„Je schwerer der Boden, desto besser wird geritten“

Hubertusjagd durch die Schliemer- und Horstedter Wesermarsch ein besonderes Erlebnis

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Sowohl für die Reiterinnen und Reiter wie die Zuschauer an der Strecke war die Hubertusjagd ein herrliches Erlebnis. 

Riede - Schwerer tiefer und nasser Boden auf etwa 15 Kilometer Strecke, gespickt mit rund 40 Hindernissen. Für knapp 40 Reiterinnen und Reiter aus dem gesamten norddeutschen Raum war die traditionelle Hubertusjagd durch die Schliemer- und Horstedter Wesermarsch ein herrliches Erlebnis bei strahlendem Sonnenschein.

Jagdherr Dr. Matthias Röpke aus Thedinghausen und Vorsitzender des Bremer Reitclubs hatte am Sonnabend zum Stelldichein beim Gut Schlieme der Familie Klatte in Riede eingeladen, um hinter der Niedersachsen-Meute, die gerade ihr 150-jähriges Bestehen feierte, herzujagen.

Röpke hieß alle Beteiligten herzlich willkommen. Die 21 Foxhounds wurden von Master Casimir von Schultzendorff vom Meutehof Dorfmark und den Pikören angeführt, während Madeline Wätjen aus Wolfenbüttel, begleitet von Victor Siemers aus Riede, die Schleppe, bzw. die Fährte, legte. Die Meute bewies ihre gute Nase und stob laut kläffend hinterher.

Dr. Matthias Röpke hatte vor wenigen Tagen mit seinem Pferd die Strecke beritten, ein paar schwierige Hindernisse gesprungen und erzählte später: „Wir kennen hier alle Wetterkapriolen. Ob Regen, Schnee, Nebel oder natürlich Sonnenschein. Je schlechter und schwerer der Boden ist, desto besser wird geritten. Wir haben hier heute eine große unerwartete Resonanz, gut dass man so viele Freunde hat.“

Denn auch viele Zuschauer verfolgten von verschiedenen Standorten im Verlauf der Strecke das Geschehen. Ein Trio der Bläsergruppe „Rallye Trompes des Landes“ aus Gülten blies die ersten Jagdsignale, der Jagdherr führte das springende Feld an, während Dorothea von Behr, Kirchlinteln, das nichtspringende Feld leitete.

Wie in England üblich stilecht mit Zylinder

Durch die idyllische grüne Natur, zum Teil an der Weser längs zog sich das lange Reiterfeld, von Dr. Thomas Röpke, dem Vater von Dr. Matthias Röpke, immer im Blickfeld behalten. Dabei erzählte er, dass Anfang der 90-er Jahre ein englischer Freund von ihm, ein Oberstleutnant, mitgeritten sei. Natürlich wie in England üblich stilecht mit Zylinder. Denn das war dem Freund sehr wichtig, auch bei einem Sturz, wobei der Zylinder heil geblieben war.

Das Bläsertrio stimmte wieder ein, in weiter Ferne waren die Meute und die beiden Reiterfelder zu erkennen, das Ende der Hubertusjagd nahte. Alle Reiterinnen und Reiter trafen heil und ohne Blessuren wieder ein und der Jagdherr grüßte alle mit „Halali, Halali“ und rief zu den Brüchen. Jeder Teilnehmer erhielt Eichengrün angesteckt und „einen Schluck aus der Pulle“. Die Foxhounds kämpften mit wildem Gejaule um ihren Lohn, das „lecker duftenden“ Curée. Nachdem die Pferde versorgt worden waren, fanden sich dann alle Reitersleut‘ auf „Utes Diele“ in Rathswiehe zu Kaffee und Kuchen ein. 

jb

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