Seismische Suche nach möglichen Erdgasvorkommen

Rotes X warnt die Vibro-Trucks

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Mit neuen roten Xen möchten Mitglieder der Bürgerinitiative „Rote Hand“ aus Thedinghausen und Achim darauf hinweisen, dass Privatpersonen auf ihren Grundstücken keine seismischen Messungen nach möglichen Erdgasvorkommen zulassen müssen.

Thedinghausen/Achim - Mit einer Vielzahl neuer roter Xe an Straßenrändern im Bereich Thedinghausen weisen Fracking-Gegner auf anstehende seismische Messungen zur Erkundung einer möglichen großen Erdgasblase hin, die auch den angrenzenden Achimer Bereich mit umfassen.

„In den kommenden Wochen soll mit sogenannten Vibro-Trucks der Untergrund nach Gasvorkommen überprüft werden“, erklärt Dettmar Frese von der „Bürgerinitiative Rote Hand Thedinghausen/Achim.“ Niemand sei jedoch verpflichtet, solche Messungen auf seinem Grundbesitz zu gestatten, betont Frese.

Der Untersuchungskorridor erstreckt sich am Weserlauf entlang linksseitig vom Deich bei Werder bis zum Schöpfwerk Eißel und weiter Richtung Querdamm bis Ahausen. Außerdem reicht er vom Beppener Bruch über die Tankstelle Thedinghausen bis Riede und Sudweyhe. Rechtsseitig geht es um Abschnitte von Langwedel bis nordwestlich von Achim.

„Die Förderung ist nicht so eine saubere Sache, wie uns erklärt wird“, warnt Silke Thomas von den Achimer Grünen und erinnert an jüngste Erdbeben im Langwedeler Raum, seit dort verstärkt Gasförderung auch nach der Fracking-Methode betrieben wird.

Betrachte man die gesamte Prozesskette, sei zudem die Klimabilanz von Flüssigerdgas mindestens so schlecht wie bei der Braunkohle. Im Übrigen habe deutsches Erdgas nur 1,7 Prozent des Energiebedarfs im vergangenen Jahr gedeckt.

In Achim – diese Stadt möchte ebenso wie die Samtgemeinde Thedinghausen „frackingfrei“ bleiben – beschloss gerade der Rat, die Entscheidung über einen Antrag der Deutsche Erdöl AG (DEA) auf Sondernutzung von öffentlichen Straßen und Grundstücken durch Messfahrzeuge an sich zu ziehen und ihn dann wohl abzulehnen.

Hocker (FDP) klar gegen Straßenverbote für DEA

Dass eine solche „Verhinderungsplanung“ in Sachen seismologischer Erkundungen rechtlich zulässig sei, bezweifelt der Achimer FDP-Ratsherr und Bundestagsabgeordnete Gero Hocker allerdings stark. Ebensowenig dürfe es „willkürliche Straßenverbote“ für einzelne Nutzer geben, gab Hocker zu bedenken. Seine Fraktion lehne ein solches Vorgehen der Stadtverwaltung ab.

Manches sei zwar rechtlich vorgegeben, räumte die CDU-Fraktionsvorsitzende Isabel Gottschewsky ein. Alle im Rat hätten aber doch eine politische Haltung zum Thema, und neben der SPD-Landtagsabgeordneten Dörthe Liebetruth habe sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Langwedeler Bürgermeister Andreas Mattfeldt stets klar gegen Fracking-Erdgasförderung ausgesprochen.

Zumindest könne mit dem Heranziehen der Entscheidung auf Ratsebene ein Zeichen gesetzt werden, meinte Wolfgang Heckel von der Wählergemeinschaft Achim (WGA): „Und wenn nicht jetzt, wann dann?“ Von „rein plakativen Aktionen“, die wenig bewirken, sprach hingegen Christdemokrat Hans-Michael Paulat.

Die Nutzung städtischer Straßen durch Messfahrzeuge lasse sich vielleicht nicht verhindern, aber private Grundbesitzer könnten DEA-Trupps mit Sicherheit den Zutritt verwehren, machte Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld deutlich und liegt hier auf einer Linie mit der Initiative „Rote Hand“. 

sch/la

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