Auch nicht wegen Tiefgaragenzufahrt an der Bürgerstraße / Firmen-Geldspende zurückgewiesen

Thedinghauser Rat knallhart: Keine Linde wird geopfert

Das Fällen der vorderen Linde an der Zufahrt zum neuen Mehrfamilienhausbau an der Bürgerstraße hat die Morsumer Firma E&S-Bau beantragt. Sonst sei die Tiefgarage nicht erreichbar. Sie soll über eine Rampe angeschlossen werden
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Das Fällen der vorderen Linde an der Zufahrt zum neuen Mehrfamilienhausbau an der Bürgerstraße hat die Morsumer Firma E&S-Bau beantragt. Sonst sei die Tiefgarage nicht erreichbar. Sie soll über eine Rampe angeschlossen werden.

Thedinghausen – Auch das Angebot, als Ersatz für eine zu fällende Linde Bäume ganz in der Nähe neu anzupflanzen, überzeugte die große Mehrheit im Thedinghauser Gemeinderat nicht. Einstimmig bei nur drei Enthaltungen wandte er sich jetzt gegen den entsprechenden Vorschlag des Bauamts.

„Diese drei neuen Bäume bringen nicht die gleiche Sauerstoffproduktion wie der eine große alte“, machte etwa Dieter Mensen von der Grünen Liste geltend.

Die Firma E&S-Bau hatte das Fällen der Linde an der Bürgerstraße 1 beantragt, wo der Neubau eines Mehrfamilienhauses mit zehn Wohneinheiten und einer Tiefgarage schon weit vorangeschritten ist. Einer Rampe als Zufahrt sollte der Baum weichen, weil die Garage sonst nicht erreichbar sei. Neben der Übernahme der Kosten für die Neupflanzungen hatte das Unternehmen der Gemeinde eine Spende von 1 000 Euro für weitere Baumpflanzungen in Aussicht gestellt. Das Bauamt hatte als Standort für „drei große Bäume“ zur Kompensation für die gefällte Linde den Grünstreifen des Rathaus-Parkplatzes vorgeschlagen.

Nicht nur dieser Vorschlag stieß auf Ablehnung. Auch die Spende, über die Samtgemeindebürgermeisterin Anke Fahrenholz den Rat unter dem Punkt „Annahme von Zuwendungen“ noch einmal routinemäßig informierte, wurde mehrheitlich, zuweilen mit Entrüstung, zurückgewiesen. Normalerweise werden mitgeteilte Zuwendungen kommentarlos durchgewinkt.

Mit etwa „60 Benutzungen“ der Tiefgarage sei täglich zu rechnen, wenn das Mehrfamilienhaus bewohnt ist, erläuterte Bauamtsleiter Frank Bielefeld. Falls der Baum bleibe, wäre möglicherweise die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet. Allerdings sei auf dem Bauplan auch nicht erkennbar gewesen, dass es dort eine Linde gebe.

Während Daniel Strassner von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) kein Problem darin sah, sie zu entfernen, vermutete Mensen eine bekannte Methode dahinter, „erstmal zu bauen“ und dann erst ins Auge zu fassen, ob vielleicht Bäume im Wege stehen. Er befürchtete sogar eine Salamitaktik, der nach und nach auch weitere Linden am Straßenabschnitt vor dem Wohnbau zum Opfer fallen könnten.

Keine Mehrheit fand der von Ralph Landwehr (CDU) gestellte Antrag, die Entscheidung übers Fällen zu vertagen und der Baufirma Gelegenheit zu geben, Alternativlösungen für den Ausbau der Zufahrt vorzulegen. Heinz von Hollen von der FDP-Gruppe hielt es für möglich, zwischen den Grundeigentümern „private Lösungen“ zu vereinbaren. Diethelm Ehlers (SPD) wies auf eine Bremer Lösung bei problematischen Zufahrten von größeren Wohnbauten hin. Dann müsse eben „ein Einweiser“ Garagennutzern zeigen, „wie man da reinkommt“.  la

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