Theatergruppe Wulsmtorf: Noch Karten für Aufführungen

Liebestolle Frauen auf der Jagd nach Wotan

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Wotan (Helmut Lührs) wird hier gleich von drei Damen verwöhnt. Am Wochenende gibt es den humorvollen plattdeutschen Schwank noch einmal zu sehen. 

Wulmstorf/Intschede - Die zehnjährige Celin Bielefeld und ihr Partner Malte Szczes hatten gerade mit ihrem kleinen Sketch die Vorstellung des plattdeutschen Dreiakters „Dree neede Froons för Wotan“ von Bernd Spehling, die Wolfgang Binder ins Plattdeutsche übersetzt hat, eröffnet, da platzte aus dem hinteren Bereich der Halle der Gemeinschaftsanlage Intschede, in der die Wulmstorfer Theatergruppe spielte, ein sogenannter Herr Schaller (Torsten Mai) herein und bot im Zuschauerbereich eine Seniorenwohnung an.

Diese Inszenierung gehört zum neuen Stück der Wulmstorfer. Das Zimmer wurde dann widerwillig von Wotan (Helmut Lührs) belegt. Eingefädelt hatte es dessen Sohn Maurice (Martin Kleemeyer), der seinen Vater nicht zutraute, allein zurecht zu kommen, nachdem ihn Ehefrau Sylvia (Marlies von Hollen) verlassen hatte. Da in diesem Haus ausgerechnet drei liebestolle Frauen mit sehr unterschiedlichem Charakter wohnten, geriet Wotan fortan auf die Überholspur des Lebens.

Kniefreie Röckchen, Schlückchen Sekt und aufreizende Bekleidung machten Emily (Petra Reicksmann) unwiderstehlich. Aber auch Ella (Heike Meyer) die immer in ihren schrillen Outfits daher kam und ihre Hippievergangenheit nicht leugnete und von einer Demo zur nächsten unterwegs war, hatte es auf Wotan abgesehen. Und dann war da noch die Medikamententesterin Elke, die manchmal auch eine Überdosis „einwarf“ – toll gespielte von Eike Lührs, die zudem eine Maske erhielt, die diese Person noch um einiges aufwertete.

Wotan hoffte aber immer noch, dass seine Frau zurückkommt. Ihren Jagdtrieb wieder gefunden, taucht Sylvia als verkleideter Schornsteinfeger auf und spioniert die Szenerie aus. Ständig wechselnde Kostümierung und eine helle, gut dekorierte Bühne sorgten dafür, dass das Publikum oft zum Lachen kam und Szenenapplaus spendete.

Libido-Pillen zeigen Wirkung

Libido-Pillen für Frauen in einem Glas Wasser aufgelöst, verfehlten bei Wotan nicht ihre Wirkung. Leicht bekleidet überstand er die Nacht mit ziemlichen Nachwirkungen. Der Vorhang fiel nach dem dritten Akt. Komisches Ende. Nein, wie schon von Moderator Alfred Gehrke angekündigt: „Ruhig bleiben, es geht noch weiter“ – und hier löste sich die Geschichte letztlich auf.

Ob Wotan aber zu seiner Frau zurückkehrte oder bei den Ladys blieb, wurde offen gehalten. Zumindest hat er seine Lektion im Lady Hort gelernt. Wer dieses sehr amüsante Stück, gespickt mit vielen kleinen Spitzen und Pointen noch sehen will, muss sich beeilen. Es gibt noch Karten für vier Vorstellungen – am morgigen Freitag, 19. Januar, um 20 Uhr, am Samstag, 20. Januar, einmal um 14.30 Uhr mit Kaffee und Kuchen und die Abendveranstaltung um 20 Uhr sowie die letzte Vorstellung am Sonntag, 21. Januar, noch mal mit Kaffee und Kuchen ab 14.30 Uhr. Gespielt wird immer in der Intscheder Gemeinschaftssportanlage. Die Tages- beziehungsweise Abendkasse ist geöffnet.

ha

www.wulmstorfer-theatergruppe.de

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