Samtgemeinderat beschließt Millionen-Vorhaben / Zerfall und Gestank eindämmen

Schnellerer Abfluss durch neuen Schmutzwasserkanal

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So helfen sich Anwohner gegen den Gestank aus den Gullys.

Samtgemeinde - Das zentrale Klärwerk für die Samtgemeinde Thedinghausen liegt in Eißel. Bis das Schmutzwasser dorthin gelangt, muss es mitunter sehr lange Strecken zurücklegen. Die Behebung dieses Missstandes für den Bereich Thedinghausen/Emtinghausen/Riede will sich die Samtgemeinde in den nächsten Jahren eine Millionensumme kosten lassen – so der einmütige Beschluss des Samtgemeinderates auf seiner jüngsten Sitzung.

Zahlreiche Pumpwerke sorgen in den Druckrohrleitungen dafür, dass das Abwasser überhaupt fließt. Die Umwege sind zum Teil enorm. So läuft das Abwasser aus Riede über drei Gemeinden rund 15 Kilometer, bis es endlich in Eißel ankommt. Das Abwasser befindet sich in einem geschlossenen System. Zudem laufen die Pumpen nicht ständig, sondern nur, wenn wieder ein Schacht vollgelaufen ist.

Die langen Lauf- und Standzeiten ohne Sauerstoffzufuhr führen dazu, dass es zu starken Schwefelsäurekorrisionen kommt. Beton- und Eisenteile werden schlichtweg zerfressen – und zwar nicht durch das Abwasser, sondern durch entstehende Gase. Unangenehmer Nebeneffekt: Es stinkt mancherorts, beispielsweise in Emtinghausen, gewaltig aus den Gullys. Viele Anwohner wissen sich nur dadurch zu helfen, dass sie die Gullys auf eigene Faust abdichten.

Der Grund für die langen Abwasser-Laufzeiten ist in der Vergangenheit zu suchen. Seinerzeit wurde jeder neue Kanalabschnitt kurzerhand an den nächstgelegenen Kanal angeschlossen. Das führte zu „Flickwerk“ und den besagten langen Umwegen.

Mit der Ergänzung des Schmutzwasserkanalnetzes sollen die Wege deutlich verkürzt werden, wobei auch davon ausgegangen wird, dass sich Korrosionsschäden künftig deutlich reduzieren. Aufgeteilt in ein Dreijahresprogramm ab 2016 sind vier Bauabschnitte vorgesehen, wobei zunächst umfangreiche Arbeiten in Thedinghausen/Emtinghausen anlaufen sollen (Kosten rund 2,1 Millionen Euro).

Zum Schluss besteht die Möglichkeit, auch die Orte Riede und Felde anzuschließen, wodurch auch das Pumpwerk in Emtinghausen maßgeblich entlastet würde. Über letztere Maßnahme muss noch gesondert entschieden werden (eine Durchführung ist aber wahrscheinlich). Sie würde rund 400000 Euro kosten.

Zur Mitfinanzierung des Gesamtvorhabens könnte die Schmutzwassergebühr steigen (derzeit 2,25 Euro pro Kubikmeter). Genaue Zahlen sind erst nach Abschluss der Bauarbeiten zu nennen.

sp

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