Stefan Homann will andere Menschen an seinem Hobby teilhaben lassen

Solidarische Imkerei: Einfach ein Bienenvolk mieten

+
Der Wulmstorfer Imker Stefan Homann mit einer seiner weiterentwickelten Golzbeuten. Er will sein Hobby mit vielen Anderen teilen.

Wulmstorf - Wenn er über seine Bienen spricht, gerät er ins Schwärmen: Stefan Homann betreibt sein Hobby, die Imkerei, mit Leib und Seele. Derart begeistert ist er von den fleißigen Immen und ihrem Gemeinwesen, dass er andere Menschen daran teilhaben lassen möchte. Zehn Völker besitzt er inzwischen, und für ihn kommt nur ein Konzept infrage: die solidarische Imkerei.

„Geben und nehmen“ – so bezeichnet der Wulmstorfer diese Art der Imkerei. Es ist so einfach, wie es sich anhört. „Die solidarische Imkerei ist eine Partnerschaft zwischen Konsumenten und Imker auf Zeit, bei uns für ein Jahr. Teilnehmer bekommen bis zu 25 Kilogramm Honig direkt aus der Schleuder und können gewiss sein, dass der Honig regional erzeugt wurde. Wer möchte, arbeitet bei der Ernte mit, und dazu vereinbaren wir für Juni einen Termin und schleudern gemeinsam den Honig aus den Waben“, erklärt der 53-Jährige. Wer dann auf den Geschmack gekommen ist oder sich einfach für Bienen interessiert, besucht sein „persönliches“ Volk auf dem Alten Pfarrhof in Wulmstorf, schaut mit dem Imker in den Stock und beobachtet die Entwicklung des Volkes inklusive Honigreifung – er verfolgt an „seinem“ Volk den Jahresverlauf. Auf Wunsch erklärt Homann direkt in der Natur, was Laien vielleicht schon aus Büchern oder dem Internet kennen. Aber auch, wer „nur mal raus“ möchte, ist willkommen. 250 Euro kostet die Miete für ein Volk pro Saison.

Naturschutz und Honigproduktion

Nicht nur Teilnehmer und Imker profitieren, sondern auch das Dorf Wulmstorf. „Es gibt Hunderte Birnenbäume im Ort, die bestäubt werden müssen. Sind die Früchte reif, darf jeder sie pflücken“, sagt Homann.

Noch herrscht bei den Bienen Winterruhe. „Jetzt ist eine gute Zeit, um sich mit der Frage zu beschäftigen: Will ich in die Imkerei hineinschnuppern?“, meint Homann. Zwei Mitmacher hat er schon gefunden, die sich jeder ein Volk ausgesucht und reserviert haben. „Ein Volk zu mieten ist eine gute Gelegenheit, sich mit dem Hobby zu beschäftigen, etwas über Bienen zu lernen und dann zu entscheiden, ob es das Richtige ist. Interessierte nähern sich dem Leben der Bienen an, ohne gleich die ganze Arbeitslast zu tragen“, sagt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Das ist der schöne Teil der Imkerei.“ Das Alter ist egal, Vorwissen nicht nötig.

Aus diesem Klecks Wachs bauen die Bienen Waben, in denen sie ihren Honig einlagern. 

Müßig zu erwähnen, dass Homann seine Bienen in Anlehnung an die strengen Bioland-Richtlinien hält. Heißt: Seine Völker wohnen in Stöcken aus unbehandeltem Sperrholz, Beuten genannt. Alle selbstgebaut. „So bekommen die Bienen ein natürliches Umfeld, denn ursprünglich lebten sie in Baumstämmen“, sagt er. Rund 50 Kilogramm wiegt einer seiner Bienenstöcke, und wenn dann noch Honig darin ist… Die Rahmen, in denen die Bienen ihre Waben bauen, bestehen ebenfalls aus Holz, die Homann mit Drähten aus Edelstahl bespannt. Darauf gibt er etwas Wachs aus dem Vorjahr, aus alten Waben, die er einschmilzt. „Die Bienen bauen sich ihr Zuhause selbst“, hat er beobachtet. Erfahrung hat er genügend gesammelt – er widmet sich seit fünf Jahren der Imkerei.

Homann hat seine Bienenstöcke aus den sogenannten Golzbeuten weiterentwickelt. Die Golzbeute kommt seiner Meinung nach der ursprünglichen Bienenbehausung am nächsten: Im Bereich hinter dem Flugloch wird gebrütet und weiter hinten der Wintervorrat angelegt. Nur: „Nur das Einflugloch lässt zuwenig Luft in den Stock“, kritisiert er das System und bohrt deshalb ein weiteres Loch in jede Beute, um die Temperatur zu steuern und Feuchtigkeit aus dem Stock zu bekommen.

„Die Bienen fangen an auszufliegen, wenn wir tagsüber beständig Temperaturen über zehn Grad Celsius haben“, sagt Homann. Dann beginnt auch die Arbeit des Imkers, denn die Beuten dürfen geöffnet werden.

Weitere Informationen erteilt Stefan Homann per E-Mail an StefanHomann@gmx.com. Wer helfen möchte, Bienen und Wildbienen zu unterstützen: www.beesharing.eu. - is

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Dramatische Bilder: Autobahnbrücke in Genua eingestürzt

Verletzte bei mutmaßlichem Terroranschlag in London

Verletzte bei mutmaßlichem Terroranschlag in London

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Bremen von A bis Z: O wie Oktoberfest

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Urlaub in Venedig: Das sind die absoluten Highlights der Lagunenstadt

Meistgelesene Artikel

Streit unter Kollegen eskaliert: Holzpflock und Messer im Einsatz

Streit unter Kollegen eskaliert: Holzpflock und Messer im Einsatz

Eskalierende Gewalt: Familien gehen aufeinander los

Eskalierende Gewalt: Familien gehen aufeinander los

Nach Sperrung zwischen Bremen und Verden: Bahnen fahren wieder

Nach Sperrung zwischen Bremen und Verden: Bahnen fahren wieder

Stedorfer Theaterbühne meistert „Cold-Water-Beer-Callenge“

Stedorfer Theaterbühne meistert „Cold-Water-Beer-Callenge“

Kommentare