DLRG richtet Silvesterschwimmen aus / 35 Mitmacher erreichen den Dreyer Hafen

40 Schwimmer steigen am Boller Holz in die Weser

Unterstützt von einer kräftigen Strömung, kamen die Silvesterschwimmer so schnell wie selten zuvor im Dreyer Hafen an. - Foto: Ehlers

riede / Dreye - Renate Husmann und 39 weitere Schwimmerinnen und Schwimmer haben sich am Silvestermorgen beim Blick aus dem Fenster sicherlich die Frage gestellt, warum sie sich das antun wollen... Nämlich das Silvesterschwimmen in der Weser bei arg ungemütlichem Wetter. Doch Renate Husmann wollte nicht kneifen, zumal sie im Sommer auch die Taucherlizenz erworben hat. Und: „Es hat sich gelohnt, denn es hat richtig Spaß gemacht“, sagte sie stolz und froh, als sie sich nach dem Silvesterschwimmen der DLRG Weyhe von ihrem Ehemann aus den Schwimmflossen helfen ließ.

Insgesamt 40 Wassersportler wagten sich am Sonntag am Campingplatz Boller Holz in Riede in die acht Grad „warmen“ Fluten der Weser. Nur 35 kamen schwimmend am Ziel Dreyer Hafen an. Aber keine Sorge, die restlichen fünf Teilnehmer waren schon vor ihnen dort eingetroffen – allerdings an Bord eines der sechs Begleitboote, denn ihnen war unterwegs einfach zu kalt geworden. Dafür hat der Vorsitzende der veranstaltenden Weyher DLRG-Ortsgruppe, Achim Linka, eine einfache Erklärung: Sie hätten sich wahrscheinlich einen Neoprenanzug geliehen, und weil der ihnen nicht haargenau passte, klappte das mit der Erwärmung des eindringenden Wassers auf der Haut nicht – „und dann wird es richtig kalt“.

Aber für derartige Fälle hatte die DLRG als versierter Veranstalter des Silvesterschwimmens schließlich sechs Begleitboote im Wasser, die die Gruppe der Schwimmer wie die Hütehunde einer Schafherde ständig umkreisten. Diese Vorsichtsmaßnahme erwies sich schon allein deshalb als klug, weil hinter einer Biegung plötzlich ein Binnenschiff auftauchte und zum Überholen ansetzte. Davor musste die Gruppe ganz nah unter dem Ufer gesichert werden und alles lief problemlos ab.

Das hatte zur Folge, dass die gesamte Gruppe fröhlich winkend im Pulk im Dreyer Hafen „einlief“ und am Anleger „festmachte“. Niemand war vorweg geschwommen. „Das war vorbildlich. Endlich haben die das kapiert“, lobte Lars Schumacher dieses Verhalten der Schwimmer.

Dabei waren sie in diesem Jahr so schnell wie selten zuvor, weil die Weser randvoll ist und die Schwimmer von einer kräftigen Strömung unterstützt wurden. Nach 50 Minuten hatten sie die etwa fünf Kilometer lange Strecke schwimmend bewältigt. Die Teilnehmer kamen von den DLRG-Ortsgruppn Syke, Twistringen, Stuhr, Delmenhorst, Steinfeld und Weyhe, von der Wasserwacht Achim und der Freiwilligen Feuerwehr Weyhe.

Zum ersten Mal war Paul Overmeyer aus Steinfeld dabei. Für den 60-Jährigen war das Dreyer Silvesterschwimmen die Generalprobe für das Celler „Allerschwimmen“, das über eine noch etwas längere Distanz führt. Auch Lukas Gurke aus Delmenhorst feierte Premiere: „Sonst sitze ich immer im Boot, aber jetzt wollte ich einmal die Perspektive wechseln. Und ja, es hat Spaß gemacht“, berichtete er.

Die jüngste Teilnehmerin war 14 Jahre alt und Werner Muffler aus Lahausen war mal wieder der Älteste mit seinen 74 Jahren. Er beteiligt sich seit 1976 an diesem Silvesterschwimmen, das nach Aussage von Achim Linka damals veranstaltet wurde, um der Bevölkerung zu beweisen, dass die DLRG und auch die Feuerwehr bei jedem Wetter ins Wasser gehen. „Jetzt hat sich das zu einem echten Ereignis mit immer mehr Besuchern entwickelt“, freute sich Linka angesichts von mehreren Hundert Zuschauern, die sich bei Glühwein, Kaffee und heißer Schokolade warm hielten – und ungläubig staunten, als einige Teilnehmer glaubhaft versicherten, dass sie in ihren feuchten bis nassen Anzügen schwitzten. J bt

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