Imker Stefan Homann aus Wulmstorf macht Werbung für sein Hobby

Schwarz-braun ist die Honigbiene

Imker Stefan Homann mit einem seiner Bienenvölker. ArchivFoto: Gefeke

Wulmstorf - Von Volker Gefeke. Auf den ersten Blick sieht es eigentlich ganz einfach aus: Der Imker erntet im Sommer den von den Bienen hergestellten Honig und bringt sie dafür durch bereitgestellte Behausungen (die Bienenstöcke nennt man Beute), Pflege und Zufütterung durch den Winter. Dass da viel, viel mehr dahintersteckt, erfährt man bei einem Besuch von Imker Stefan Homann in Wulmstorf.

Die gute Nachricht vorweg: Jeder kann die Imkerei als Hobby betreiben. Eine spezielle Ausbildung ist nicht erforderlich; aber vorherige umfassende Information, Kurse bei der Kreisvolkshochschule und natürlich das Sammeln von praktischen Erfahrungen bei routinierten Imkern wie Stefan Homann sind nicht nur empfehlenswert, sondern ein Muss. Immerhin ist Imkern ein zeitaufwendiges Hobby, vor allem im Frühjahr und Sommer.

Homann ist 54 Jahre alt und betreibt seit etwa acht Jahren engagiert dieses Hobby. Angefangen mit zwei Bienenvölkern – in einem Volk können bis zu 50 000 Bienen leben – , arbeitet er jetzt mit 19 Völkern. Wie wohl sich die Insekten im Lauf der Zeit fühlen und somit auch mehr Ertrag, sprich Honig liefern, hängt unter anderem vom Beutemaß ab. Eine Vielzahl dieser „Bienenwohnungen“ ist aus Styropor und stapelbar. Das Volk lebt unten, und der Honig wird oben gelagert. Die Kästen von Stefan Homann sind aus unbehandeltem Sperrholz und räumlich horizontal gegliedert. Die Honigbienen leben vorne, in der Mitte ist ein Gitter und im hinteren Bereich befindet sich das Honiglager.

Der Garten im „Alten Pfarrhof“ ist ein wahres Paradies für seine Immen (ein alter niederdeutscher Begriff für die Westliche Honigbiene), erreichen sie doch bereits nach rund fünf Metern Kurzflug den ersten Kräutergarten. Und überhaupt – Wulmstorf ist ja für sein Birnenfest bekannt – finden die Tiere in der weiteren Umgebung eine Vielzahl von Obstbäumen.

Bei Mensch und Natur, der Politik und der Landwirtschaft ist mittlerweile angekommen, wie wichtig die Bienen für uns alle sind, wenn auch ein weit vorausschauendes Handeln nicht immer erkennbar ist. Immerhin kann man zum Beispiel bei Erdbeeren mit einem um bis zu 40 Prozent höheren Ertrag rechnen, wenn sie bestäubt werden. „Honigbienen sind intelligente Tiere“, ist sich der Imker sicher. Sie reagierten auf Wetter und Temperaturen und gäben Zeichen in Form von Tönen, ob sie entspannt, genervt oder angriffslustig sind.

Schmunzelnd fügt er hinzu: „Der Körper der Biene ist braun-schwarz und nicht wie in Kinderfilmen oder der Werbung zu sehen schwarz-gelb.“ Und dieser Körper kann Beachtliches. Mit ihren Hinterbeinen sammeln die Insekten Pollen und mit ihren Flügeln können sie nicht nur bis zu 24 Stundenkilometer fliegen, sondern erzeugen damit je nach Bedarf auch Wärme oder Kühlung im Bienenstock.

Das Volk besteht aus einer Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Obwohl die Biene ein wildes Tier bleibt und wir alle uns vor den Bienenstichen ängstigen, reagieren lediglich 0,05 Prozent der Bevölkerung allergisch.

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