Auch freie Träger in Not

Zuweisungen des Landes reichen nicht für kostenlose Kindergartenunterbringung

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Auch die Kindergärten in freier Trägerschaft sind auf ausreichende Zuschüsse aus Hannover angewiesen. 

Thedinghausen/Wulmstorf – Die Gemeinden, darunter auch Thedinghausen, Blender, Riede und Emtinghausen, stehen derzeit vor großen finanziellen Herausforderungen, was die Finanzierung der Kindergartenplätze angeht.

Wie berichtet, reichen die Zuschüsse des Landes für die eingeführte kostenlose Nutzung dieser Betreuungseinrichtungen nicht aus – wobei nicht nur die Samtgemeinde Thedinghausen, sondern auch viele andere Städte und Gemeinden von diesem Problem betroffen sind. Aber die Kommunen haben grundsätzlich einen Vorteil. Sie haben die Möglichkeit, diese Defizite auszugleichen – wenn auch mit großen Bauchschmerzen, notfalls über Kredite, und auf Kosten anderer wichtiger Vorhaben.

Diese Möglichkeit haben die freien Träger aber nicht. Und genau darum wurde dieses Thema auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses der Gemeinde Thedinghausen erörtert.

Von der Wulmstorfer Kindergruppe lag ein Antrag auf Erhöhung des Personalkostenzuschusses vor. Zum Hintergrund: Die seit Kurzem und künftig vom Land (über die Gemeinde) überwiesenen Mittel fallen niedriger aus, als die bisher „kassierten“ Landeszuschüsse und Elternbeiträge. Hinzu kommt bei der Wulmstorfer Kindergruppe noch, dass die langjährige Leiterin Verena Garscha nach diesem Kindergartenjahr in den Ruhestand wechselt und auf dem hart umkämpften Markt für Erzieherinnen und Erzieher ein Ersatz gefunden werden muss. Das dürfte nur gelingen, wenn die neue Leitung (anders als Garscha) auch adäquat bezahlt wird. Dazu Leiterin Verena Garscha auf unsere Nachfrage: „Wenn keine zusätzlichen Gelder fließen, bekommen wir ernsthafte Probleme. Aber ich gehe davon aus, dass wir nicht im Regen stehen gelassen werden.“

Im Sozialausschuss wurde zu dieser Problematik noch keine abschließende Entscheidung getroffen. Das ganze Paket wurde an den Gemeinderat verwiesen – auch mit der Aufforderung an die betroffenen Kindergärten, ihre Kosten genauer aufzuschlüsseln.

Als freier Träger (Verein) treten in der Samtgemeinde außer der Wulmstorfer Kindergruppe auch der Waldkindergarten „Holtkinners“ und die Lebenshilfe an der Schulstraße auf. Vom Waldkindergarten liegt, so die Auskunft der Verwaltung, noch kein Antrag in dieser Sache vor. Es wird aber damit gerechnet, dass dieser folgt. Die Lebenshilfe ist fein raus. Mit dieser Institution hat die Gemeinde einen Defizitvertrag geschlossen.

Auch die Werder-Wichtel mit ihren diversen Gruppen sind aufmerksam geworden. Der Verein hat beantragt, dass die Gemeinde künftig die Kosten für Zöglinge übernimmt, wenn diese im Laufe der Unterbringungszeit drei Jahre alt werden – und somit in den kostenlosen Status fallen. Der Sozialausschuss sendete positive Signale in Richtung Wichtel. Allerdings ist die Gegenfinanzierung durch das Land hier nicht gesichert. Das letzte Wort hat auch hier der Rat.

Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse, gleichzeitig Gemeindedirektor in allen Gemeinden, will sich mit der Situation nicht abfinden. „Wir stehen über den Städte- und Gemeindebund, zusammen mit anderen Kommunen, bezüglich der Finanzierung unserer eigenen Kindergärten und auch der freien Träger in Verhandlungen mit dem Land, das diese Regelung schließlich beschlossen hat. Ich hoffe, dass es hier zeitnah eine befriedigende, sprich kostendeckende, Lösung geben wird. Sollte das nicht der Fall sein, wäre man unter Umständen sogar gezwungen, den Staatsgerichtshof anzurufen.“

Der Weiterbestand der privaten Träger im Kindergartenbereich steht für Harald Hesse außer Frage. „Notfalls müssen wir hier Mittel im Zuge der Härtefallregelung beantragen.“ Hesse weiß, dass die Gemeinden auf die freien Träger angewiesen sind, denn sie füllen eine wichtige Lücke – die sonst die Gemeinden (teurer) schließen müssten.   sp

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