Aufbruchstimmung muss her

Thedinghauser Ortskernentwicklung: Hamburger Planungsbüro führt erste Gespräche

Die Potenzialfläche westlich der Syker Straße in Thedinghausen von der Boltenhornstraße aus fotografiert
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Die Potenzialfläche westlich der Syker Straße in Thedinghausen von der Boltenhornstraße aus fotografiert.

Thedinghausen – Das Projekt Ortskernentwicklung Thedinghausen kommt langsam ins Rollen. Anfang Oktober hat es ein erstes Vor-Ort-Treffen des gleichnamigen Arbeitskreises mit dem Hamburger Planungsbüro Convent Mensing gegeben. Dessen Geschäftsführer Klaus Mensing sah sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Parteien sowie der inzwischen amtierenden neuen Samtgemeindebürgermeisterin Anke Fahrenholz und Bauamtsleiter Frank Bielefeld unter anderem die Hauptgeschäftsstraße an.

Das Büro soll den Entwicklungsprozess begleiten und moderieren. Neben der Politik sollen dabei auch der Einzelhandel sowie – später – die Bürgerinnen und Bürger in Workshops ihre Vorschläge einbringen können.

„Die Braunschweiger Straße sieht nicht gut aus“, urteilt Mensing auf Nachfrage dieser Zeitung. Er spricht damit die Leerstände an, aber auch die fehlenden Parkmöglichkeiten und die Verkehrssituation.

Es ging in dem Gespräch aber auch um die Potenzialfläche westlich der Syker Straße. Herausgekommen sind dabei Mensing zufolge bislang Ideenansätze. So könnten sich dort vielleicht Handel und Gewerbe ansiedeln, reines Wohnen ist nicht angedacht. Stichpunkte seien auch ein Seniorenwohnpark und eine Waldheim-Wohngemeinschaft gewesen. „Dafür bedarf es aber auch Investoren“, gibt der Diplom-Geograf zu bedenken.

Das Zeitfenster, bis dort irgendetwas steht, sei groß. Im Raum stehen demnach 10 bis 20 Jahre. Die Fläche sei ja noch nicht einmal in Besitz der Gemeinde. Dann müsse sie beplant und bebaut werden. Auch die Zukunft und Einbindung des Bahnhofs müsse bedacht werden. Kurzum: alles sei noch „völlig offen“.

Kurzfristig empfiehlt Mensing, den Blick auf den Bestand zu richten. So schwebt ihm vor, in die leeren Ladenlokale könnten für eine Probephase Start-ups einziehen, die ein besonderes Angebot vorhielten, zum Beispiel aus den Bereichen Mode, IT-Support oder Kulinarik. Miete und Nebenkosten für diese sogenannten Pop-up-Stores trägt die Gemeinde. Diese Idee hat Mensing sehr erfolgreich mit der dortigen Wirtschaftsförderung in der „Probierstadt Verden“ umgesetzt. Vier Geschäfte hätten sich über die Probephase hinaus gehalten, berichtet Mensing.

Nun, Thedinghausen ist nicht Verden. Und wenn die Eigentümer nicht mitspielen, kann auch die schönste Idee für einen Pop-up-Store nichts helfen. Doch zumindest verfügt die Gemeinde Klaus Mensing zufolge über Finanzmittel. Wie berichtet, fließen aus dem Landes-Programm „Perspektive Innenstadt“ 345 000 Euro für Maßnahmen, „die aber bis 2023 umgesetzt sein müssen“, so Mensing. Wichtig sei, eine „Aufbruchstimmung“ zu erzeugen.

Neben den Pop-up-Stores seien auch kleinere kosmetische Eingriffe dienlich, um die Mitte zu vitalisieren, und sei es nur, dass alte Blumenkübel weggeschafft würden. Und um die Parkplatzsituation zu verbessern, sei es womöglich ratsam, dass eine Gemeinde auch mal eine Immobilie kaufe, sie abreiße und dann Stellflächen schaffe, „damit die Leute mit dem Auto zum Einkaufen fahren können“.

Die Gemeinde steht also am Anfang eines – zumindest auf das Gebiet westlich der Syker Straße bezogen – langwierigen Prozesses. Am Dienstagabend sollte dann ein Workshop mit den Gewerbetreibenden und Einzelhändlern stattfinden. Daraus wollte Mensing weitere Ideen mitnehmen, wohin der Hase laufen könnte. In einem weiteren Schritt sollen dann die Bürgerinnen und Bürger ihre Vorschläge in die Diskussion einbringen können. Dazu sei es aber notwendig, dass schon ein gewisses Grundgerüst feststehe. „Bei solchen Bürgerbeteiligungen kommen ja die tollsten Vorschläge. Ich kann aber da nicht 100 Karten mit Ideen aufschreiben, die nicht umsetzbar sind“, so Mensing.

Die Presse war übrigens weder zum ersten Gespräch mit dem Arbeitskreis Ortskernentwicklung noch zu dem Treffen am Dienstagabend mit der Gemeinschaft der Selbstständigen beziehungsweise dem Einzelhandel eingeladen. Bauamtsleiter Frank Bielefeld hielt sich auf Nachfrage ebenfalls bedeckt: Es gebe noch nichts zu berichten.

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