Rat setzt „lllmer 6“ überraschend ab

Thänhuser Baugebiets-Debatte in Ausschuss verwiesen

Falls das Baugebiet „Illmer 6“ dem jetzigen Entwurf entsprechend verwirklicht würde, wäre es das Ende der naturnahen Spazierstrecke Staakweg. 239 Unterschriften gegen das Projekt in der vorgesehenen Form auf dem grünen Areal links wurden bereits gesammelt. Ziel müsse sein, eine wichtige grüne Lunge zu erhalten, unterstrich eine Kritikerin. Schon im Plan für „Illmer 5“ sei die Rede gewesen, dass man wohnbaumäßig in dem Bereich an Grenzen stoße.
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Falls das Baugebiet „Illmer 6“ dem jetzigen Entwurf entsprechend verwirklicht würde, wäre es das Ende der naturnahen Spazierstrecke Staakweg. 239 Unterschriften gegen das Projekt in der vorgesehenen Form auf dem grünen Areal links wurden bereits gesammelt. Ziel müsse sein, eine wichtige grüne Lunge zu erhalten, unterstrich eine Kritikerin. Schon im Plan für „Illmer 5“ sei die Rede gewesen, dass man wohnbaumäßig in dem Bereich an Grenzen stoße.

Thedinghausen – Nicht 60, sondern 239 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern gegen den Bebauungsplan „Illmer 6“ in der jetzigen Form lägen der Verwaltung vor. Das teilte der Thedinghauser Bauamtsleiter Frank Bielefeld auf Nachfrage einer Besucherin bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Döhlings Gasthaus in Morsum mit. Er bedauerte die zunächst falschen Angaben.

Eine Kollegin habe nun genau nachgezählt.

Der Tagesordnungspunkt zu „Illmer 6“ selber wurde vom Rat per Mehrheitsbeschluss von 13 gegen acht Stimmen abgesetzt und zur weiteren Diskussion in den Bauausschuss verwiesen. Was bedeutet, dass auch die extra zur Sitzung geladene Planerin wieder gehen durfte, ohne zu Wort gekommen zu sein. Das gleiche gilt für die vielen Besucher und Besucherinnen der Ratssitzung.

Schon zum zweiten Mal sei eine zu einem Bebauungsplan Vortragende damit unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt und so auch die Gemeindeverwaltung düpiert worden, beschwerte sich Daniel Strassner von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL). Ebenso wie mehrheitlich die SPD-Fraktion stimmte die UBL gegen die Absetzung des Tagesordnungspunktes und die damit verbundene Vertagung der Entscheidung ins neue Jahr.

Ralf Landwehr von der CDU hatte dies beantragt und zur Begründung auf die zahlreichen Einwendungen und Stellungnahmen zum „Illmer 6“-Plan hingewiesen. Das sprenge den Beratungsrahmen im Rat, und alles sei viel intensiver und besser im Bauausschuss zu erörtern.

Die Verwaltung sei „überrascht“, gab Bauamtsleiter Bielefeld zu, während Dirk Jacobs von der Grünen Liste betonte, dass der Rat das Recht habe, über die Tagesordnung zu bestimmen. Die Entscheidung zum Absetzen des Punktes sei nun mal demokratisch gefallen. Gemeindebürgermister Thomas Metz machte deutlich, dass ein auf der Tagesordnung stehendes Thema samt Einladungen auch nicht einfach ein paar Tage vor dem Sitzungstermin ohne Abstimmung hätte gestrichen werden können.

Wie berichtet, sind laut Planentwurf 28 neue Baugrundstücke vorgesehen. Vor allem eingeschossige Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften sollen ermöglicht oder angeboten werden.

Thedinghauser Anwohnerinnen und Anwohner vor allem aus der näheren Umgebung befürchten unter anderem, dass dem Neubaugebiet der zu Spaziergängen einladende Naherholungsbereich am Staakweg zum Opfer fallen würde. Auch andere Grün- und Freiflächen könnten nach und nach noch bebaut werden. Weitere Befürchtungen betreffen den zusätzlichen Verkehr und eine Überlastung der Grundschule, wo wegen künftigen Nachwuchses der Neueinwohner womöglich wieder angebaut werden müsste.

Grundsätzlich sollten nicht voreilig immer neue Baugebiete in Thedinghausen ausgewiesen werden, ohne solche Auswirkungen auf die Infrastruktur genau zu bedenken, wird außerdem kritisiert. Vielen sei das Leben in einer weiterhin ruhigeren ländlichen Umgebung nämlich sehr wichtig. „Sonst hätte ich auch gleich nach Bremen ziehen können“, meinte eine der kritischen Anwohnerinnen im kurzen Gespräch mit der Zeitung.

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