1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Thedinghausen

Tätigkeitsbericht des „El Castillo“ in Emtinghausen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Philipp Köster

Kommentare

Sozialpädagogin Meike Schaub mit Jolina, ihrem einzigen Gast im Jugendtreff „El Castillo“ am Freitag.
Sozialpädagogin Meike Schaub mit Jolina, ihrem einzigen Gast im Jugendtreff „El Castillo“ am Freitag. © pk

Emtinghausen – Im kleinen Emtinghausen gibt es seit 2005 einen Treffpunkt für Kinder und Jugendliche: „El Castillo“. Die pädagogischen Fachkräfte Meike Schaub und Peter Wittig erstatteten jetzt dem Gemeinderat einen Tätigkeitsbericht, fließen doch jährlich rund zwischen 12 000 und 14 000 Euro in die Einrichtung.

Zurzeit verzeichnen die Verantwortlichen eine „Flaute durch Corona“, wie Meike Schau ausführte. Aber auch ohne Pandemie gebe es immer altersbedingte Abgänge, wenn die Jugendlichen zum Beispiel zum Studieren fortzögen, neue Besucherinnen und Besucher kämen dann aber nach, umriss Peter Wittig die Wellenbewegungen, denen solche Einrichtungen unterliegen.

Neuen Schwung soll laut Schaub eine Kanufahrt und eine Klettertour sowie die Teilnahme am Ferienprogramm der Samtgemeinde bringen. Das „Castillo“ könne zudem mit einer guten Ausstattung locken, etwa einem Billard- und Kickertisch, einem Basketballplatz sowie einem hochwertigen Beamer, gesponsert von der Volksbank-Stiftung. Zudem solle demnächst eine Tischtennisplatte aufgestellt werden.

Wittig und Schaub sowie der Streetworker der Samtgemeinde, Ulf Roselius, verstehen sich als vertrauenswürdige Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen, quasi als „Zwischending zwischen Elternhaus und Schule“ (Wittig).

Torsten Niemann (CDU) stellte fest, auch wenn er die Einrichtung gut finde, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren immer mehr Geld in den Jugendtreff gesteckt habe. Deswegen habe die Lokalpolitik auch um diesen Bericht gebeten. Er gab zu bedenken, dass im Vergleich zu den Zuwendungen für die Vereine viel Geld in das „Castillo“ gesteckt werden, bezogen auf die Zahl der Kinder und Jugendlichen. Laut Meike Schaub besuchen zurzeit etwa 13 Gäste die montags bis freitags außer donnerstags geöffnete Einrichtung, vor Corona seien es sieben bis neun täglich gewesen. Wittig entgegnete auf Niemann, die Politik sollte stolz auf die Einrichtung sein, Werbung bei den Neubürgern dafür machen und den Jugendtreff als Investition in die Zukunft sehen, „dass die Jugendlichen keinen Scheiß bauen“.

Es wurde bei der Diskussion deutlich, dass Rat und Jugendtreff in der Vergangenheit wenig miteinander kommuniziert hatten. Wittig: „Wir hatten Jahre keinen Kontakt.“ Auch im Rathaus sind Details offenbar nicht bekannt: Die neue Broschüre der Samtgemeinde führe „El Castillo“ immer noch als Verein auf, was er nicht mehr sei, und sie selbst werde gar nicht genannt, obwohl sie zumeist vor Ort sei, kritisierte Sozialpädagogin Schaub.

Jan Schäfer (Wählergemeinschaft) verlieh seiner Wertschätzung Ausdruck: „Ich bin stolz auf den Jugendtreff.“ Er sei idealer Anlaufpunkt für diejenigen, die nicht in den Vereinen oder im Dorfleben aktiv seien. Die investierten Gelder, „die nicht für Dödelkram oder Luxus ausgegeben werden, kriegen wir dicke wieder raus“. Nach Corona müssten vor allem die 11- bis 16-Jährigen, die stark unter der Pandemie gelitten hätten, aktiviert werden. Auch Harald Hemmje (Grüne) lobte die „wertvolle Arbeit“ der Fachkräfte, eine Pro-Kopf-Rechnung im Vergleich zu den Vereinen sei nicht anzustellen. Gesa von Straten (SPD) warb für mehr Austausch zwischen Jugendtreff und Rat. Auf Wohlwollen stieß allgemein die Idee der „Castillo“-Leitung, mit den Dorfvereinen mehr in Kontakt zu treten und die Einrichtung mit ihren Freizeitmöglichkeiten auch anderen Nutzern zu öffnen. Bürgermeister Gerold Bremer (CDU) sagte: „Ich bin froh, dass wir so eine Einrichtung haben, Andere hätten das gerne. Woanders müssen sich die Jugendlichen an Bushaltestellen treffen.“ Und zur Frage der Aufwendungen durch die öffentliche Hand: Die Sporthallen würden den Vereinen ja auch von der Samtgemeinde gestellt.

Von Philipp Köster

Auch interessant

Kommentare