Rat für Beantragung von Fördergeldern und Umsetzung der Studie von 2018

Sanierung Blender See: Eile geboten

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Der Rat hat wichtige Schritte zur Sanierung des Blender Sees getan. Unklar ist allerdings noch, wann das Gewässer entschlammt werden kann.

Blender - „So weit wie jetzt waren wir noch nie. Wir wollen die Chance nutzen.“ Der Bürgermeister von Blender, Andreas Meyer, formulierte am Dienstagabend bei der Gemeinderatssitzung im Feuerwehrhaus fast schon einen Appell, als es um das Thema Blender See ging. Nach vielen Jahren könnte es bald konkret werden. Ja, muss es sogar. Denn etliche Projekte müssen bis Ende 2022 geplant, umgesetzt und abgerechnet sein, will die Gemeinde 90 Prozent an Fördermitteln von der EU kassieren.

Ein enger zeitlicher Rahmen ist also gesetzt. Das hat die Verwaltung dazu gebracht, die Maßnahmen aus der im Juni 2018 vorgestellten Machbarkeitsstudie zu unterteilen. Fachbereichsleiter Frank Bielefeld stellte dem Gremium die Pläne vor und erläuterte die Hintergründe, warum die Gemeinde so und nicht anders handeln sollte.

So empfahl die Verwaltung in der Beschlussvorlage, bis Mitte September zwei Förderanträge für Arbeiten am Zulauf Varste (Setzen einer Spundwand) und eine Drainage am Westufer zu stellen. Für die Entschlammung des Sees und den Zulauf vom Blender Hauptgraben sollten nur Fördergelder für die ersten vier Phasen von acht beantragt werden, was vor allem die Genehmigungsplanung umfasst. Die Umsetzung könnte später erfolgen. 

Denn die Gefahr besteht laut Bielefeld, dass das noch zu beauftragende Ingenieurbüro bei den Planungen auf Einwände der zu beteiligenden Behörden stößt. Dann müssten die Pläne geändert werden, was womöglich Auswirkungen auf die pünktliche Umsetzung hätte. Am Ende würde die Gemeinde auf den Kosten in sechsstelliger Höhe sitzen bleiben. So ist Bielefeld zufolge vor allem die (Zwischen-) Lagerung oder Entsorgung des Schlamms eine große Unbekannte. Bielefeld und Gemeindedirektor Harald Hesse zeigten sich vorsichtig optimistisch, dass diese Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt bei einem neuen Förderaufruf (Call) bezuschusst werden könnten.

Andreas Klein (Gruppe CDU/FDP) wollte wissen, warum die Verwaltung den Zulauf des Blender Hauptgrabens nicht in dieser Förderperiode umsetzen will. Bielefeld entgegnete, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sei skeptisch, ob die Maßnahme zu verwirklichen ist. Auch sei unklar, ob der Mittelweserverband als Eigentümer damit einverstanden sei. Wenn es am Ende nicht klappe, „dann kriegen wir gar nichts“, warnte Bielefeld. Andersherum wären die Arbeiten für einen Zulauf des Hauptgrabens nicht so teuer (circa 2 000 Euro) , als dass die Gemeinde das nicht selbst stemmen könnte, wenn es keine Zuschüsse gebe.

Auch Dieter Tank (Gruppe CDU/FDP) pochte auf den Zulauf über den Blender Hauptgraben. „Alle Untersuchungen haben gezeigt, dass der See völlig überdüngt ist und nur von Grundwasser gespeist wird. Er ist nur sanierbar, wenn es einen Durchfluss gibt.“

Harald Hesse warb für den Vorschlag der Verwaltung, zu splitten. „Wir wollen 90 Prozent Fördermittel haben, aber uns nicht der Gefahr aussetzen, dass es kein Geld gibt.“

Vom Vorschlag Gitta Stahls (Grüne), aus dem dritten Förderantrag die Entschlammung auszukoppeln, um den Zulauf über den Hauptgraben rascher angehen zu können, riet Bielefeld ab: Der NLWKN sei angesichts der Vielzahl an Aufgaben sicher nicht über solche Kleckeranträge mit einer Größenordnung von wenigen Tausend Euro begeistert. Hesse: „Der Antrag kriegt mehr Gewicht, wenn wir die Entschlammung mit reinnehmen.“

Am Ende folgte das Gremium einstimmig dem Beschlussvorschlag. In der Einwohnerfragestunde mahnte ein Bürger in einer Art Kassandraruf, alles Planen von Maßnahmen wäre hinfällig, wenn es immer so wenig regne wie 2018 und in diesem Jahr. „Die Natur lehrt uns eines Besseren. Der See und auch die Glockenkuhle werden das nicht aushalten.“

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