Weil man in Thedinghausen keine Fahrscheine kaufen kann, soll ein stationärer Drucker her

Zum Schwarzfahren genötigt

Die Busfahrer dürfen zurzeit keine Tickets verkaufen. Foto: Köster

Thedinghausen - Von Philipp Köster. Wer in der Samtgemeinde den Öffentlichen Personennahverkehr nutzen möchte und nicht über ein Permanentticket verfügt, hat ein Problem: Er kann nirgends eine Fahrkarte kaufen. Denn es gibt keine Anlaufstelle, wo die Tickets erhältlich wären. Und die Busfahrer dürfen angesichts der Corona-Pandemie keine Fahrscheine herausgeben, der Kontakt zum Fahrgast ist zurzeit nicht möglich, mal abgesehen von grundsätzlichen Kommunikationsproblemen mit einigen eingesetzten Chauffeuren aus anderen Ländern.

Im Bürgerbus wäre das anders. Wie berichtet, verfügt das von hiesigen Ehrenamtlern gesteuerte Fahrzeug seit Kurzem über eine Schutzfolie mit Öffnung für den Ticketverkauf samt Geldverkehr. Allein: Die Bürgerbusse fahren noch nicht wieder. Stand jetzt gilt das auch noch mindestens bis zum 31. Mai. „Und auch wenn sich manche in Lockerungsbemühungen überbieten sollten und uns sagen: Stellt euch darauf ein, dass ihr wieder fahren dürft, bleibt der Verkauf wahrscheinlich noch länger untersagt“, sagt Wolfgang Kaib, Vorsitzender des Bürgerbusvereins.

Das bedeutet aber in der Gegenwart: Der Kunde müsste schwarzfahren. „Jüngere Menschen tun sich damit vielleicht nicht so schwer, die älteren schon“, so Kaib. An den Bürgerbusvereins-Vorsitzenden, nicht etwa an den Verkehrsverbund Bremen /  Niedersachsen hatten sich Betroffene mit ihren Skrupeln gewandt, weil sie Bedenken hatten, ohne Fahrschein einzusteigen.

Kaib, der auch in der Arbeitsgruppe ÖPNV in der Samtgemeinde aktiv ist, hat sich darum mit den zuständigen Akteuren in Verbindung gesetzt, um Abhilfe zu schaffen. Er ist zurzeit in Gesprächen mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/ Niedersachsen (ZVBN), mit dem Busunternehmen von Rahden, das die Linien in den Kommunen bedient, sowie mit dem Rathaus. Am Ende der Bemühungen soll die Stationierung eines ähnlichen Geräts wie in den Bussen stehen, also ein Fahrscheindrucker. „Infrage kommen die üblichen Verdächtigen – Postagenturen, Lange an der Braunschweiger Straße und das Rathaus“, sagt Wolfgang Kaib, der gleichwohl betont, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei.

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