Endlich mal eine schöne Tablette

Theatergruppe von Polyhymnia Holtum-Marsch erfreut mit Komödie „Krakeel in"n Olenhuus“

Bei der schlüpfrigen Komödie „Krakeel in'n Olenhuus“ geht es hoch her – zur Freude des Publikums
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Bei der schlüpfrigen Komödie „Krakeel in"n Olenhuus“ geht es hoch her – zur Freude des Publikums.

Holtum-Marsch – Nach der Zwangspause im vergangenen Jahr haben die Akteure der Theatergruppe des Gemischten Chores Polyhymnia Holtum-Marsch auf die neue Spielzeit und die Premiere des Zweiakters „Krakeel in"n Olenhuus“ hingefiebert. Unter Beachtung der geltenden Regeln wurden am Sonntag auf Klinker’s Diele von den möglichen 150 Plätzen lediglich 100 angeboten.

Und die Organisatoren hatten sich für 2 G mit Maskenpflicht bis zum Sitzplatz entschieden.

In der Inszenierung von Regisseur Johann von Salzen wird das Publikum in ein Altenheim entführt, in dem die Bewohner Otto (gespielt von Rolf Thies) und Rudi (Wilfried Henke) für allerlei Wirbel sorgen. Man nimmt gleich teil am morgendlichen Ritual der Rentner mit ihren Weh-Wehchen und Nörgeleien. Die resolute Krankenschwester Monika (Renate Thies) kommt mit den verhassten Tabletten und Blutdruckmanschette um die Ecke. Und auch die Raumpflegerin mit Migrationshintergrund, Aische (Iris Meyer), sorgt durch ihre Neugier für Missfallen.

Eigentlich wollen die beiden Zimmergenossen doch lieber in Ruhe über vergangene Zeiten philosophieren – insbesondere über das weibliche Geschlecht. Wie schön es doch wäre, noch einmal so einen ordentlichen „Bums“ zu landen.

Der schlitzohrige Pfleger Helmut (Frank Fröhlich) versorgt Otto und Rudi mit Schnaps und einschlägigen Zeitschriften, wobei diese auf das Thema Viagra aufmerksam werden. Als sie sich über die blauen Tabletten „schlauer lesen“, gibt es nur noch ein Ziel: In einer „Nacht der Nächte“ muss es noch einmal richtig krachen. Aber wie sollen die beiden das anstellen? Wie immer weiß Pfleger Helmut Rat und sorgt mit Krankenschwester Monika und Raumpflegerin Aische für viele Turbulenzen im „Olenhuus“; sollen doch Monika und Aische als Bordsteinschwalben verkleidet den beiden Rentnern einen glücklichen Abend bescheren.

Treibende Kraft ist Otto, der nicht nur Geld für diese „Unternehmung“ hat (Otto hatte seiner verstorbenen Frau zugesagt, das Geld aus ihrer Lebensversicherung gut anzulegen), sondern auch gerne mit vermeintlichen Erlebnissen aus seiner Sturm- und Drangzeit prallt. „Ich habe damals erst einmal alle Türen und Fenster geöffnet, weil ich nicht wusste, wie groß er wird“, gab er unter amüsiertem Gelächter des Publikums Erotisches preis.

Rudi ist eher der zurückhaltende schüchterne Stubengenosse – freut sich aber auch auf den baldigen „Höhepunkt“. Und in weiser Voraussicht macht er sich auch schon Gedanken zum anstehenden Körperkontakt mit dem zarten Geschlecht. Welches Deodorant (Veilchen oder Tabak / Whiskey), neue Unterhose anziehen oder nicht – Fragen über Fragen, mit denen er sich lange Zeit nicht beschäftigen musste.

Dann beginnt das „Großereignis“. Mit dem verbündeten Pfleger Helmut wird der Abend „generalstabsmäßig“ mit Uhrenvergleich durchgeplant, aus Aische wird die sprachlose Ludmilla (mit den „großen Augen“) aus Polen, Krankenschwester Monika tauscht ihre Schwesterntracht gegen Netzstrümpfe und kurzen Rock. Hingebungsvoll lassen sich Otto und Rudi bezirzen und dann ... beginnen irgendwann die blauen Tabletten zu wirken.

Mit gekonnter Mimik und Gestik präsentieren diese fünf Akteure das Stück und sorgen dabei immer wieder für viele Lacher und noch mehr Applaus beim Publikum. So gut wie kein Klischee rund um das Älterwerden wird ausgelassen und humorvoll präsentiert. Allein der wippende und schlürfende Gang von Rudi durch das gemeinsame Zimmer ist ein Genuss.

Wie die „Nacht der Nächte“ ausgeht, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Nach dem Motto von Otto und Rudi „Boben fit un ünn dicht – lever Gott, mehr wölln wi nich“ kann man sich auf eine lustige, genüsslichen Vorstellung freuen.

Von Volker Gefeke

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