„Geschlossene Gesellschaft“ und „My Name is Peggy“ auf Platt im Erbhof aufgeführt

Spiel mit Erwartungen, mal tragisch, mal komisch

Eine begrenzte Zuschauerzahl hatte der Förderkreis Erbhof im Renaissancesaal zugelassen. Die Gruppe „SpielArt“ bot dort einen interessanten und unterhaltsamen Theaterabend.
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Eine begrenzte Zuschauerzahl hatte der Förderkreis Erbhof im Renaissancesaal zugelassen. Die Gruppe „SpielArt“ bot dort einen interessanten und unterhaltsamen Theaterabend.

Thedinghausen – „Theater muss sein, aber auch niederdeutsches Theater muss sein!“, betonte Gerd Schröder, Vorsitzender des Erbhoffördervereins, während seiner Einleitung zu einem der wenigen Darbietungen während der Coronazeit im Schloss Erbhof. Es gastierte der gemeinnützige Verein „SpielArt“. Dahinter steht eine Gruppe „Theaterschaffende und Kulturinteressierte, Profis und Amateure, die sich zum Ziel gesetzt haben, ebenso künstlerisch anspruchsvolles wie innovatives Theater auf die Bühnen der Region zu bringen“, heißt es auf der Internetseite des Vereins. Sie haben sich seit dem Frühsommer an niederdeutsche Neuproduktionen von Jean-Paul Sartres legendärem Einakter „Huis Clos“ – „Geschlossene Gesellschaft“ (zu Plattdeutsch: „Ünner uns“) und die Komödie „My Name is Peggy“ von Marc Becker, herangewagt. Beides führten die Akteure jetzt im Renaissancesaal des Schlosses Erbhof auf.

Vor einer kleinen Besucherschar versuchte der Förderkreis Erbhof, wenigstens ein bisschen zur Normalität zurückzukehren. Dabei setzt der Verein coronabedingt auf Hygienemaßnahmen, Abstandsregelungen und eine Begrenzung der Zuschauerplätze auf rund 40 Personen. Die Theatergäste erlebten so einen interessanten und unterhaltsamen Theaterabend. Er begann mit Sartres beklemmendem Szenario: Drei Personen, die im Leben einander nie begegnet waren, sind nach ihrem Tod für alle Ewigkeit zusammen in einem Raum eingesperrt. In dieser Hölle wird kein Schlaf benötigt; alle sind zum ständigen Wachsein verdammt. So bleibt dem Trio die Beschäftigung mit sich selbst. Es entsteht ein Nährboden zur Unaufrichtigkeit, zur Täuschung des anderen. Dem Gegenüber eine durch und durch verlogene Rolle vorzuspielen, wird zur unwiderstehlichen Versuchung.

Nach einer kleinen Pause folgte eine Komödie in Monologform: „My Name is Peggy“. Respekt vor dieser Solodarbietung. Inske Albers-Willberger spielte eine namenlose Frau im besten Alter, die sich darauf vorbereitet, einen Mann zu treffen. Der hat zwar ihren Hund überfahren, sah doch aber eigentlich ganz nett aus. Eine Geschichte über alltägliche Erwartungen, vom Theater „SpielArt“ komödiantisch toll umgesetzt.  ha

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