Landwirt verdächtigt streunende Hunde

Schafe in Horstedt gerissen – Indizien sprechen gegen Wolfsattacke

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Zwischen Samstagnachmittag und Sonntagmorgen sind die beiden trächtigen Schafe getötet worden.

Ein Bild des Schreckens hat sich jetzt für Hobbylandwirt Heiner Ellmers aus Horstedt geboten: Am Sonntagmorgen erblickte er zwei tote Schafe auf der Schafweide. Waren es Wölfe oder Hunde?

Horstedt - Für Heiner Ellmers deuten die Indizien eher auf streunende Hunde. „Ein Wolf würde sich eher an das beste Fleisch seiner Beute machen und nicht am Kopf anfangen zu fressen“, vermutet der Horstedter.

Seine 20 Schafe laufen in einer mit Schafdraht und von einer Hecke umgebenen Weide in der Nähe der alten Kieskuhle. „Am Sonnabendnachmittag war noch alles in Ordnung“, berichtet Ellmers von seinem täglichen Besuch bei seinen Tieren.

Schafsrisse machen Horstedter Landwirt traurig

Die beiden gerissenen trächtigen Muttertiere machen den Horstedter nachdenklich und traurig. Die Schafe schon jetzt in den Stall zu holen – dafür sieht er noch keine Veranlassung. „Ich habe die örtlichen Jäger informiert. Die haben jetzt ein offenes Auge“. Am Montag sollten die toten Tiere von einer Viehverwertung abgeholt werden.

Wolfsberaterin glaubt nicht an Wolfsattacke

Die für Thedinghausen zuständige Wolfsberaterin im Landkreis Verden, Sarah Dierks, vermutet ebenfalls, dass es sich nicht um einen Wolf gehandelt hat. Sie hält sich im Übrigen aber mit Ferndiagnosen zurück. Denn im konkreten Fall sind weder sie noch ihre beiden Kollegen Helmut Meyer und Wolfgang Mohr verständigt worden. „Wir hätten uns dann vor Ort umsehen und auch Proben nehmen können.“

Wölfe machen sich meistens über Eingeweide her 

Auch nach charakteristischen Biss- und Gegenbiss- sowie Schleifspuren hätte Dierks forschen können. Denn in der Regel sei es so, dass der Wolf die getötete Beute verschleppe, um ungestört fressen zu können. Und typischerweise nicht den Kopf. Der Wolf gehe meist an den Bauchraum, ziehe den Pansen heraus und mache sich dann über Herz, Leber, Nieren und Milz her. „Die Eingeweide sind besonders lecker.“  

Lesen Sie auch: In Dörverden ist ein Wolf-Kadaver gefunden worden, die Todesursache ist bislang nicht abschließend geklärt.

Wölfe sind in der Region inzwischen oft gesehene Gäste. Nun ist in Diepholz mehrfach ein Wolf gesichtet worden. Rinderzüchter berichten von einem Kalbsriss.

Kontakt zu Wolfsberatern

Sarah Dierks empfiehlt den Besitzern von Tieren in solchen Fällen wie in Horstedt, die ehrenamtlichen Wolfsberater zu verständigen. Sie ist unter Telefon 0151/18 36 0302 zu erreichen und für Dörverden, Thedinghausen und Blender zuständig. Helmut Meyer (0173/46 53 650) kümmert sich um Verden und Kirchlinteln, Wolfgang Mohr (0173/24 89 251) um Ottersberg, Achim und Langwedel.

ha/pk

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