700 Besucher / Humor am Fließband

Kein Tabu beim Thänhuser Abend: Gehaltserhöhung und Bio-Klötenköm

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So oder so ähnlich soll es bei der Schließung des Heerenkamper Kruges zugegangen sein (re.).

Thedinghausen - Von Joachim Behr. Na denn man Prost: Auf der diesjährigen Bio-Meile im Rahmen des Thänhuser Marktes soll es leckeren veganen-Bio-Klötenköm geben. Das verkündeten jedenfalls die „Emhuser Plattsnackers“ auf dem traditionellen plattdeutschen Thänhuser Abend in den „Plattrichten“ am Vorabend des großen Volksfestes.

Jedes Jahr „gibt es noch wieder einen mehr drauf.“ Das Publikum im ausverkauften „Blöte-Festzelt“ kriegte sich kaum wieder ein, rasender Beifall tobte durch das Zelt. Ein Klopfer jagte den nächsten und amüsierte am Donnerstagabend die etwa 700 Besucher.

Das bewährte Moderatoren-Duo Andrea Stadtlander und André Habekost, stets im passenden Mienenspiel, nahm kein Blatt vor den Mund und sparte auch nicht mit bissigen Kommentaren. Beide zogen quer Beet durch die Dörfer und politische Landschaft, begleitet von lustigen Video-Einblendungen und tollen Sketchen der weiteren Plattsnackers-Mitglieder.

Wer ist der Mann in Rot? „De Kerl heet nich Matuschek oder Makanes, de heet Manfred Masanek un is de neede Marktmeester. He het jümmer düsse rode Jack an. Dat givt doch ok’n Film, een Mann dricht rot“. Die passenden Fotos flimmerten über die Leinwand. Das ging ja schon gut los.

Auch die Verwaltungsspitze mit Bürgermeister Harald Hesse bekam ihr Fett weg.

André Habekost empfahl besonders das Intscheder Bauernhof-Eis: „Grönkohl an Stiel mit extra grode Kassler-Stücke, eenfach lecker!“ Dass die Samtgemeinde nun über 15.000 Einwohner hat, davon profitiert natürlich „gaaaanz besonners“ Boss Harald Hesse, denn seine Gehaltsstufe rutscht von B2 auf B3, da sagt auch Kämmerer Roland Dunker: „Wir kommen gut über die Runden.“ Habekost weiter: „Und Harald kann ja bei der Markteröffnung ordentlich einen ausgeben.“ Das Duo hatte errechnet: „Umgerechnet sind die Gehaltserhöhung 8,7 neue blaue Pullover im Monat für ihn.“ Riesengelächter.

Dann lästerte Andrea über einen Anwohner, ein „Utdörpscher“, am NP-Markt in Riede. Denn er hatte sich beschwert, dass der Bäcker so früh öffnet und so viel Krach verursacht. „Der Kerl hat auch noch Recht bekommen, Brötchen gibt‘s nun erst ab 7 Uhr. Aber was er wohl sagt, wenn in seiner Nähe bald die „Werder Wichtel“ einziehen. Dann wird er sich nach den leisen Zimtbrötchen um halb sechs sehnen.“

Der Thänhuser Abend ist stets ein Besuchermagnet. Das Festzelt war rappelvoll.

Was ist da eigentlich los mit der Schülerbeförderung per Bus? Da schlug Andrea vor: „Spanisch-Unterricht in der Schule. Die Kinder brauchen das zur Verständigung, wenn sie mit dem Bus fahren.“

Aber auch weitere humorige Themen und Sketche standen im Brennpunkt, wie die Probefahrt im neuen Thedinghäuser Feuerwehrauto, die Poststelle und die geplante Seniorenresidenz in Riede, oder: Wie findet ein Mann über 50 noch eine Frau, die Mitfahrerbank, die Thänhuser Schlümpfe und Spielzeug für Erwachsene bei Eggers, aber auch ein Trauerlied-Sketch über die Schließung des Heerenkamper Kruges. All das rundete einen zweieinhalbstündigen „Wahnsinns-Abend“ ab.

„Bis zum nächsten Jahr“, hieß es, dann zum 10. Thänhuser Abend. Aktiv auf der Bühne neben dem Moderatorenduo wirkten in den Sketchen auch diese Mitglieder der „Emhuser Plattsnackers“ mit: Heike Tiedemann, Heinz Ahrens, Heinz-Dieter Wigger, Sascha Stelten, Frank Fröhlich, Nicole Rattinger, Marlies Kassebart, Torsten Ewald und Tanja Schümann.

Begrüßt hatte die Besucherschar GDS-Vorsitzender Hans-Ludwig Durka in seiner Heimatsprache Hessisch. „Ich kann gut schwätze, Platt kann ich aber nicht.“

Und André Habekost warf ein: „Warum stehen wir eigentlich nie auf den Markt-Plakaten, da fehlt immer der Donnerstag. Wir fordern, endlich die offizielle Eröffnung auf den Donnerstag hier ins Zelt zu legen, oder kommen etwa 700 Leute zum Rathaus?“

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