zu einer stets zeitgemäßen Ausstattung unserer Feuerwehren.“ Eines wurmt ihn allerdings heute noch, nämlich: „Dass wir die Schließung des Krankenhauses nicht verhindern konnten.“ Die vielfältige kommunalpolitische Tätigkeit des aufrechten Demokraten fand schließlich ihre Würdigung in der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.

Als Ruheständler verfolgt er mit wachem Auge das Geschehen in der Welt und in der Region und findet auch in der Kommunalpolitik ein grundsätzliches Haar in der Suppe (das ihn schon lange stört): „Ich halte die Konstruktion einer Samtgemeinde für nicht mehr zeitgemäß. Eine Einheitsgemeinde wäre kostengünstiger und effektiver zu führen.“

Hans Schröder: „Ich bin mit 90 zufrieden und glücklich, wenngleich es mich mitunter nachdenklich macht, dass ich schon so viele Freunde, Bekannte und Weggefährten überlebt habe.“ Alle Gäste der heutigen Geburtstagsfeier, darunter mittlerweile acht Enkel, werden Hans Schröder sicherlich auch weiterhin viel Glück und vor allem Gesundheit wünschen. Und alle wissen, dass Hans Schröder ein „Denkmal“ geschaffen hat, an dem sich noch viele Generationen erfreuen werden: den Baumpark am Erbhof samt zugehöriger Stiftung, der weit und breit seinesgleichen sucht und in den der Jubilar viele Ideen, Zeit und auch Geld eingebracht hat.

Hier, und auch anderswo, will er sich bei Bedarf weiterhin mit Rat und Tat sowie einem großen Erfahrungsschatz einbringen – getreu seinem Lebensmotto (natürlich auf Platt): „Sto fast, kiek wiet und rög di“.  sp

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