Was es früher einmal alles gab

Neuer Bildkalender beleuchtet Thedinghauser Geschichte

Peter Dorsch hat wieder einen interessanten historischen Kalender für Thedinghausen herausgebracht, der ab sofort erhältlich ist.

Thedinghausen - Auch für 2018 gibt es wieder einen Kalender mit historischen Aufnahmen aus Thedinghausen. Unter dem Motto „Wer erinnert sich noch…? Verschwundene Gebäude in Thedinghausen“ hat Peter Dorsch in Zusammenarbeit mit der Kalender-Manufaktur Verden wieder einmal schöne und interessante Motive aus seiner umfangreichen Sammlung zusammengestellt.

Dorsch weist auf eine Besonderheit hin: „Auffällig ist, dass sich unter den nicht mehr existierenden, aber ehemals ortsprägenden Gebäuden zahlreiche Gasthöfe und Hotels befanden. Allein am Ortseingang zwischen Eyterbrücke und jetzigem Rathaus gab es Anfang des 20. Jahrhunderts vier gastronomische Betriebe. Hinzu kamen im Ortszentrum noch der Braunschweiger Hof, die Bahnhofsgaststätte und das Gasthaus Schröder. Davon hat nur der Gasthof Niedersachsen überlebt. Das zeigt, dass die Kommunikation und das gesellschaftliche Leben in der Zeit ohne Telefon, Fernseher und Internet überwiegend in den „Kneipen“ stattgefunden haben muss.“

Der Heimatverein Thedinghausen hat zu diesem Thema übrigens eine umfangreiche Ausstellung anlässlich des letzten Thänhuser Marktes gezeigt. Sie ist jetzt in der Remise beim Erbhof zu sehen.

Folgende Gebäude sind auf dem Kalender als Postkartenmotive oder Fotos aus den 60er Jahren zu sehen:

Das erste Bild zeigt den Gasthof Brüns (besser bekannt als „Brüns Marie“) mit der alten Eyterbrücke. In den 60er Jahren war es das Domizil von Kessel 50, dem Vorläufer des jetzigen Jugendzentrums.

Gegenüber auf der anderen Eyterseite lag Trantel‘s Gasthof, eine ehemalige Zollstation, mit Hotel- und Saalbetrieb sowie Kegelbahn. Überregionale Bekanntheit erlangte es in den 70er Jahren als Nachtclub „Top Secret“.

An der Einmündung der Straße zum Sportplatz lag der alte Kindergarten. Dieser ist eng mit dem Namen der langjährigen Leiterin „Tante Anneliese“ (Heinemann) verbunden. Vorher diente das Gebäude als Amtskasse.

Imposantes Hotel Meyerholz

Den wenigsten bekannt, weil bereits in den 30er Jahren abgerissen, dürfte das Hotel Meyerholz sein. Es lag im sog. „Grimm‘s Park“ zwischen Denkmal und jetzigem Rathaus. Es war ein imposantes Gebäude und war u.a. Station der Postkutsche nach Achim.

Der größte Arbeitgeber in Thedinghausen waren jahrelang die Roland-Werke F. Waldmann. Nachdem das Werk in Hemelingen abgebrannt war, siedelte man 1939 nach Thedinghausen an den damaligen Ortsrand um. Aber auch hier hielten zahlreiche Brände die Feuerwehr und die Anwohner immer wieder in Atem. 1973 zog die Firma nach Achim um. In einigen Hallen ist heute der Bauhof untergebracht. In unmittelbarer Nähe stand bis 1973 die Wülber‘s Mühle.

Die Filiale der Braunschweigischen Staatsbank war in einem umgebauten Fachwerkhaus untergebracht. Nach der Übernahme durch die Kreissparkasse entstand hier zuerst ein Flachdachbau und später das jetzige moderne Gebäude der Kreissparkasse Verden.

Als „erstes Haus am Platz“ galt lange Jahre das Hotel Braunschweiger Hof der Familie Häfker. Nach einem Besitzerwechsel und die Umbenennung in „Mythos Palace“ bedeutete eine vorsätzlich herbeigeführte Explosion mit drei Toten Hotelgästen im Jahr das jähe Ende des Traditionsbetriebes.

Etwas abseits der Hauptstraße hinter dem Sportplatz an der Einmündung der Kleinen Eyter in die Eyter befand sich die Badeanstalt. Wegen des regelmäßig auftretenden Hochwassers wurde der Holzbau auf Betonpfähle errichtet. Es gab ein Nichtschwimmerbecken, einen Sprungturm und einen Kiosk.

Bahnhof wurde 1910 errichtet

Im Rahmen des Ausbaus der Kleinbahn von Bremen-Huchting nach Thedinghausen wurde im Jahre 1910 der Bahnhof errichtet. In der Blütezeit nach dem zweiten Weltkrieg war diese Bahnstrecke eine der wichtigsten Verbindungen nach Bremen und es wurde neben Personen und Güter auch die Post befördert. 1955 wurde der Personenverkehr aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

Ein stattliches Anwesen war der Gebäudekomplex des Gutshofs Grimm (vorher Poggenburg und Handelshaus Gudewill). Er umfasste das Herrenhaus (jetzt Rathaus), das Packhaus (jetzt Rathausnebengebäude) sowie die hufeisenförmig angelegten Wirtschaftsgebäude mit dem Taubenturm in der Mitte.

Von einer kleinen Ortsmolkerei zu einem der größten Schlagsahnehersteller Norddeutschlands (Thedinghauser Sahne) hatte sich im Laufe der Jahre die Molkerei in Thedinghausen entwickelt. Aus wirtschaftlichen Gründen musste Ende der 90er Jahre die Produktion eingestellt werden.

Als typisch norddeutsch galt das Strohdachhaus von Lisbeth Seebers in der Hägerstraße. Hier schien die Zeit stehengeblieben zu sein.

Der druckfrische Kalender, der sich besonders gut als Weihnachtsgeschenk eignet, ist ab sofort zum Preis von 18 Euro bei Papeterie Buch & Medien Lange und „Tee und so“ erhältlich.

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