Bundes-, Landes-, Kommunalpolitiker kommen

Schulwegsicherheit in Felde: Eher kleine Schritte angeraten

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Direkt an der zentralen Bushaltestelle in Felde ohne Fußgängerüberweg: Die zum Ortstermin geladenen Politiker sowie Mitglieder der Schulwegsicherheits-Initiative. Vierte von links: Ilse Lange, die diese Initiative maßgeblich angestoßen hat.

Felde/Riede - Vielleicht mit Warn-Piktogrammen auf der Fahrbahn anfangen und nicht gleich teure große Lösungen wie den Bau eines Verkehrkreisels an der Ortsdurchfahrt angehen – mit solch kleineren Schritten zu mehr Schulwegsicherheit in Riede und Felde gehe es wahrscheinlich leichter voran.

So sieht es jedenfalls die SPD-Bundestagsabgeordnete Christina Jantz-Herrmann. Neben ihrem Bundestags-Kollegen Stefan Behrens von der Linken-Fraktion, den Landtagskandidatinnen Dörte Liebetruth (SPD) sowie Doris Gerken von den Grünen war sie mit zum Termin an der Landesstraßen-Ortsdurchfahrt in Felde gekommen – ebenso wie der Rieder Bürgermeister Jürgen Winkelmann, die dortige Grundschulleiterin Hendrikje Gienapp, Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse, Gabriele Artelt-Marquardt von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) aus Thedinghausen und andere, denen das Thema am Herzen liegt. Christdemokraten und FDP-Vertreter waren allerdings nicht zu entdecken.

Die Bürgerinitiative Schulwegsicherheit mit Ilse Lange an der Spitze hatte zu dem Treffen vor der Wahl mit anschließender Podiumsrunde im Gasthaus Scholvin-Ortmann eingeladen, die dann rund 15 Besucher verfolgten.

Rund 5000 Autos täglich

Die Verkehrslage ist klar: Rund 5000 Autos täglich bewegen sich auf der Landesstraße durch Felde, viele davon im frühmorgendlichen Berufsverkehr Richtung Bremen. Zusätzlich werde diese Route zur „Autobahnersatzstrecke“ auch für Laster bis zum Anschluss Stuhr, wenn auf der anderen Seite der Weser etwa in Höhe Achim oder Posthausen A 1 oder A 27 „dicht“ seien, erläuterte Ilse Lange.

An der rund 2,8 Kilometer langen Ortsdurchfahrt gibt es drei Haltestellen, an denen Kinder auch in Schulbusse zusteigen, aber es gibt keinen Fußgängerüberweg und keine Ampelanlage.

Der geh- und radweglose Okeler Damm. Er ist auch Schulweg.

Obwohl sich die Initiative seit Jahren für sichere Überquerungsmöglichkeiten einsetzt und aus Gründen der Schulwegsicherheit außerdem einen Rad- oder zumindest Fußweg am Okeler Damm von der Landesstraßen-Einmündung bis vorerst zur von dort rund 400 Meter entfernten Haltestelle fordert, gibt es bisher kaum greifbare Ergebnisse. Auch Petitionen an den Landtag führten zu nichts.

Zusätzliche Sicherheit nicht notwendig

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen seien nicht notwendig, machten Straßenbaubehörden auch mit Bezug auf Unfallstatistiken immer wieder deutlich. Und es wurde stets auch auf die begrenzten Finanzmittel verwiesen. „Was können wir also jetzt noch tun?“ wollte Ilse Lange von den Politikern wissen.

Mehrere Möglichkeiten hatte Städtebauingenieur Carsten-Wilm Müller von der Hochschule Bremen durch Studenten in einer wissenschaftlichen Arbeit zum Thema „Schulwegsicherheit Felde“ erarbeiten lassen. Von gut sichtbaren Piktogrammen über wirksame Fahrbahnteiler zum Überqueren einschließlich „Bedarfsampel“ und bis zum erwähnten Verkehrskreisel reichten Vorschläge. Auch Versetzen der Ortsschilder, um den 50km/h-Bereich zu verlängern, gehörte zu den Überlegungen.

Okeler Damm steigt in der Priorität

Beim Fuß- und Radwegebauprogramm des Landes stehe der Okeler Damm schon auf Platz fünf, machte Samtgemeindebürgermeister Hesse deutlich. Wenn die Gemeinde Riede bereit sei, hier Vorplanungskosten zu übernehmen, könne das alles sogar noch beschleunigen.

Im Rat gebe es zu dem Thema aber keine Einigkeit, bedauerte Jürgen Winkelmann.

Bundestagsmitglied Herbert Behrens riet, sich bei wirklich verantwortlichen Stellen in den Ämtern um Unterstützung zu bemühen. Dörte Liebetruth versprach, sich über den Haushaltsausschuss des Landtags noch einmal für die Petition einzusetzen. Sie warnte aber, dass es „dicke Bretter“ zu bohren gelte.

Doris Gerken von den Grünen wollte erfahren haben, dass aus dem Radwegeprogramm der Landesregierung bisher nicht alle Mittel abgerufen seien, also offenbar Geld übrig ist.

Ilse Lange beklagte noch, dass beim Thema Versetzen von Ortsschildern sich Verwaltungen in benachbarten Landkreisen viel unkomplizierter verhielten als die in Verden.

la

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