Einbußen in der Gastronomie im umsatzstarken Dezember

Inhaberpaar des Fährhauses „Am Streek“ in Thedinghausen beklagt 2G-plus-Vorgabe – und testet selbst

Corinna Peters vom Fährhaus „Am Streek“ bietet auf Wunsch ein Testkit an. Die Gäste warten dann im geheizten Zelt auf das Ergebnis.
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Corinna Peters bietet auf Wunsch ein Testkit an. Die Gäste warten dann im geheizten Zelt auf das Ergebnis.

Thedinghausen – Das Plus reißt schon jetzt ein Minus in die Kasse: Die 2 G -plus-Vorgabe der niedersächsischen Corona-Verordnung, wonach auch Grundimmunisierte und Genese einen Test machen (lassen) müssen, bevor sie ein Lokal aufsuchen, trifft viele gastronomische Betriebe – wie berichtet – ins Mark.

So haben auch Corinna und Jens Peters vom Fährhaus „Am Streek“ an der Weser bereits in der vergangenen Woche etliche Absagen für Tischreservierungen vor dem und für das Wochenende erhalten. Auf 20 Prozent schätzen sie die Storno-Quote für das Weihnachtsfest. Dabei müsste das alles nicht sein, findet das Ehepaar.

„Mit 2 G war alles in Ordnung“, so Corinna Peters. Die meisten ihrer Gäste, traditionell ein älteres Publikum, das die gutbürgerliche Küche im Fährhaus zu schätzen weiß, seien geimpft gewesen. Doch die zusätzlich angeordnete generelle Testpflicht – auch für Geimpfte und Genesene – habe zu den Absagen geführt. Die halbe Rolle rückwärts der Landesregierung, dass geboosterte Geimpfte von der Testpflicht befreit sind, habe nur zu noch mehr Verwirrung geführt.

„Man kann einer älteren Person nicht zumuten, sich irgendwo in die Kälte zu stellen, um sich testen zu lassen“, sagt Corinna Peters. Es gebe einfach zu wenig Möglichkeiten dazu. In der Samtgemeinde sind jetzt sukzessive wieder Testmöglichkeiten angelaufen, wie gemeldet montags, mittwochs, freitags und sonntags im Gesundheitszentrum an der Syker Straße 6 in Thedinghausen sowie täglich in Blender beim Therapiezentrum. Doch auch das ist mit Wartezeiten und Terminvereinbarungen verbunden, die manchen Gast von einem Restaurantbesuch abhalten dürften.

Schlaraffenland: gebratene Gänse und Enten to go.

Darum hat das Ehepaar Peters kurzerhand ein eigenes Testzelt aufgebaut, in dem sich die 2 G-Kundschaft testen kann. „Wir stellen auf Wunsch ein Antigen-Schnelltest-Set gegen eine Spende“, so Gastronomin Peters. Die Leute könnten aber auch ihre eigenen Tests mitbringen. Wichtig ist aber, dass der Abstrich unter Aufsicht vorgenommen wird. Das muss die Chefin nämlich dokumentieren. Strandkörbe, Bänke und Kerzen sowie ein Heizstrahler im Zelt lassen die kurze Wartezeit auf das Testergebnis im Nu verfliegen.

Für das Ehepaar, das von ähnlichen Erfahrungen, aber auch (Test-)Angeboten aus dem Kollegenkreis zu berichten weiß, sind die Stornierungen also alles andere als notwendig. „Wichtig ist, dass die Menschen aufgeklärt werden“, sagt Corinna Peters.

Sollte es aber doch im umsatzstarken Dezember- und Weihnachtsgeschäft zu weiteren Absagen kommen, was den Restaurantbesuch angeht, hat Jens Peters vorne an der Achimer Landstraße ein Schild aufgestellt. Darauf werden die Gäste informiert, dass sie gebratene Gänse und Enten auch abholen können. Denn das Geflügel werde ja trotzdem geliefert. Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn die Gastronomie lebt vom Getränkeumsatz.

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