Streng geschützte Vögel / Abrutschungen im Bereich der Bruthöhlen verursacht

Badende Jugendliche vertreiben Uferschwalben

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Die „Steilküste“ mit den zahlreichen Bruthöhlen: Die Bewohner, seltene Uferschwalben, wurden durch badende Jugendliche vertrieben.

Thedinghausen - Josef Teupe, Naturbeobachter- und schützer aus Leidenschaft, der tagaus, tagein durch die Weserniederung zwischen Weyhe und Thedinghausen streift, glaubte seinen Augen kaum zu trauen.

Badende und tobende Jugendliche hatten an der Weser im Bereich Eißel die an der dortigen „Steilküste“ brütenden Uferschwalben vertrieben. Die Art ist gesetzlich streng geschützt, beispielsweise nach der Bundesartenschutzverordnung und nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Die Tiere dürfen nicht verletzt oder getötet und insbesondere zur Brutzeit nicht an ihren Lebensstätten aufgesucht und gestört werden.

Aber genau das ist geschehen, wie Teupe von Augenzeugen erfahren hat. Eigentlich ist das Gebiet durch Zäune gesichert. Mehrere Warn- und Verbotstafeln sind unübersehbar aufgestellt. Vergeblich, der Übermut überwog offensichtlich, denn die steil direkt ins tiefe Wasser abfallende „Küste“ bietet eine ideale „Spielwiese“ – zum Leidwesen der Tierwelt.

Die Störenfriede hatten sich nicht nur einen Weg durch die Vegetation geschlagen, um an den Weserstrand zu gelangen, sie hatten auch einen Sprungturm errichtet. Hierfür wurde kurzerhand eine Hinweistafel demontiert und umfunktioniert.

In der Folge kam es zu massiven Abrutschungen in der sandigen Wand, die viele Bruthöhlen soweit zerstörten, dass die von den Vögeln nicht mehr angenommen wurden. Der Lärm, den die Badenden über Schwingungen im Boden in den Bruthöhlen verursacht haben, dürfte ein Übriges getan zu haben.

Das Resultat war jedenfalls: Die seltenen Uferschwalben sind verschwunden und bis heute nicht wieder aufgetaucht. Nun hoffen die Naturfreunde, dass die Kolonie der eleganten Flieger zumindest im nächsten Jahr wieder in Eißel Quartier bezieht – auch wenn das Domizil angesichts des benachbarten Sandabbaus in den nächsten Jahren sowie akut gefährdet ist.

sp

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