Thedinghauser Heilpraktikerin Eva-Maria John mit Hilfstransport in Lesotho unterwegs / Vortrag am 9. September

Schon ein Apfel beglückt die Kinder

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Eva-Maria John mit ihren afrikanischen „Patenkindern“.

Thedinghausen - „Es waren unendlich viele Kinder in der Aula und es war mucksmäuschenstill. So etwas kenne ich aus Deutschland gar nicht“, erzählt Eva-Maria John von ihrem Aufenthalt im afrikanischen Lesotho.

Die Heilpraktikerin aus Thedinhausen hat schon oft ihre Verwandten in Südafrika besucht und dort bei einem ihrer Besuche die Arbeit der deutschen Kinderärztin Dr. Irina Andre-Lang kennen gelernt, die seit vielen Jahren in Südafrika lebt und arbeitet. Die Kinderärztin hatte einige Jahre zuvor die High School Pitseng in Lesotho besucht und war entsetzt über die Armut und den elenden Zustand an dieser Schule. Eva-Maria John weiß: „Die Kinder dort hatten nicht einmal Decken, um sich in den eiskalten Räumen im Winter zuzudecken.“

Als erstes kaufte die engagierte Ärztin seinerzeit gemeinsam mit ihrer Schwester 300 Wolldecken. Die Kinder waren total glücklich. Das war der Anfang. In Deutschland gründeten die beiden Schwestern den Verein „yes we care“, um Patenschaften für die Kinder und Schule zu organisieren. Zweck des Vereins ist die Förderung von Kindern im südlichen Afrika, insbesondere in Lesotho. Diese Kinder brauchen spezielle Hilfe, weil sie besonders hart von der Aids-Epidemie betroffen sind. Viele habe ihre Eltern durch Aids verloren. Außerdem ist Lesotho mit eines der ärmsten Länder der Welt und kann die Folgen dieser Katastrophe finanziell nicht abfangen.

Im März dieses Jahres hat der Verein zum achten Mal einen Hilfstransport nach Pitseng in Lesotho durchgeführt, mit Tonnen von Schulkleidung, Schulmaterial, Toilettenartikel, Schulranzen, Decken, Medikamenten und vielen Extras wie Kuscheltiere, Spielsachen, Obst und Süßigkeiten. Auch Eva-Maria John war in diesem Team dabei. Die Heilpraktikerin begleitete diesen Hilfstransport schon zum zweiten Mal vor Ort. Sie ist, wie die anderen mitreisenden Gäste aus Deutschland auch, Patin und unterstützt mehrere Schülerinnen und Schüler. Hunderte von Gymnasial- und Grundschüler haben auch dieses Mal wieder von den Hilfsgütern profitiert.

Nach einer zweitägigen Reise von Südafrika in die Berge von Lesotho kam der Hilfstransport unbeschadet an. Es war eine abenteuerliche Reise für die an Autobahnen gewöhnten Gäste. Schon auf der Straße zur High School wurde der Transport freudig begrüßt.

Eva-Maria John berichtet: „Mit großem Eifer haben die großen Jungen die Anhänger abgeladen und die vielen notwendigen Dinge in der Aula verteilt. Sehnsüchtig wurde die Schulkleidung erwartet, weil Schuhe zu klein oder defekt waren oder die Kleidung zerschlissen. Es war erstaunlich anzusehen, mit welchem Appetit ein einziger Apfel von den Kindern genossen wurde, denn es mangelt an Obst und Nahrung in diesem kargen, armen Land auf 2000 Meter Höhe.“

Eva Maria John schildert weiter ihre Eindrücke: „Die Bescheidenheit der Kinder ist unglaublich. Sie sind bei den kargen Mahlzeiten mit Maisbrei, mitunter mit etwas Kohl, zufrieden. Sie essen im Stehen und mit den Fingern – und sehen trotzdem wohlgenährt aus. Trotz ihrer Armut strahlen sie Zufriedenheit und Weichheit aus.“

Dr. Irina Andre-Lang hat über ihr außergewöhnliches Leben als Kinderärztin in Südafrika und über ihr Engagement gemeinsam mit dem Journalisten Harald Rast ein Buch geschrieben „Kap meiner Hoffnung“ Sie hat bereits zahlreiche Vorträge über die Lage in Südafrika und Lesotho gehalten. Ihre Lesungen werden durch lebendige, emotionale Bilder bereichert.

Nun kommt sie auch, durch Vermittlung und Unterstützung von Eva-Maria John, nach Thedinghausen. In ihrem Vortrag am Mittwoch, 9. September, um 19.30 Uhr im Renaissance-Saal des Erbhofes wird Dr. Irina Andre-Lang in ihrer lebendigen Art in einer Powerpoint Präsentation über Lesotho berichten. Ganz besonders über die Situation der Kinder, die von Armut und teilweise von Aids betroffen sind und von „yes we care“ unterstützt werden.

Eva-Maria John: „Der Eintritt ist frei, gerne werden Spenden entgegen genommen, um dieses sinnvolle Projekt weiterhin zu unterstützen. Die durch ihren Auftritt erlösten Spenden und den Buchverkauf vor Ort kommen direkt dem Projekt, also den bedürftigen, von Aids betroffenen Kindern zugute. Das Geld ist gut angelegt, denn Dr. Irina Andre-Lang engagiert sich seit Jahren mit viel Herzblut für diese Kinder.“

mg/sp

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