Bedarfsampel beim Thedinghauser Busplatz: Klage über das Rotlicht ignorierende Autofahrer

„Schulkind wäre weggebrettert worden“

Beim Termin an der Bedarfsampel beim Busplatz mit Daniel Strassner wäre es fast wieder so weit gewesen, dass ein Auto bei Rot weiterfährt. „Gerade noch so geschafft.“
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Beim Termin an der Bedarfsampel beim Busplatz mit Daniel Strassner wäre es fast wieder so weit gewesen, dass ein Auto bei Rot weiterfährt. „Gerade noch so geschafft.“

Thedinghausen – „So krass war es noch nie“, sagt Daniel Strassner. Der Thedinghauser beobachtet in der jüngeren Vergangenheit eine Zunahme eklatanter Verkehrsverstöße im Zentrum der Gemeinde vor allem im morgendlichen Berufs- und Schulverkehr. Aktuelles Beispiel vom vergangenen Montag: „Obwohl die Bedarfsampel bestimmt zwei Sekunden rot zeigte, ist noch ein Autofahrer weitergefahren.“

Und dann sogar noch ein weiterer. „Nach vier bis fünf Sekunden Rotlicht!“, so Strassner. „Entweder hat der das komplett übersehen oder einfach ignoriert. Vielleicht war ja auch noch Restalkohol vom Vortag im Spiel“, mutmaßt er.

Dieser Vorfall an der Bedarfsampel an der Syker Straße auf Höhe des Busplatzes reiht sich dem Apotheker zufolge ein in eine Vielzahl vergleichbarer Ereignisse, die er seit vielen Jahren beobachtet hat. Bereits vor zwölf Jahren seien ihm mehrfach solche Verstöße aufgefallen, als er seine damals siebenjährige Tochter zum Bus begleitet habe.

Jugendliche würden die Gefahr vielleicht noch einschätzen können, aber ein jüngeres Schulkind, das sich womöglich auf das Grünlicht verlasse, „wäre weggebrettert worden“, geht Daniel Strassner noch einmal auf das jüngste Erlebnis vom Montag ein.

Auch andere Bürgerinnen und Bürger wüssten von solchen Verstößen zu berichten, weiß Strassner. Ähnliche Gefahrensituationen ereigneten sich an der Bedarfsampel an der Braunschweiger Straße. Viele würden darum mit ihren Kindern auch den Fußgängerüberweg vorziehen. Denn dort sei man als Fußgänger zu noch mehr Vorsicht angehalten, ob die Auto- und Lasterfahrer auch wirklich anhielten.

Weitere Verstöße stellt Strassner auch an der Bahnhofsstraße / Ecke Syker Straße fest. Obwohl es „Kamikaze“ sei, das Stoppschild mit dem Haltegebot an der Kreuzung zu missachten, komme es immer wieder vor, dass die Leute auf die Syker Straße rauschten. „Da ist zwar ein Spiegel, aber Radler, die plötzlich die Kreuzung queren, kann man darin nicht erkennen.“

Strassner, der für die Unabhängige Bürgerliste im Gemeinderat sitzt, erinnert an den vergeblich eingebrachten Vorschlag seiner Gruppe, auf der Braunschweiger und Syker Straße Tempo 30 einzuführen, um die Gefahren zu minimieren. Dass es sich dabei um eine Landesstraße handele, sei kein Ablehnungsgrund. Es gebe im Harz eine Bundesstraße, auf der Tempo 30 gelte.

Daniel Strassner wünscht sich von der Polizei mehr Präsenz, um die jüngeren Verkehrsteilnehmer zu schützen. „Das Problem ist ja bekannt.“ Und er betont: „Das ist nicht meine selektive Wahrnehmung.“ Er spricht von bis zu 60 Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer, die das Rotlicht der Bedarfsampel an der Syker Straße ignorierten, obwohl es Richtung Achim vor der Querung über die Straße sogar noch ein vorgeschaltetes Signal gibt.

Helge Cassens, Pressesprecher der Polizeiinspektion Verden / Osterholz, nimmt die Beschwerde von Strassner ernst, versichert er. Schulwegüberwachung sei ein wichtiger Bestandteil der polizeilichen Arbeit. Auch „wenn wir nicht überall sein können“, werde an der betreffenden Stelle kontrolliert, zumal es sich ja um einen kurzen Zeitraum vor Schulbeginn handele. Das grundsätzliche Problem an diesen neuralgischen Punkten sei, dass es immer wieder Erwachsene gebe, die sich auch im Beisein von Kindern nicht an die Verkehrsregeln hielten. Darunter fielen auch Verstöße von Radlerinnen und Radlern, die bei Rot die Straße queren. Wenn dann ein erhebliches Bußgeld fällig werde, „erwarten die das gar nicht“.

Um auf der anderen Seite Kinder und Jugendliche zu richtigem Verhalten im Verkehr zu animieren und für die Gefahren zu sensibilisieren, lege die Polizei großen Wert auf Präventionsarbeit. Beamte gingen in Kindergärten und Schulen, um entsprechendes Wissen zu vermitteln, berichtet Cassens, der zugleich auch Leiter der Präventionsarbeit im Bereich der Polizeiinspektion Verden / Osterholz ist.

Im konkreten Fall will er den Hinweis an die örtliche Polizeistation und dessen Leiter Bernd Junker weitergeben. „Wir sind auf solche Hinweise angewiesen“, so Cassens.

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