Schelte für die Ausreißer

Schwache Weserströmung macht Silvesterschwimmern zu schaffen

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Gut zwei Stunden brauchten die Silvesterschwimmer, darunter Strömungsretter der DLRG, in der strömungsarmen Weser für die fünf Kilometer lange Strecke vom Einstieg am Bollerholz in Riede (Bild) bis zum Dreyer Hafen.

Riede / Dreye – Die zahlreichen Schaulustigen am Ziel Dreyer Hafen mussten am Silvestermorgen ungewöhnlich lange auf das Eintreffen der ersten Teilnehmer am 43. Silvesterschwimmen warten. 30 Schwimmer, darunter sechs Frauen, waren am Campingplatz Bollerholz in Riede zwar pünktlich in die sieben Grad kühle Weser gesprungen, aber ihnen fehlte die sonst um diese Jahreszeit übliche kräftige Strömung, die sie verlässlich zum Dreyer Hafen tragen sollte. Diesmal mussten sie selbst kräftig schwimmen, um ihr Ziel zu erreichen.

Es war das Silvesterschwimmen der Ausreißer, denn Elina Schumacher und Uwe Falke trafen rund eine Viertelstunde vor dem Hauptfeld im Hafen ein. Beide beteiligten sich zum ersten Mal am Silvesterschwimmen. Elina war auch die mit 14 Jahren jüngste Teilnehmerin. Wenig später schwamm auch schon Andree de Vries im Hafen ein – der Delmenhorster DLRG-Strömungsretter war mit seiner normalen Ausrüstung und ohne Schwimmflossen unterwegs.

Nach Aussage des Weyher DLRG-Vorsitzenden Achim Linka und des Pressewartes der in diesem Jahr für die Organisation zuständigen Feuerwehr Dreye, Lars Schumacher, legen die Organisatoren aus Gründen der Sicherheit immer großen Wert darauf, dass die Gruppe beim Schwimmen in der Weser beieinander bleibt, damit die Helfer in den fünf Begleitbooten besser die Aufsicht führen können. Daher wurden die Ausreißer auch kritisiert, aber Andree de Vries verteidigte sein Tempo: Bei der leichten Strömung hätte er sich schneller bewegen müssen, um sich warm zu halten.

Bis auf eine Teilnehmerin, die vorzeitig das Wasser verlassen musste und per Boot an Land gebracht wurde, erreichten alle Silvesterschwimmer aus eigener Kraft den Hafen. Sie wurden mit viel Beifall empfangen und konnten sich schnell mit heißen Getränken aufwärmen. Eine Schwimmerin hatte nur wenige Meter vor der Hafeneinfahrt einen Krampf bekommen und schon Ausschau nach einem Boot gehalten, doch ihren Begleitern gelang es, sie auf den letzten Metern zum Durchhalten zu überreden. So durfte auch sie sich über den großen anerkennenden Applaus der am Kai stehenden Zuschauer freuen.

Silvesterschwimmen der DLRG in der Weser

 © Heinfried Husmann
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Ältester Teilnehmer war in diesem Jahr wieder Werner Muffler. Der 75-Jährige stieg munter aus dem Wasser und verkündete trotzdem, dass es seine letzte Teilnahme gewesen sei. „Das hat er schon oft gesagt. Der steigt im nächsten Jahr wieder ins Wasser“, lachten Peter Prendel und Jochen Langhof, die ihn selbst viele Jahre lang beim Silvesterschwimmen begleiteten.

Nach der Ankunft wurden die Schwimmer in Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Dreye zum Feuerwehrhaus gebracht. Dort konnten sie duschen, sich umziehen und sich dank Feuerwehr-Verpflegung stärken.  

bt

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