Theatergruppe Holtum-Marsch entzückt das Publikum mit „To'n Glück verrückt!“

Wenn das Drama seinen Lauf nimmt

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Philip (Henning Krüger) sitzt öfter in der Talkshow von Vanessa (Iris Meyer) als in der Schule.

Holtum-Marsch - Der große Traum vom Glück scheint sich für Möbelverkäufer Manfred Meyer (Reiner Timpner) an dem Tag zu erfüllen, als die reiche Großmutter stirbt.

Doch deren Spareinlagen erbt einzig und allein Opa. „So´n Schiet“, denken sich Manfred und seine Frau Rosi (Sabine von Salzen). Daraus entwickelt sich die unglaublich komische Komödie „To'n Glück verrückt!“ der Theatergruppe Holtum-Marsch.

Das Premierenpublikum freute sich gestern aber zunächst über eine Nachwuchsgruppe, die den „Kleinen Kaktus“ in Platt auf die Bühne brachte und dann davon erzählte, was eine Kerze auslösen kann, wenn die Nachbarn sich bei der Wahnsinns-Weihnachtsdekoration gegenseitig über-treffen wollen. Für den „Opener“ der traditionellen Theaterveranstaltung auf Klinkers Diele in Holtum- Marsch waren Iris Meyer und Katja Timpner zuständig, die einige Geschehnisse in der Gemeinde Blender auf die Schippe nahmen.

Anschließend kam das Hauptstück aus der Feder von von Sabine Thiesler und Frank Grupe auf die Bühne. „Die große Herausforderung bei dieser Komödie war für uns das mehrmals wechselnde Bühnenbild“, erläuterte Regisseur Johann von Salzen. Was exzellent gelöst wurde, denn die Umbauphasen, die bei offenem Vorhang passierten, stimmten schon auf das nächste Szenenbild ein. Da gab es zum Beispiel die Wohnung der Meyer´s oder das Talkstudio von Vanessa (Iris Meyer), in der Sohnemann Philip (Henning Krüger) stark übertrieben aus dem familiären Umfeld plaudert und in seiner Schwester Dani (Wiebke Wigger) eine perfekte Managerin hat.

Dass Philip öfter in Talkshows zu Gast ist als er sich in der Schule blicken lässt, berichtet Lehrerin Frau Bode (Sandra Klein) den schockierten Eltern. Gar nichts mit davon bekommt Opa (Frank Wortmann), der erst einmal auf unbestimmte Zeit nach Mallorca reiste. Damit nicht genug des Unglücks, will Meyers Arbeitgeber doch denjenigen Mitarbeiter entlassen, der in den darauffolgenden Wochen am wenigsten Umsatz macht.

Weil sich seine Kollegen plötzlich zu wahren Verkaufswundern entwickeln, sucht Meyer Zuflucht in einer vermeintlich rettenden Idee: Er gibt sich den Kauf von zehn Sofas selbst in Auftrag. Die guten Stücke werden ordnungsgemäß geliefert und im dritten Akt tatsächlich auf die Bühne gehievt.

Kein leichtes Unterfangen für die Bühnenbauer, zehn leichte Gartenbänke in ansehnlich verpackte Sofas zu verwandeln. „Dafür unseren Leuten hinter der Bühne ein dickes Lob“, sagte Johann von Salzen, der selbst als Möbelpacker mit am Schleppen war

Das familiäre Durcheinander wird komplett, als Opa unverhofft aus dem Urlaub zurückkehrt – in Begleitung der jungen Lissy (Sandra Gohde). Die hat nichts anderes als ihre Fernsehkarriere im Kopf und findet in Burkhard Kaiser (Thomas Klein), einem Radioredakteur, das ideale Sprungbrett.

Dass dann alles anders kommt als geplant und Opa sich in die Kioskbesitzerin Erna (Sybille Haake) verliebt, macht das Stück zu einem perfekten Lustspiel. Das Premieren-Publikum, lachte immer wieder herzhaft, spendete reichlich Szenenapplaus und natürlich zum Schluss prasselnden Beifall.

Aufgrund der sehr großen Kartennachfrage (nur für die Freitagstermine gibt es noch Restkarten) für die Aufführungen plant die Theatergruppe eine Zusatzveranstaltung, deren Erlös gespendet werden soll. Der Termin wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

ha

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