„Schönstes Hobby“ soll zum Beruf werden

Samtgemeindebürgermeisterwahl Thedinghausen: Christiane Siemer will vom Ehren- ins Hauptamt

Christiane Siemer aus Eißel tritt für die Grüne Liste als Samtgemeindebürgermeister-Kandidatin an
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Christiane Siemer aus Eißel tritt für die Grüne Liste als Samtgemeindebürgermeister-Kandidatin an.

Thedinghausen – „Das Ehrenamt ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Christiane Siemer. Die 51-Jährige geht nicht nur selbst in vielen ehrenamtlichen Beschäftigungen nahezu auf, es soll für sie auch eine Aufgabe sein, das Ehrenamt in der Samtgemeinde zu fördern und zu bewahren, und zwar dann, wenn sie im September zur hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeisterin gewählt wird.

Christiane Siemer tritt für die Grüne Liste an, für die sie seit fünf Jahren im Thedinghauser und im Samtgemeinderat sitzt und die sie seit 2018 anführt. „Kommunalpolitik ist das schönste Hobby der Welt.“ Uff! Auch wenn sich der Verfasser sekundenschnell mindestens fünf andere schönere Hobbys vorstellen kann, zweifelt er doch nicht an der Überzeugung seiner Gesprächspartnerin, diesen Satz zu sagen.

Sie ist in den vergangenen Jahren offenbar auf den Geschmack gekommen, was die Gestaltungsmöglichkeiten durch lokalpolitische Arbeit in Thedinghausen und der Samtgemeinde angeht. Im Mittelpunkt ihres Denkens steht dabei, wie sich die Ortschaften und das Grundzentrum entwickeln. „Wollen wir weiter in dem Tempo wachsen?“, ist eine ihrer Leitfragen. In den Gemeinden sollte mit den Räten eine Diskussion angestoßen werden, wo „wir eigentlich hinwollen“. Schließlich gelte es, den dörflichen Charakter zu bewahren, den die Leute auf dem Lande so schätzten und der eine große Anziehungskraft auf Neubürger ausübe. Den Spagat zu schaffen zwischen Entwickeln und Gestalten auf der einen sowie Bewahren auf der anderen Seite, das würde sie als wichtige Aufgabe für sich als Samtgemeindebürgermeisterin ansehen.

Aufs schöne Dorf ist Christiane Siemer vor 22 Jahren gezogen. Geboren 1969 in Bremen-Vegesack, wuchs sie in Osterholz-Scharmbeck auf. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Rasch übernahm sie Führungsaufgaben als Gebietsleiterin für 13 Filialen eines Modeunternehmens. Später dann der Quereinstieg als Kundenbetreuerin in einer Bremer Bank. Seit zehn Jahren ist sie dort Assistentin des Vertriebsdirektors.

Christiane Siemer ist seit 24 Jahren mit ihrem Mann Andree verheiratet, die beiden haben die 16-jährige Tochter Wiebke. Die Drei wohnen in Eißel.

Neben Job und Familie sind es die eingangs erwähnten ehrenamtlichen Aktivitäten, die der 51-Jährigen Erfüllung und Freude bereiten. So hat Siemer kleine Jobs in der Kirchengemeinde Thedinghausen übernommen und singt im Rieder Kirchenchor „Nachklang“. Zudem hat sie sich über die Tochter im Schulförderverein engagiert und als Mitbegründerin in der Bürgerinitiative „Rote Hand“ gegen Gasbohrungen im Bereich Achim/Thedinghausen. Die Verleihung eines Ehrenamtspreises vor zwei Jahren verdanke sich im Wesentliche auch ihrer Initiative, sagt sie.

Im vergangenen Jahr hat sich Christiane Siemer mit dem Gedanken angefreundet, sich um die Nachfolge von Harald Hesse als Verwaltungschefin zu bewerben. Nach Gesprächen mit dem Vorgesetzten und dem Ehemann Andree holte sie sich auch Einschätzungen anderer Leute ab. Tenor: „Du kannst das.“ Ihre große Stärke und ein Kriterium für den Job ist ihr zufolge, mit den Menschen gut kommunizieren zu können und auch unterschiedliche Charaktere zu einem gemeinsamen Handeln zu bewegen. Sie habe eine offene Art, sei verlässlich, engagiert und leidenschaftlich. „Manchmal bin ich zu ungeduldig.“ Aber im kommunalpolitischen Alltag habe sie lernen müssen, dass nicht alles sofort gehe. „Dafür ist auch die Verwaltung zu klein.“

Auf der Agenda als Samtgemeindebürgermeisterin hätte sie noch die Themen sanfter Tourismus („Davon würde auch die Gastronomie profitieren“), Stärkung der Firmen und der Landwirtschaft und – als Vertreterin der Grünen Liste – das Thema Klimawandel. Sie freue sich, dass alle Parteien die Aspekte Verkehr, ÖPNV und Umweltschutz inzwischen auf dem Zettel haben. „Für mich ist das aber entscheidend für alles, was wir tun.“ Das Kriterium Nachhaltigkeit solle zum Beispiel in jeder Beschlussvorlage im Rat ebenso aufgeführt sein wie bislang schon die finanziellen Auswirkungen und die Gleichstellungsrelevanz.

In ihrer verbleibenden Freizeit („Kommunalpolitik nimmt viel Zeit in Anspruch“) unternimmt Christiane Siemer gern Städtetouren mit der Familie und geht walken. Außerdem besucht sie Konzerte der Genres Klassik, Rock und Pop.

Seit März lässt sie sich übrigens freitags im Baumpark Anregungen geben, was man in Thedinghausen besser machen könnte. Sie freut sich dabei auch über Kontakte mit jungen Leuten. „Ein Mädchen hat mir gesagt, sie hätte gerne einen Rossmann.“ Falls Christiane Siemer Verwaltungschefin wird, könnte sie den Drogeristen aus Großburgwedel ja an Land ziehen.

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